Wurflationrate bei 7%
Ich erinnere mich, dass ich vor gut 10 Jahren in Jena unter 2 DM für eine Thüringer Bratwurst bezahlt habe - ich glaube 1,80 DM. Es ging dann langsam rauf auf 2,50 DM. 2004 kostete die Wurst 1,60 EUR, jetzt sind wir bei 1,80 Euro.
Wenn ich richtig rechne bzw. die Tabellenkalkulation richtig bedient habe, dann ist das eine Wurflationsrate von 7%. Interessant ist, dass diese niedrige Rate zu einer Verdoppelung des Preises innerhalb von 10 Jahren führte. Das nennt sich übrigens Zinseszins-Effekt. Wenn wir die durchschnittliche politisch propagierte Inflationsrate von 2% pro Jahr annehmen, dann dürfte die Wurst heute nur 1,12 Euro kosten.
Photo by markwick's under CC-BY-2.0

Watson
littleandy
littleandy
crosa
Sehr spannend sind die neuen Ich-Ags. Eine 2 Meter große Cola-Dose mit einem Verkäufer + Grill darin. Der verkauft 3 im Weckla für 1,- o.O
Rene99
littleandy
Rene99
watson
Kommt drauf an wo Du in Thüringen bist. Sage niemals in Erfurt Roster, da wirst Du geköpft ...
achmensch
Roster sagt man eher in Ostthüringen, da liegt Jena an der westlichen Grenze. Jenenser sagen eigentlich Bratwurst.
CountZero
überall hör ich immer nur das gemecker, alles sei so wahnsinnig teuer geworden, doch die naheliegenden und logischen konsequenzen daraus, nämlich radikalen konsumboykott, zieht irgendwie niemand.
was übrig bleibt, ist nutzloses jammern auf hohem niveau.
emily
CountZero
das problem sind weniger die sich der inflation nicht vollkommen anpassenden gehälter als vielmehr ein aus alter gewohnheit erwachsenes anspruchsdenken.
warum muss beispielsweise der hartz4-empfänger nen flatpanel-fernseher in quadratmetergröße an der wand hängen haben?
warum muss sich die vierköpfige familie unbedingt den spritsaufenden SUV vor die haustüre stellen?
müssen alle blagen in der family schon mit zehn jahren ein teures handy besitzen?
ist ein pay-tv-abo wirklich vonnöten? kommt doch eh nur noch scheiss in der flimmerkiste.
bei all dem gejammer um sinkende reallöhne vergessen irgendwie alle immer, daß unser überaltertes soziales netzwerk selbst die faulste sau unter der sonne noch auffängt und die leute durchfüttert wie die maden im speck - während gleichzeitig leute in jobs, die sogenannte "geringe qualifikation" erfordern sich den rücken krummalochen und trotzdem weniger verdienen als eben jene faule sau in der sozialen hängemate.
klar, auch in meiner haushaltskasse hat es sich bemerkbar gemacht, daß die strompreise weiter anziehen, ich verballer selbst mit meinem spritsparenden kleinwagen im schnitt fast 200 euro im monat an benzinkosten, der großteil davon nur deswegen, um überhaupt zur arbeit zu fahren... dann geh ich halt einmal weniger im monat ins kino und zieh mir weniger fastfood rein als früher, und statt nem 2000-euro-pc musses halt beim nächsten mal ein kleineres modell sein, na und?
uns deutschen geht es im durchschnitt dank sozialem netz schon im vergleich mit den meisten anderen EU-ländern absolut gold, vom rest der welt ganz zu schweigen.
da mutet dieses gejanke einfach zwangsläufig sehr bigott an.
mir liegt es fern, einfach alle über einen kamm zu scheren. doch die kernursache bei den meisten jammerköppen liegt halt im vollkommen überzogenen anspruchsdenken.
erstaunlicherweise höre/lese ich von denen, die wirklich strampeln müssen, in den seltensten fällen dieses wehklagen.