Whitewater Rafting mit Scary Larry
Vorletztes Wochenende sind wir nach West-Massachusetts aufgebrochen, um uns in einem Boot den Deerfield River hinabzustürzen. In der Fachsprache auch Whitewater Rafting genannt.
Am Samstag sind wir also nach Charlemont gefahren. Unsere Fahrt führte uns ca. 2.5h westwärts auf dem Interstate-495 und dem Highway-2. Letzterer ist sichtlich idyllisch in seinen westlichen Teilen in Massachusetts und führt durch verschlafene Nester, in denen die Uhren deutlich langsamer Ticken als ohnehin in den USA.
Wir sind einen Tag eher los, Rafting war erst am Sonntag, aber durch die 2.5h Fahrt und die Startzeit des Rafting um 8:30 Uhr hielten wir es für nicht übertrieben es doch ruhiger anzugehen. So hatten wir geplant, uns noch auf eine kurze Wanderung einzulassen, nachdem wir ein Nachtlager gefunden hatten.
Nachdem wir Charlemont angekommen waren, haben wir erstmal beim Veranstalter nachgefragt, ob alles klargeht und ob wir noch besondere Sachen brauchen. Der freundliche Herr hinter dem Tresen hat uns auch gleich noch mit Hoteltipps und einem Anruf beim Hotel versorgt, so dass wir uns dann recht schnell niederlassen konnten.
Jan hat sich mit dem Zelt auf einen nahegelegenen Zeltplatz für 22 Dollar die Nacht niedergelassen. Wir sind für 86 Dollar in ein Zweibettzimmer im Motel eingezogen.
Da das Motel sehr schön ruhig liegt und selbstverständlich über Grills verfügt, haben wir unsere Pläne angepasst und sind noch schnell in den Supermarkt gesprungen. Dort haben wir fleissig Grillzubehör erworben, also Holzkohle, Anzünder, Steakfleisch, Burgerzubehör (Brötchen, Gurken, Fleischscheiben), sowie ausreichend Sachen gegen den Durst.
Dann haben wir noch Freunde eingeladen, die auch einen Tag eher zum Rafting aufgebrochen waren und haben den Grill angewärmt. Wie man sehen kann, haben wir uns nicht lumpen lassen und ordentlich Spass gemacht, damit der Grill auch schön heiss wird.
Dann gab es selbstgemachte Burger, leider ohne Salat und Tomate, war uns dann doch etwas zu umständlich. Natürlich gab es auch reichlich Steakfleisch. War alles prima und alle waren mehr als satt danach. Als uns dann die Insekten in größeren Scharen angriffen, haben wir das Outdoorgrillen beendet und haben uns in die Feder gelegt.
In der Nacht habe ich mich etwas gequält im Bezug auf Schlaf. Erst hat mich ein Megazug aus dem Bett geworfen. Die amerikanischen Züge sind elend lang und haben bis zu 8 Loks. Nachdem das Ding vorbei war (wir haben übrigens die Bahnstrecke nicht sehen können, war also ausreichend weit weg), ist mir ein tropfender Wasserhahn und eine klappernde Jalousie auf den Keks gegangen, von der Klimanlage des Nachbargebäudes mal ganz zu schweigen.
Um 7 sind wir dann aufgestanden, um den wunderbaren Morgen zu geniessen und ein hausgemachtes Frühstück im nahegelegenen Restaurant zu verspeisen. Kleine Familienrestaurants sind doch noch die besten. Da ist noch Flair dahinter, da wird auch mal geschwatzt und ständig Kaffee nachgeschenkt. Alles ist natürlich frisch zubereitet.
Los ging es zum Rafting. Unser Veranstalter war Moxie Outdoor Adventures. Keine schlechte Wahl, wie sich noch zeigen sollte. Zuerst konnte man noch Kleidung zumieten, also Ganzkörperanzüge, Schuhe und/oder Spritzwasserjacken. Die meisten von uns haben sich mit der Spritzwasserschutzjacke zufrieden gegeben.
Die obligatorische Sicherheitsbelehrung kam als Nächstes. War wenigstens recht lustig. Danach wurden die Boote besetzt. Jedes Boot hat einen Guide bekommen. Hier keimte ja kurzzeitig in mir die Hoffnung auf, dass wir als Vollmännerboot entweder Vanessa oder Stephanie zugeteilt bekommen. Aber nein, wir haben Larry abbekommen. Mit dem zynischen Kommentar des Organisators, dass wir Scary Larry doch vorher fragen sollten, ob er auch seine Medizin genommen hat.
