Gott war mir schlecht - Six Flags Achterbahnen

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Am Samstag war der Ich beweise es mir nochmal selbst-Tag. Wir sind in den Freizeitpark Six Flags New England, nahe Springfield gefahren. Six Flags ist eine Kette von Vergnügungsparks. Hauptattraktionen sind die vielen Achterbahnen (im Englischen Rollercoaster genannt) und der grosse Wasserpark mit vielen Rutschen und jeder Menge Wasser.

Wir sind also Samstag gegen 8 Uhr morgens aufgebrochen. Am Vortag haben wir noch online die Eintrittskarten gekauft. Am Tor kostet es 42 Dollar, online nur 33 Dollar, da kann man schon mal den Drucker für anwerfen. Allerdings gibt es dann kein zurück mehr, da die Tickets nicht rückerstattbar sind.

Also ging es los. Ca. 2h sollte die Fahrt dauern. Dank eines Navigationssystems brauchten wir uns nicht mit der Wegbeschreibung rumschlagen. Allerdings ist auch ein Navi nicht perfekt und so wollten wir in einem Kreisverkehr (rotary or roundabout) pflichtgemäss am ersten Exit raus, aber das kam uns spanisch vor, also haben wir den zweiten genommen, richtig wäre der dritte Exit gewesen...nunja, nach 3.2 Meilen waren wir dann wieder auf der richtigen Spur. Die Dame im Navi hatte uns einmal bis zur nächsten Ausfahrt und zurück geschickt und dann war es wirklich der erste Exit ;-)

Am Park angekommen mussten wir erstmal am Mann vor den Parkplätzen vorbei. Der stand da einfach mit Warnweste und Fahne rum und hat bissl rumgewedelt. Kein Grund fürs seine Anwesenheit ersichtlich. Bei Rausfahren am späten Nachmittag hat er dann den Verkehr von rechts (von einem kleinen Parkplatz) und unserer Spur reguliert. Wahnsinn! Bei uns hätte man nicht einmal eine Ampel dafür geopfert, weil der Verkehr langsam und gering, sowie die Vorfahrtsregeln mehr als klar waren...aber so schafft man Arbeitsplätze (1 Arbeitsplatz, den es in Deutschland nicht gibt - ApdeiDng).

Nächster Schritt waren die drei Leute am Parkplatz, die uns 10 Dollar Gebühren für die Betonfläche abgeknöpft haben (4 ApdeiDng). Dann haben wir uns pflichtgemäss in die Schlange des Shuttles vom Parkplatz zum Haupteingang angestellt. Das Ding hat dann die Leute eingesackt und nach einer Sicherheitsbelehrung (Please remain seated until this car came to a full stop, keep your arms and legs inside the vehicle, blabla...) ging es los. Nach 30 Sekunden war alles vorbei. Jan und ich haben uns fragend angesehen und wir erhöhen hiermit den ApdeiDng-Zähler um 2 (soviele Fahrer waren in dem Moment mit solch einem Ding unterwegs), gesamt nun 6 ApdeiDng. Am Abend sind wir dann die wenigen Meter gelaufen...

Wir haben uns dann den Kassen genähert. Da wir ja schon online gekauft hatten, sind wir auch gleich an den Kassen vorbei zum Einlass gegangen. Auf diesem Weg (10m) standen dann auch mehrere freundliche Verkehrskanalisierungsassistentinnen, die uns den Weg gezeigt haben (10 ApdeiDng). Der Einlass hat unsere Photo-ID und die gekaufte Eintrittskarte verglichen (online mussten wir unseren Namen angeben) und uns reingelassen. Zwei Meter weiter baute sich eine Sicherheitsbeamtin auf, die uns durch einen Metalldetektor geschickt und dann noch den Rucksack kurz inspiziert hat.

Nun waren wir drin. Der erste Gedanke war Schliessfach, denn wir wollten und konnten natürlich nicht mit dem Rucksack auf die Achterbahn. Links vom Eingang gab es dann auch gleich Schliessfächer zum Sonderpreis von 6 Dollar plus 5 Dollar Pfand. Also haben wir das Geld ausgegeben, wie sich später zeigen sollte vollkommen sinnlos. Hier stand selbstverständlich ein Schlüsselverkäufer bereit (11 ApdeiDng).

Knapp nach dem Eingang steht ein Freifallturm, Scream genannt. 205 Feet hoch, also 65m. Den Turm haben wir nicht gemacht. Witzigerweise heisst der Park Sixflags, aber auf der Spitze des Turms wehen sieben Flaggen.

Nun sind wir weitergetigert, vorbei an Damen mit Digitalknipsen, die erstmal Bilder gegen Entgeld von uns machen wollten. Wir haben sie dankend ignoriert und unser Ziel war der erste Rollercoaster. Zum Warmwerden haben wir erstmal einen ganz kleinen Coaster genommen, quasi die Kinderklasse, war auch reichlich eng und recht harmlos. Aber zum Angewöhnen war es genau richtig.

