American Birthday Party

Heute waren wir zu einer Geburtstagsgrillparty eingeladen. Wir Deutschen haben natürlich erstmal eingekauft, denn es hieß, wir sollen Getränke mitbringen. Also haben wir uns nicht lumpen lassen und da die Amerikaner keinen Caipirinha kennen, habe wir erstmal eingekauft, um die Party in Stimmung zu bringen. Leider gibt es hier keinen Pitu oder Cachaca, so dass wir uns mit Bacardi behelfen mussten. Ordentliches Bier haben wir auch organisiert. Bei uns im Liquor-Store gibt es Pilsner Urquell aus Tschechien (Import, keine lokale Produktion).

So, jetzt unser Fehler: Nicht annehmen, dass es in jedem amerikanischen Haushalt Strohhalme (straws) gibt. Wir mussten extra während der Bereitung der ersten Caipirinhas zu Dunkin Donuts fahren und dort welche klauen...naja, nicht wirklich, ich habe gefragt, ob ich welche für die Party borgen kann...die Entgeisterung in den Gesichtern zu sehen, dass war die Frage wert ;-) Jedenfalls sind wir mit 40 Strohhalmen wieder abgezischt. Viel zu viele, wie sich dann herausstellen sollte.

Das Essen war super, auch wenn wir erstmal sehr skeptisch auf das Fleisch geschaut haben, denn die Farbe des Fleisches auf dem Grill wird in Deutschland schon als Straftat gewertet. Aber man isst die Außenseite, the Dark Side, nicht mit, sondern es wird fein säuberlich auseinandergezupft und schmeckt dann hervorragend. Als besonders bemerkenswert galt in unseren Augen das Remote-Grillthermometer. Damit kann draußen das Fleisch lustig dahinblubbern und drinnen in der Küche sieht man, wie es ihm geht.

So, jetzt nochmal zum Capi. Es war jedenfalls erstmal ein großes Hallo, als wir angefangen haben den Capi zu produzieren...und er hat sogar recht ok geschmeckt, trotz Bacardi als Ersatz für den Cachaca. Und nun die andere Seite: Nur die Deutschen haben getrunken. Alle Amerikaner haben sich am Bier festgehalten bzw. es gab nur zwei Mutige, die wenigstens mal am Halm genippt haben. Fand ich sehr schade.

Ungewöhnlich war auch, dass die Party schon um 21 Uhr zu Ende war und die Deutschen als Letze gegangen sind. Alle Amerikaner sind schon Stunden vorher verschwunden. Wer mich kennt weiß, dass ich definitiv nie der Letzte bin, der geht...ganz im Gegenteil.

Es hat uns trotzdem Spaß gemacht, man konnte am Wortschatz arbeiten und sogar den ein oder anderen Witz reissen...der sogar mit heftigem Gelächter gewürdigt wurde. Staubtrockener Humor scheint also international zu sein ;-)

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