In Erwartung einer sichtlichen Katastrophe haben wir dann nach einer längeren Busfahrt zum Startpunkt eine Outdoorlegende mit Bart, bunten Klamotten und grosser Klappe vorgefunden. Na dann mal los...
Also das Boot ins Wasser getragen und Sitzplatz eingenommen, natürlich Helm und Schwimmweste vorher angezogen. Dann ging es auch schon los. Larry hat immer wieder Kommandos geschrien und wir haben wie die Weltmeister gepaddelt. Erstmal paar Testrunden und dann ging es langsam los.
Es war ein Heidenspass. Wir sind die Stromschnellen runtergetobbt und haben uns ordentlich nass gemacht. Larry hat uns in mit dem Boot zum Surfen gebracht, also quasi in den ruhigen Teil hinter einer Stromschnelle reingehangen und dort das Boot bis zum Anschlag volllaufen lassen...
Es war herrlich, zudem hatte ich auch die Chance auf eine Ausseninspektion des Bootes, da es mich an einem grossen Felsen physikalisch bedingt aus dem Boot gehauen hatte. Das Paddel fest an mich gepresst habe ich dann auf Hilfe gewartet und bin dabei sanft den Fluss hinabgetrieben. Larry hat mich dann wieder reingeholt.
Der Schluss war am besten, da hingen wir auf einem Felsen in einer Strömung fest. Das Boot war mehrere Zentimeter unter Wasser, aber wir sassen noch drin und durch nach vorn klettern und hauruck habe wir das Ding wieder zum Schwimmen bekommen. Larry hatte riesig Spass, denn uns muss doch etwas die Panik in den Augen gestanden haben.
Das Rafting war super cool, einzig die langen Pausen zwischen den schnellen Passagen waren langweilig. Wir haben bis zu 30min auf die anderen Boote gewartet. Für die Experten noch die Info, dass es Level 3 und 4 Stromschnellen waren.
Fazit: Spitze! Gern wieder und auch gern wieder mit Scary Larry. Von Stephanie und Vanessa hätte ich eh nix gehabt, weil ja noch 6 andere Kerle im Boot waren ;-)
Es hat sich übrigens nicht kalt angefühlt im Wasser und auf dem Boot auch nicht (Sonne hat zum Kniesonnenbrand gereicht), aber trotzdem war ich erstmal eine Woche erkältet. Offene Fenster im Bus sind halt nicht mein Ding in nassen Sachen.
Am Samstag sind wir also nach Charlemont gefahren. Unsere Fahrt führte uns ca. 2.5h westwärts auf dem Interstate-495 und dem Highway-2. Letzterer ist sichtlich idyllisch in seinen westlichen Teilen in Massachusetts und führt durch verschlafene Nester, in denen die Uhren deutlich langsamer Ticken als ohnehin in den USA.
Wir sind einen Tag eher los, Rafting war erst am Sonntag, aber durch die 2.5h Fahrt und die Startzeit des Rafting um 8:30 Uhr hielten wir es für nicht übertrieben es doch ruhiger anzugehen. So hatten wir geplant, uns noch auf eine kurze Wanderung einzulassen, nachdem wir ein Nachtlager gefunden hatten.
Nachdem wir Charlemont angekommen waren, haben wir erstmal beim Veranstalter nachgefragt, ob alles klargeht und ob wir noch besondere Sachen brauchen. Der freundliche Herr hinter dem Tresen hat uns auch gleich noch mit Hoteltipps und einem Anruf beim Hotel versorgt, so dass wir uns dann recht schnell niederlassen konnten.
Jan hat sich mit dem Zelt auf einen nahegelegenen Zeltplatz für 22 Dollar die Nacht niedergelassen. Wir sind für 86 Dollar in ein Zweibettzimmer im Motel eingezogen.
Da das Motel sehr schön ruhig liegt und selbstverständlich über Grills verfügt, haben wir unsere Pläne angepasst und sind noch schnell in den Supermarkt gesprungen. Dort haben wir fleissig Grillzubehör erworben, also Holzkohle, Anzünder, Steakfleisch, Burgerzubehör (Brötchen, Gurken, Fleischscheiben), sowie ausreichend Sachen gegen den Durst.
Dann haben wir noch Freunde eingeladen, die auch einen Tag eher zum Rafting aufgebrochen waren und haben den Grill angewärmt. Wie man sehen kann, haben wir uns nicht lumpen lassen und ordentlich Spass gemacht, damit der Grill auch schön heiss wird.