Dann erspähten wir den Metallgiganten - Superman Ride of Steel. Es ist einer der höchsten und schnellsten Rollercoaster der Welt. 77mph (123km/h) schnell, 75m hoch und 5400feet (1645m) lang. Das Ding zieht sich quer durch Park. Der schnellste Coaster ist übrigens momentan KingDa Ka mit 128mph (200km/h!).

Wir also nix wie in die Schlange...am Eingang gab es Schliessfächer für 50 Cent, arg! Zusätzlich konnte man auch einfach die Rucksäcke vor Abfahrt in Ablagen werfen und nach dem Aussteigen wieder ergreifen.

In der Warteschlange haben wir ca. 15x die Warn- und Sicherheitshinweise gehört. Das Band läuft ständig. Mich hat nur gewundert, dass man nicht noch vor dem heissen Wetter, der vielen Sonne und vorm Körperkontakt mit den anderen Besuchern gewarnt hat...

Naja, jedenfalls waren wir nach 20-25min endlich dran und in dem Moment habe ich mich wirklich gefragt, warum ich mir sowas antue. Nachdem wir dann auf die 75m hochgezogen wurden, habe ich mit die Frage in sichtlicher Panik erneut gestellt und mich gefragt, was ich mir beweisen will...aber da war es auch schon zu spät. Wir sind fast senkrecht nach unten gestürzt, durch enge Kurven gequetscht, über Wellen mehrmals fast schwerelos geworden und dann hatten wir auch noch nen Tunnel...und dann kamen wir auch schon wieder abrupt zum Stillstand. Meine Herren...das war ein Ride.

Danach wurde ich sichtlich übermütig. Der nächste Ritt sollten den Namen Minderaser tragen. Das Ding sah schon schlimm aus. Man sitzt nicht, sondern hängt drin...also die Schienen sind oben und man hat Loopings, Überschläge, Schrauben und noch andere Gemeinheiten...und die Strecke ist kurz und eng. Endergebnis: Mir war schlecht. Jan hatte immer noch sein: "Ist das geil!"-Lächeln. Ich nicht mehr...man wird einfach alt ;-)

Als Entspannung ging es erstmal ins Riesenrad. Das ist langsam, die Kabinen waren überdacht und man konnte den Park prima übersehen. So konnten wir auch schon mal den Wasserpark abchecken.

Danach habe ich mich erstmal mit Wasser in den Schatten gesetzt. Letzteres ist recht schwer in Six Flags Park. Es gibt nicht so wahnsinnig viele Bänke, gemessen an der Besucherzahl und die meisten Bänke stehen in der prallen Sonne.

Jan hat derweil eine kleine Runde auf einer Art Überschlagsschaukel (Double inverting ride) gedreht, naja, nicht ganz ne Schaukel. War ok und recht harmlos nach seiner Beschreibung.

Dann ging es zu Batman und ich war mehr als gestört, mich da noch anzustellen. Erst steht man in der prallen Sonne und dann quetscht es einen in den Sitz...nach dem Ritt hatte ich Mühe mein spärliches Frühstück nicht rumzuzeigen. Für mich war der Tag gelaufen...der alte Mann brauchte ab sofort seine Ruhe.

Während ich mich mit einem Eistee in den Schatten einer Fressbude gesetzt habe, hat Jan den Wooden-Coaster Cyclone gemacht und danach noch Flashback. Flashback ist eine Achterbahn, die nicht geschlossen ist, d.h. erst geht es vorwärts hin und dann rückwärts durch alle Loopings wieder zurück. Ja, das soll es in sich haben.

Wir haben uns dann auf den Weg in den Badepark gemacht und uns mal orientiert. Vorher noch unsere Sachen aus dem Schliessfach geholt, weil wir ja angenommen haben, dass es im Badepark Schliessfächer gibt, um die Sachen nach der Umkleide einzuschliessen...ja, gibt es auch. Kostet 12 Dollar pro Fach! Wir haben uns dann spontan entschlossen unsere Sachen am Rollercoaster für 50 Cent einzuschliessen und nur Sachen mit ins Bad zu nehmen, die auch geklaut werden können, ohne einen Verlust darzustellen. Das bedeutete zwar, durch den Park zu latschen, aber das war es uns wert.

Auf dem Weg zum Schliessfach zogen dunkle Wolken auf und eine Durchsage kündigte an, dass viele Attraktionen temporär schliessen werden. So bliebt es dann auch 1.5-2h und auch das Bad wurde hermetisch abgeriegelt...naja, zumindest die Wasserflächen. Leider änderte das nix an der Menge an Leuten, die im Park waren. Wir sind derweil bei Subway was Essen gegangen. Dann hat es auch noch geregnet.

