Warum Briefe der Steuer nicht mit der Post kommen

Geld

Gerade versuche ich mir vorzustellen, ob die Kinder von heute andere Vorbilder haben und nicht Feuerwehrmann und Krankenschwester werden wollen?! "Mama, ich möchte Postchef werden!" wird aber doch eher ein selten gehörter Ausspruch sein. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass unter Wirtschaftsstudenten dieser Ausspruch wohl deutlich populärer sein dürfte. Und damit wären wir auch schon beim Thema: "Habe ich Herrn Zumwinkel bei der Steuerhinterziehung geholfen, weil ich Briefe mit der Deutschen Post verschickt habe?"

Die Frage ist natürlich so ernst, wie sie unsinnig ist und damit wollen wir die Fragestellung auch gleich wieder vergessen und uns direkt mit den Geschäften der höchsten Tiere auseinandersetzen. Deswegen lautet die nächste Frage: "Hinterzieht man Steuern, weil man reich ist oder wird man reich, weil man Steuern hinterzieht?"

Diese Frage wiederum dürfte nicht eindeutig zu beantworten sein und deswegen soll sie uns auch nicht interessieren und kommen damit spontan zu Frage: "Warum machen sich Leute mit viel Geld mehr Sorgen um das Geld, als Leute mit wenig Geld?" Das lässt uns die Theorie erstellen, dass Geld immer mit Sorgen verbunden ist und deswegen eine Erhöhung der Geldmenge auch zur Erhöhung der Sorgen führt. Kurz, es kommt zur Sorgeninflation.

Das steht jetzt aber im Widerspruch zur Steuerhinterziehung, da ja das Finanzamt eigentlich uns einen Teil der Sorgen abnimmt. Warum will man seine Sorgen also nicht teilen? Ich weiss auch nicht, aber ich weiss, dass man, sobald man über Steuervermeidungs- und Steuersparmodelle nachdenkt, recht schnell im Strudel dieser Gedanken festhängt bzw. einfach nur noch von den Sorgen ums Geld (nicht verwechseln mit Geldsorgen) geleitet wird. Deswegen habe ich mich schon vor langer Zeit von dieser sinnlosen Centgraberei verabschiedet. Wenn ich hier lebe, dann habe ich Steuern zu zahlen. Punkt. Es ist nicht schön, aber es ist so. Will ich weniger Steuern zahlen, dann ziehe ich weg.

Wobei die Diskussion über höhere Strafen für Steuerhinterziehung aus meiner Sicht in die falsche Richtung geht. Bekanntlich schrecken ja höhere Strafen nicht ab, sondern machen nur noch kreativer. Einzig der Todesstrafe dürfte die meisten Leute abschrecken, aber ganz auf Menschlichkeit sollte man nicht verzichten - obwohl ja eigentlich schon das Geld des Grossteil der Menschlichkeit vernichtet, da kommt es ja auf den Rest eigentlich auch nicht mehr an.

Das wahre Problem liegt doch einfach nur in den unübersichtlichen Steuergesetzen, die für Leute mit Geld und damit für Leute mit Scharen von Beratern ausreichend Schlupflöcher lassen. Der kleine Mann versteht nichts davon und kann sich auch niemanden leisten, der sich darum kümmert. Damit wäre die Todesstrafe zwar eine Lösung, aber insgesamt helfen nur einfache und sinnige Steuergesetze.

25% pauschal auf alle Einnahmen und 10,000 Euro Freibetrag pro Nase, Familien veranlagen gemeinsam und die Kinder zählen als Steuerzahler ohne Einkommen und sind bis 18 Jahren auf die Eltern anrechenbar. Punkt. Keine Klauseln, keine Ausnahmen. Egal wo das Geld herkommt, egal ob es Geld oder was zum Anfassen ist. Nur so kann Steuerhinterziehung der Nährboden entzogen werden. Es darf nicht attraktiv sein und es darf keine Möglichkeiten geben, Steuern zu hinterziehen bzw. sich überhaupt Gedanken machen zu wollen, um Steuern zu sparen.

So, jetzt habe ich keine roten Faden gehabt. Aber auch egal, denn mit einem roten Faden hätte ich auch keine Steuern gespart.

Photo by yomanimus under CC-BY-2.0

YetAnotherBlog - Warum Briefe der Steuer nicht mit der Post kommen Gerade versuche ich mir vorzustellen, ob die Kinder von heute andere Vorbilder haben und nicht Feuerwehrmann und Krankenschwester werden wollen?! "Mama, ich möchte Postchef werden!" wird aber doch eher ein selten gehörter Ausspruch sein. Allerdi...

Watson

Vielleicht solltest Du doch Kanzler werden.

Aber damit hättest Du die Jobs aller Steuer-Finanz und was weiß ich noch für Berater vernichtet. Wieviele das wohl wären ? Supertext.
2008-02-17 - 22:54:06 - Watson

Rene99

@Watson: Danke mein verehrter Leser.
2008-02-17 - 22:55:48 - Rene99

tobias

klasse *g*
2008-02-18 - 07:06:01 - tobias

wiemi

Dein Steuermodell klingt verlockend, aber ich sehe bereits die Massen von Ausnahmen/Sonderfällen, die hinzu kommen werden.
Allein die Frage, was alles als "Einnahmen" zählt...

BTW: Hat nicht Obama in seinem Wahlprogramm ein ähnliches Modell?
2008-02-18 - 09:59:43 - wiemi

CountZero

wieso kein roter faden?
der ganze beitrag ist tiefdunkelrote gleichmacher-politik. ich bin auch kein freund unserer komplizierten steuergesetze, jedoch halte ich die steuerprogression höherer einkommen für "sozialer" als pauschal alles und jeden gleich zu besteuern.
2008-02-18 - 19:50:08 - CountZero

Kommentar hinzufügen