Dann gab es selbstgemachte Burger, leider ohne Salat und Tomate, war uns dann doch etwas zu umständlich. Natürlich gab es auch reichlich Steakfleisch. War alles prima und alle waren mehr als satt danach. Als uns dann die Insekten in größeren Scharen angriffen, haben wir das Outdoorgrillen beendet und haben uns in die Feder gelegt.
In der Nacht habe ich mich etwas gequält im Bezug auf Schlaf. Erst hat mich ein Megazug aus dem Bett geworfen. Die amerikanischen Züge sind elend lang und haben bis zu 8 Loks. Nachdem das Ding vorbei war (wir haben übrigens die Bahnstrecke nicht sehen können, war also ausreichend weit weg), ist mir ein tropfender Wasserhahn und eine klappernde Jalousie auf den Keks gegangen, von der Klimanlage des Nachbargebäudes mal ganz zu schweigen.
Um 7 sind wir dann aufgestanden, um den wunderbaren Morgen zu geniessen und ein hausgemachtes Frühstück im nahegelegenen Restaurant zu verspeisen. Kleine Familienrestaurants sind doch noch die besten. Da ist noch Flair dahinter, da wird auch mal geschwatzt und ständig Kaffee nachgeschenkt. Alles ist natürlich frisch zubereitet.
Los ging es zum Rafting. Unser Veranstalter war Moxie Outdoor Adventures. Keine schlechte Wahl, wie sich noch zeigen sollte. Zuerst konnte man noch Kleidung zumieten, also Ganzkörperanzüge, Schuhe und/oder Spritzwasserjacken. Die meisten von uns haben sich mit der Spritzwasserschutzjacke zufrieden gegeben.
Die obligatorische Sicherheitsbelehrung kam als Nächstes. War wenigstens recht lustig. Danach wurden die Boote besetzt. Jedes Boot hat einen Guide bekommen. Hier keimte ja kurzzeitig in mir die Hoffnung auf, dass wir als Vollmännerboot entweder Vanessa oder Stephanie zugeteilt bekommen. Aber nein, wir haben Larry abbekommen. Mit dem zynischen Kommentar des Organisators, dass wir Scary Larry doch vorher fragen sollten, ob er auch seine Medizin genommen hat.
In Erwartung einer sichtlichen Katastrophe haben wir dann nach einer längeren Busfahrt zum Startpunkt eine Outdoorlegende mit Bart, bunten Klamotten und grosser Klappe vorgefunden. Na dann mal los...
Also das Boot ins Wasser getragen und Sitzplatz eingenommen, natürlich Helm und Schwimmweste vorher angezogen. Dann ging es auch schon los. Larry hat immer wieder Kommandos geschrien und wir haben wie die Weltmeister gepaddelt. Erstmal paar Testrunden und dann ging es langsam los.
Es war ein Heidenspass. Wir sind die Stromschnellen runtergetobbt und haben uns ordentlich nass gemacht. Larry hat uns in mit dem Boot zum Surfen gebracht, also quasi in den ruhigen Teil hinter einer Stromschnelle reingehangen und dort das Boot bis zum Anschlag volllaufen lassen...
Es war herrlich, zudem hatte ich auch die Chance auf eine Ausseninspektion des Bootes, da es mich an einem grossen Felsen physikalisch bedingt aus dem Boot gehauen hatte. Das Paddel fest an mich gepresst habe ich dann auf Hilfe gewartet und bin dabei sanft den Fluss hinabgetrieben. Larry hat mich dann wieder reingeholt.
Der Schluss war am besten, da hingen wir auf einem Felsen in einer Strömung fest. Das Boot war mehrere Zentimeter unter Wasser, aber wir sassen noch drin und durch nach vorn klettern und hauruck habe wir das Ding wieder zum Schwimmen bekommen. Larry hatte riesig Spass, denn uns muss doch etwas die Panik in den Augen gestanden haben.
Das Rafting war super cool, einzig die langen Pausen zwischen den schnellen Passagen waren langweilig. Wir haben bis zu 30min auf die anderen Boote gewartet. Für die Experten noch die Info, dass es Level 3 und 4 Stromschnellen waren.
Fazit: Spitze! Gern wieder und auch gern wieder mit Scary Larry. Von Stephanie und Vanessa hätte ich eh nix gehabt, weil ja noch 6 andere Kerle im Boot waren ;-)
Es hat sich übrigens nicht kalt angefühlt im Wasser und auf dem Boot auch nicht (Sonne hat zum Kniesonnenbrand gereicht), aber trotzdem war ich erstmal eine Woche erkältet. Offene Fenster im Bus sind halt nicht mein Ding in nassen Sachen.







Torsten Mangner