Global Warming? Wer braucht das schon!
In letzter Zeit tauchen immer mehr Zeitgenossen auf, die versuchen einem das Konzept vom Globaler Erwärmung zu verkaufen. Immer nach dem Motto: "Wer jetzt viel verbraucht, der kann später drauf vertrauen, dass es warm und kuschlig ist und dann nicht mehr heizen muss." Also jetzt Geld ausgeben, um im Alter zu sparen. Klingt wie eine Rentenanlage und ist es auch.
Wir schreiben den 21. Dezember 2047. Ich sitze mit meinen 75 Jahren auf der Terrasse eines kleinen Hauses in der Nähe von Schwerin. Von hier aus sind es nur 250m bis zur Nordostsee. 2025 habe ich nur 1,5 Millionen Euro dafür bezahlt und nun ist es ca. 15 Millionen wert. Naja, ganz korrekt ist das natürlich nicht, denn 2021 hatten wir eine Hyperinflation, die die Rohstoffmärkte zusammenbrechen liess. Es wollte einfach keiner mehr 1723 Dollar pro Barrel Rohöl bezahlen. Bei den Preisen lohnte sich auch der Transport von Lebensmittel aus China nicht mehr. Danach ging es in China hoch her. Die Menschen murrten ja schon ewig, weil sie kaum noch Atmen konnten und die durchschnittliche Lebenserwartung bei 42 Jahren lag, aber nun gab es kaum noch Arbeit.
Ein Teil der Aufstände wurde gewaltsam niedergeschlagen. Es starben ungefähr 2,2 Millionen Chinesen dabei. Dann war auch die Niederschlagung niedergeschlagen und das Problem wuchs einfach der Welt über den Kopf. Die anschliessende grosse Hungersnot raffte 500 Millionen Menschen auf der ganzen Welt dahin. Besonders in Asien, Südamerika und Afrika starben viele Menschen. Von Russland weiss es keiner genau, da das Land sich 2019 komplett isolierte und auch den Ölhahn zudrehte. Irgendwo musste der Preis ja herkommen. Die Saudis waren schon lange trocken und konnten sich auch keine Meerwasserentsalzung mehr leisten. Bevor die Menschen verdursteten, wollten sie über die Grenzen in die Nachbarländer fliehen. Die Nachbarländer fanden das nicht witzig, da sie schon genug eigene Probleme hatten. Der massive Völkermord als Lösung des Flüchtlingsproblems juckte keine Nation mehr. Jeder hatte mit sich selbst zu tun.
Wir Europäer schlossen derweil alle Grenzen in alle Richtungen. Nachdem 2 Millionen Afrikaner in 8 Wochen an den Küsten angelandet waren, schossen auch die Europäer scharf. In der gleichen Zeit mussten Teile der Niederlande, Belgiens und ganz Dänemarks umgesiedelt werden. Die Experten hatten eigentlich mit einem Rotationsproblem der Erde nach dem Abschmelzen der Polkappen gerechnet, aber wir bekamen nur nasse Füsse. Soweit zu den Panikmachern der Nation... sagten wir damals. 2047 habe ich ein Wassergrundstück. Schade nur, dass man nicht Baden gehen kann und Fische gibt es auch keine mehr. Mit der Überflutung der ehemaligen Siedlungsgebiete ist auch jeder nur erdenkliche Schadstoff ins Wasser gelangt. Deswegen darf man auch nur bis auf 100m an die Brühe ran. Ein 5m hoher Doppelzaun trennt die stinkende See und das Festland... auch um die Flüchtlinge fernzuhalten.
Ich war heute unvorsichtig und habe meine Wasserration schon vor 17 Uhr geleert. Eigentlich müssen 0,5 Liter doch für 24h reichen. Man soll zwar mit den Hydrierungstabletten den Körper runterbremsen, aber die Dinger machen tierische Kopfschmerzen. Die meisten Leute nehmen sie nicht. Ist zwar illegal, aber was soll es. 100 Milliliter Wasser kosten auf dem Schwarzmarkt 10.000 Euro. Im Keller habe ich noch die Reste vom 2046 Wintereis. Es war zwar illegal, aber ich habe mir einen Block aus dem grossen See geklaut. Man muss es monatelang stehen lassen und mit acht verschiedenen Chemikalien behandeln, aber dann ist es fast ok.
Der Winter 2046 war komisch. Es hatte seit 25 Jahren das erste Mal wieder geschneit und die Temperaturen blieben für 14 Tage unter dem Gefrierpunkt. Die europäische Einheitsregierung hat den Winter begrüsst. Wohl eher herbeigesehnt, denn es starben 15% der Einwohner Europas. So blieb mehr für den Rest. Auch erinnerte die Aufbereitung der Toten stark an einem Science Fiction Film aus meiner Jugend Soylent Green - Jahr 2022 - die überleben wollen. Europa konnte seine Wasservorräte auffüllen und mehr Nahrungsrationen gab es dann auch. Jeder von uns hat sich schon lange daran gewöhnt, umgearbeitete Proteine zu essen. Die H-Cookies sind nicht lecker, aber man wird satt. Ausserdem gibt es die Dinger gratis und man muss nicht sein Geld für Essen ausgeben.
So, ich gehe jetzt mal wieder ins Haus, denn gleich ziehen die sauren Wolken auf und deren Regentropfen brennen wie die Hölle auf der Haut.
