Buchkritik: Ken Follett - Der Mann aus St. Petersburg

Der Mann aus St. Petersburg

Vor einigen Tagen bin ich mit dem Buch Der Mann aus St. Petersburg von Ken Follett fertig geworden. Da ich lange keine Buchrezension mehr geschrieben habe, wird es endlich mal Zeit. Ausserdem bin ich Ken Follett-Fan und deswegen erst recht.

Follett führt uns zurück ins London kurz vor Ausbruch des 1. Weltkrieges. Lord Walden verhandelt mit dem Abgesandten des russischen Zaren, Alex Orlow, über die Unterstützung Russlands im Kampf gegen Deutschland. Winston Churchill ist dabei der Vermittler zwischen Walden und dem Premierminister Englands.

Felix Kschessinsky will diesen Handel verhindern und Orlow töten. Doch als er mit der Ausführung seines Planes beginnt, trifft er seine ehemaligen Geliebte wieder. Felix wird zwischen Liebe und Revolution hin- und hergerissen.

Follett versteht es, uns eine rasante Fahrt durch das London um 1913/1914 zu bieten. Er beschreibt die Szenarien, die sozialen Zustände und die sozialen Konflikte perfekt. Alles fühlt sich Very British an. Der Einblick in die herrschende Klasse und das Untertanentum dieser Zeit, lässt einen manchmal erstaunt feststellen, dass das erst 90 Jahre her ist. Es fühlt sich wie Mittelalter an. Stereotype und Druck durch die Gesellschaft, um jede eigene Entscheidung zu unterbinden bzw. zu lenken.

Auch weiss man oft nicht, ob man mit dem Attentäter sympathisieren oder seine Absichten verurteilen soll. Das Buch langweilt an keiner Stelle und man mag es oft nicht weglegen, weil man sich fühlt, als wäre man dabei, als wäre man im England des frühen 20. Jahrhunderts.

Fazit: Unbedingt lesen, wenn man Spannung, etwas Geschichte und einen Blick in die nahe Vergangenheit Europas mag. Für die Frauen ist auch eine Portion Liebesgeschichte versteckt.

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