Schulden, Klimawandel, Starbucks und Stillen

Ich habe Schulden bzw. ich schulde Euch was, nämlich Text. Hier war es die letzten Tage so ruhig, dass man glatt an den Weltfrieden glauben könnte. Passend zur Situation sitze ich im Barnes & Noble, trinke einen Espresso und schlürfe einen Eistee. Gerade bin ich vom chinesischen Knettsalon zurück und auf dem Wege habe ich mir noch Chicken Teriyaki beim Japaner eingeworfen. Fast-Food-Japaner, also eher so lala.

Diese Tage stand in der Zeitung, dass der Klimawandel doch schneller geht und es von heute auf morgen wohl einfach mal Zapp macht und alles ist anders - wohl zu viel "The Day after Tomorrow" geschaut. Immer mehr bin ich der Meinung, dass wir uns umsonst den Arsch aufreissen. Die Menschheit lernt nur durch Schmerz. Die ärmere Länder sagen natürlich erstmal: "Ihr habt 100 Jahre die Sau rausgelassen, jetzt sind wir dran." Klar doch, denn wir machen es ja vor. Jeder hat ein Auto oder zwei, jeder ein Haus... oder zwei. Jeder zwei Fernseher, einen Kühlschrank und noch jede Menge andere Annehmlichkeiten. Nicht zu vergessen, jeden Tag zu viel zu essen.

Ist doch logisch, dass jeder erstmal da ankommen will, bevor man über Probleme nachdenkt, die man noch überhaupt nicht hat. Über eine Milliarde Menschen haben nicht genug zu Essen, aber ca. 500 Millionen Menschen sind auf dem besten Weg zu fett zu werden, wenn sie es nicht schon sind.

Themenschock voraus. Ich wollte eigentlich heute total vom Leder ziehen, aber da heute schon wieder morgen ist und ich auch morgen nichts geschrieben habe, hört es so plötzlich auf, wie es begonnen hat.

Wenn sich eine Frau auf einen Sessel setzt, ihre Beine anwinkelt und sich quasi reinkuschelt, dann hat der Typ gegenüber schon gewonnen. Sie fühlt sich wohl und das ist seine Chance. Ausserdem lehnt sie sich nach vorn, damit er sehen kann, was im Angebot ist und sie spielt mit und wühlt in ihrem Haar. Ich würde das Angebot als durchaus ausladend einstufen, wobei das Wort eigentlich eher einladend heissen müsste. Er wird durch das ausladende Angebot eingeladen... was für ein Wortspiel. Dumm nur, dass man sowas nicht sieht, wenn man der Typ gegenüber ist, sondern einem das nur als unbeteiligter Dritter auffällt.

Übrigens sitze ich jetzt in einem Starbucks und es sind bereits weitere 4 Tage vergangen und ich habe keine Zeile auf die Reihe bekommen. Jetzt textet sie ihrer Freundin wohl gerade, wie gut es läuft und ob sie noch nen Zahn zulegen soll.

Die Beiden sind jetzt weg und ich auch. Es ist Samstag und ich sitze im Café Ultimate Perk in Andover, MA. Eigentlich wollte ich ins Starbucks weiter oben, aber das war voll und ich konnte mich nicht hinsetzen. Deswegen bin ich einfach weiter durch Andover gelaufen und habe mir ein privates kleines Café gesucht. Es ist zwar nett, aber noch kulturloser als Starbucks. Keine Tassen, keine Teller, keine Löffel. Der Muffin ist zwar hart, aber schmeckt. Der Latte ist gut, aber halt aus einer Papptasse.

Gerade hopste der tägliche nervige Besucher durch den Laden. Keine Ahnung wer er war, aber er hat die Bedienung ordentlich mit Fragen und Geschichten aus dem Ort gequält. Sie kannte ihn und hat ordentlich und höflich mitgespielt. Ich fühle mich irgendwie nur bedingt wohl, da die Mädels nicht wie die Besitzer aussehen, sondern wie die Aushilfen, die wenig Lust haben. Ich mag oft an den kleinen Cafés, dass der Besitzer oder die Besitzerin mit Charme unterwegs sind und die Sache persönlicher gestalten.

Andover ist übrigens sehr nett und fast schon klassisch amerikanisch. So stellt man sich eine Kleinstadt in den USA vor. Sie haben es geschafft, das Flair zu erhalten, dass kleine Innenstädte ausstrahlen. Leider habe ich meine Kamera nicht dabei, um Euch die Innenstadt zu zeigen.

Was mich nur wundert, dass das Café kaum Besucher hat. Ich sitze hier komplett allein und bisher waren nur 2 anderen Kunden da, die mit dem Kaffee weggerannt sind. Wenn man von Gästen spricht... ein Paar mit Baby. Gerade kommt noch ein Mädchen in einem Cheerleader-Outfit rein. Holy Cow! Da kann man schon mal die Schmerzen des Lebens für eine Weile vergessen. Die Dame mit Baby beginnt übrigens gerade ihr Baby zu stillen. Was mich wundert, da hier doch eigentlich immer Aufschreie durch die Welt gehen, wenn man eine Brust in der Öffentlichkeit sieht. Ich erinnere mich an Debatten in den Zeitungen, ob das "appropriate" ist oder nicht. Ich habe keine Schmerz mit und sie auch nicht... fein... so muss die Welt funktionieren.

Toni und Rich sind übrigens die Inhaber des Ladens. Das eine Mädel hinterm Tresen hat gerade mit Zählen vom Trinkgeld begonnen und ihre Kollegin hat sie ermahnt, dass sie es hinten machen sollen, weil Toni und Rich es bestimmt nicht witzig finden werden. Auch habe ich gerade an einem Zettel an der Wand gelesen: "Toni & Rich Hadad, and the Ultimate Perk Staff". Mein Notebook ist jetzt total krümelig und der Muffin bringt mich um... so reichhaltig und so gross ist er.

Mein Plan für heute heisst, keinen Plan zu haben, denn es ist mal Rumfaulenzen angesagt. Ich suche gerade nach einem WLAN in der Nähe. 18 Stück ballern auf mich ein. Irgendein WLAN von einem Friseur scheint offen und zu gehen. Mal schnell nach Mail schauen. Banking mache ich darüber nicht, ausserdem ist es langsam.

Draussen haben wir heute ein angenehm kühles, aber sonniges und leicht windiges Wetter. Perfekt für einige Meter durch die Innenstadt. Es ist übrigens schwer sich von der Arbeit zu lösen. Ständig denke ich über Ideen nach, die man noch Umsetzen müsste. Dinge, die man noch nicht erledigt hat... so ein Mist. Ich kann nicht abschalten.

Das Kind heisst übrigens Piper - "Pfeifer" und ist damit ein Mädchen. Gerade auch was Neues gelernt, beim Leo plündern. "Who pays the piper calls the tune." - "Wer bezahlt, darf auch bestimmen." Das stammt bestimmt noch aus der Zeit, als Musikanten an den Tisch kamen, um das Gasthaus zu beschallen.

Ok, ich leite jetzt mal das Ende der Zeilen ein, denn sonst kommen die Dinger nie online. Macht es gut!

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