Also haben wir uns unter einen Sonnenschirm gesetzt. Eine Minute später wurden wir vertrieben, weil alle Sonnenschirme wegen Sturm geschlossen wurden. Häh? Sturm? Es hat in den 2h kaum ein Wind geweht! Hätte man die Schirme nicht erst schliessen können, wenn ein Lüftchen geweht hätte. Angsthasen!

Dann sind wir zum evakuierten Badepark zurück gegangen und haben uns köstlich über die Menge an Personal und die Sicherheitsvorkehrungen amüsiert (11 + X ApdeiDng). Es ist ja ok und auch richtig, dass bei Gewittergefahr die Wasserflächen geräumt werden, aber muss dass gleich mit riesigen Zirkus ablaufen? Wir haben uns derweil auf Liegen gelegt, die merkwürdigerweise frei waren...zwei Minuten später wussten wir auch warum. Ein Rettungsschwimmer hat uns mit Kommandoton verscheucht...wir wissen nicht warum. Eventuell, weil wir unter einem sonnenschirmartigen Holzdach sassen?

Während des Parknotstandes, haben wir uns mit Getränken (3 Dollar für 710ml Wasser oder Cola) über Wasser gehalten. Zusätzlich haben wir noch Leute schauen betrieben. Am besten waren die Leute, die grosse Plüchtiere gewonnen hatten. Ein Kerl hat sich doch glatt mit einem Plüschesel abgeschleppt, der nahezu im Massstab 1:1 war. Der Esel, nicht der Kerl!

Interessanterweise haben die Damen im prüden Amerika alles rausquellen lassen, was sie zu bieten haben und das ist in den meisten Fällen sehr viel. Mit grossen Augen dasitzend, haben wir uns dann aber darauf geeinigt, dass die wenigstens Damen wirklich attraktiv waren. Man sieht hier den Fettfaktor leider an fast jeder Frau. Allen anderen sind dürr oder unschuldig jung. Und beim Wort Fettfaktor meine ich nicht einen runden Hintern oder ein Gramm Zierde, nein, es ist richtig unattraktiv und wird dann auch noch zur Schau gestellt. Wer mag, kann dieses Bild bei Kentucky-Blues als Vergleich heranziehen.

Im Badepark gab es unendlich viel Aufsichtspersonal. An jedem Wasserloch gibt es mindestens drei Rettungsschwimmer, zwei Techniker, zwei Sicherheitsleute, zwei Manager und noch jede Menge andere wichtige Personen.

Im ganzen Park übrigens gibt es gegen Aufpreis auch überall eine Fastlane, d.h. man muss sich nicht anstellen, sondern kann ganz nach vorn in der Schlange gehen bzw. hat ne eigene Spur. Im Badepark kostete sowas 8 Dollar und war mit einem blauen Baderutschradschlauchboot verbunden. Schliesslich darf man in den USA nicht einfach so rutschen, sondern muss was unter dem Hintern haben. Alle anderen hatten gelbe Rutschboote.

Dann machte der Park endlich wieder auf und wir hatten keinen Bock mehr, weil der Wasserpark so voll war, wie Ostseestrandbänder zu DDR-Zeiten. Also haben wir uns noch was Kühles für den Weg nach Hause geholt und sind gen Boston aufgebrochen. Ab 16 Uhr ist ürigens der Eintritt billiger, was dazu führt, dass Millionen von Menschen in den Park wollen.

Wir sind dann natürlich nicht mit dem Shuttle zum Parkplatz gefahren! Die Heimfahrt war unspektakulär. Nur einmal Tanken (SUV halt ;-) und einen Fruchtshake abfassen.

Als ich endlich wieder im Hotel war, habe ich mich nur noch unter die Dusche gestellt und alle Fünfe gerade sein lassen...voll fertig. Leichter Sonnenbrand und ein flaues Gefühl im Magen. Es war ein toller Tag, aber für mich bitte nur der Badepark beim nächsten Mal und das Ding nur unter der Woche mit deutlich weniger Besuchern.

Gesamtstand an ApdeiDng ca. 50-70. So kann man auch die Leute beschäftigen. Kleiner Nachteil war nur, dass natürlich nur junge Leute diese Jobs hatten, also Studenten, Collegeschüler und andere Teens. Es gab kaum ältere Arbeitskräfte.

Trivia: Sixflags ist eine börsennotierte Firma und hat 2004 knapp über eine Milliarde Dollar Umsatz gemacht. Der Gewinn lag dabei bei 300 Millionen. Nach meiner Meinung hauptsächlich aus den Einnahmen aus Schliessfachvermietungen.

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Torsten Mangner

"ApdeiDng" ... *lol*
"Nach meiner Meinung hauptsächlich aus den Einnahmen aus Schliessfachvermietungen" ... nochmal *lol*
2005-06-13 - 10:52:21 - Torsten Mangner

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