Spass mit Greyhound für nur 49 Dollar

Hier der versprochene spektakuläre Erlebnisbericht von unserer New York Reise am Wochenende.

Mit dem Auto nach New York zu fahren macht keinen Sinn. Die Stadt ist zu unübersichtlich und Parken ist unerschwinglich, zudem fährt man ungefähr 4h. Man kann auch von Boston aus den Zug nehmen, da ist man dann mit $144 Dollar hin- und zurück dabei. Oder man nimmt den Bus und löhnt nur $49. Die Fahrzeit ist vergleichbar, also auch ca. 4h. Es gibt noch einen ICE-ähnlichen Zug, der nur knapp über 3h braucht, aber der kostet noch etwas mehr. Man kann noch fliegen, aber kurzfristig ist es nicht wirklich eine Option. Wir haben also den Bus genommen und bekamen sogar ordentlich etwas geboten.

Nachdem wir schon mehr als 3.5 Stunden unterwegs waren und bereits durch New York Harlem fuhren, wollte der Bus nicht mehr so richtig. Er kroch plötzlich nur noch und der Busfahrer kämpfte mit dem Automatikgetriebe. An einer Kreuzung zog bereits eine riesige Rauchwolke quer über die Strasse. Dann kam auch schon die Ansage vom Busfahrer: "Wir haben Motorprobleme, eigentlich Getriebeprobleme. Deswegen werden wir nur langsam rollen, aber noch pünktlich im Bus Terminal ankommen. Ein Ventil klemmt scheinbar."

Wenige Minuten später qualmte es im hinteren Teil des Busses im Innenraum und die Fahrgäste wurden panisch. Wir hielten an und sprangen raus. In Geistesgegenwart habe ich meinen Fotorucksack mitgeschleift.

Mit einem lauten Knall explodierte etwas im Motorraum und eine brennende Öllache bildete sich unter dem Bus. Dichter schwarzer Rauch kroch aus allen Öffnungen und am Auspuff züngelten Flammen.

Schon stand der erste Streifenwagen der NYPD (New York Police Department) mit Blaulicht hinter uns und der Busfahrer kämpfte mit seinem Feuerlöscher gegen die Flammen im Motorraum. Sekunden später standen zwei Trucks der New Yorker Feuerwehr hinter dem Bus und blockierten die komplette Strasse für den restlichen Verkehr.

Relativ unaufgeregt schauten sich die Feuerwehrleute die Sache an, packten den Hochdruckschlauch aus und hielten in den Motorraum des Busses rein. Weisse Rauchwolken lösten die schwarzen ab und eine dicke ölige Schlammlawine lief in die Kanalisation. Die Jungs löschten bzw. kühlten mit Wasser, also war klar, dass keine Dieselleitung betroffen war und nur das heisse Öl aus dem Automatikgetriebe im Motorraum sich verteilt und an einem bewegten Teil entzündet hatte.

Minuten später dampfte unser Bus noch leicht und die Feuerwehr rückte wieder ab. Ich unterhielt mich mit dem Cop und erzählte ihm, dass wir in dem Bus sassen und aus Boston gekommen waren. Amerikaner lieben solche Geschichten. Ich muss aber ehrlich sagen, dass mein Englisch durch die Aufregung doch etwas gelitten hatte, jedenfalls ging es nicht so flüssig von den Lippen bzw. holperte sichtlich. Hier hätten wohl zwei Bier Wunder wirken können.

15min später stand ein Ersatzbus bereit und wir sind, inkl. dem Unglücksbusfahrer und dem Dispatcher von Greyhound, zum Terminal gefahren. Der Schrottbus blieb allein am Strassenrand stehen. Ihn wird wohl in der Nacht ein Abschlepptruck geholt haben. Im Bus haben wir alle noch Unfallteilnahmeformulare ausgefüllt und dann waren wir auch schon da.

Für 49 Dollar bekommt man bei Greyhound ordentlich was geboten. Da kann man echt nicht meckern. Ehrlicherweise muss man aber sagen, dass die Bahn (Amtrak) am Vortag eine vergleichbare Aktion für Reisende zwischen Washington und New York veranstaltet hatte. Dort sassen die Leute 3h ohne Strom in den Zügen und einige Glückliche durften diese Zeit sogar im Tunnel unter dem Hudsonriver verbringen.

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Toby

einfach nur cool.
ich hab selten so gelacht.
die flugstory war auch erste sahne. du erlebst ganz schön was.

hoffe deiner ma gehts gut.
2006-06-02 - 14:29:53 - Toby

Rene99

Ma ist wieder zu Hause. Geht ihr gut. Leichte Herzverengung, aber mit 71 normal.
2006-06-02 - 14:40:13 - Rene99

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