Wie es zum Zweiten Kalten Krieg kam
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2011 - Nach der Bombardierung der iranischen Nuklearanlagen durch Israel im Jahre 2009, hat der Iran in einem gewaltigen Gegenschlag Israel mit Raketen beschossen und grosse Teile Tel Avis dem Erdboden gleichgemacht. Bei diesem Angriff sterben ca. 50000 Menschen.
Die USA und Grossbritannien, gedeckt durch die EU, haben daraufhin wichtige Industrieanlagen im Iran zerstört. Als Reaktion darauf hat der Iran mit der Invasion des Iraks begonnen, um sich den Zugriff auf die wichtigsten Ölquellen zu sichern. Mit der Unterstützung einiger Volksgruppen im Irak wurden die USA aus der Hälfte des Landes zurückgedrängt. Die Börsen reagieren mit Kursverlusten bis zu 30%, der Ölpreis erreicht 110 Dollar pro Barrel.
Die Situation macht sich die Türkei zu Nutze und erobert relativ kampflos den Norden des Irak. CNN berichtet von ethnischen Säuberungen.
Zur gleichen Zeit greift Nordkorea in einem Verzweiflungsakt Südkorea an, da die USA alle Hände voll zu tun haben. In der Bevölkerung Nordkoreas waren grosse Unruhen durch Hunger und Seuchen ausgebrochen. Die nordkoreanische Regierung nennt es den Befreiungsschlag aus der Blockade durch Südkorea, die zu Hunger und Elend im eigenen Land geführt hatte. Der Ölpreis erreicht 125 Dollar pro Barrel.
Da die Ölpreise seit Jahren hoch sind und die meisten Fluggesellschaften ihre Kaufoptionen auf billiges Öl aufgebraucht haben, müssen mehrere grosse Gesellschaften Konkurs anmelden. Zugleich macht die Vorschrift zum vollständigen Screening aller Passagiere das Fliegen auf Kurz- und Mittelstrecken unattraktiv. Passagiere müssen sich zwei Wochen vor Abflug mit einem speziellen Flugvisa melden. Daraufhin wird ein Persönlichkeitsprofil erstellt, um terroristische Risiken zu minimieren. Trotzdem gelingt es terroristischen Zellen, ungefähr jede Woche ein Passagierflugzeug vom Himmel zu holen. In einigen Gebieten werden Boden-Luftraketen benutzt, in Europa und Nordamerika werden aber vorrangig Selbstmordattentate verübt.
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Mit dem Absturz einer Boeing 737 der Lufthansa über dem Stadtzentrum von Frankfurt werden alle innerdeutschen Flüge untersagt, ausserdem sind die meisten Flüge ohnehin nur zu 25% ausgelastet. Immer mehr Menschen nutzen den Fernverkehr der Bahn. Leider verliert auch diese Reiseart ihre Attraktivität, nachdem auf der Strecke Köln-Frankfurt ein ICE mit einem LKW kollidiert, der von Attentätern von einer Brücke auf die Gleise gestürzt wurde. Der ICE rast mit 300km/h in das Wrack und Teile des Zuges werden förmlich pulverisiert. 500 Menschen sterben.
China fühlt sich unbeobachtet und überfällt Taiwan. Der Ölpreis erreicht 135 Dollar trotz sinkender Nachfrage. Zwei Tage nach dem Überfall auf Taiwan schliesst der Iran alle Ölquellen für Exporte in die westliche Welt und unterzeichnet ein Exklusivlieferabkommen mit China. Öl wird für mehrere Tage nicht gehandelt, da sich keine Kurse mehr festsetzen lassen.
Mehrere Anschläge in den USA zerstören wichtige Raffinerien und Ölhäfen. Der Preis für Benzin explodiert in den USA auf 10 Dollar pro Gallone. In Panik verkaufen viele Leute ihre Lebensversicherungen und Wertpapieranlagen, um Bargeld zur Verfügung zu haben. Die US-Leitbörse fällt innerhalb von sieben Tagen um 50%. Kraftstoff wird rationiert und Fliegen unter 300 Meilen untersagt.
Die Weltwirtschaft liegt am Boden. Es bilden sich politische Lager. Europa und Nordamerika bilden die Westkoalition (Western Coalition - WeCo); grosse Teile Asiens, ausgenommen Japan, verbünden sich mit China zur Asiatischen Allianz (Asian Treaty Organization - ATO). Afrika findet keinerlei Beachtung und Südamerika verhält sich relativ neutral.
China gewinnt durch die Asien-Allianz einen Teil der Absatzmärkte hinzu, die es durch den Einfuhrboykott der Westkoalition verloren hat. Europa und Nordamerika versinken im wirtschaftlichen Chaos, denn es fehlt an den meisten Konsumgütern. Vor allem Textilien und Computer werden knapp. Nach einigen Monaten gelingt es Mittelamerika, die Lieferausfälle zu kompensieren. Es gibt endlich wieder Jeans und Unterwäsche. Aber weiterhin keine Computer.
Russland mag sich nicht einem bestimmten Lager anschliessen und erklärt sich zum Chefvermittler zwischen den Fronten. Wichtige Exporte aus und in die WeCo werden über Russland gegen eine Gebühr von 25% abgewickelt. Endlich gibt es wieder Computer.
Es ist Silvester 2011 und die Menschen erhoffen sich von 2012 Ruhe und Frieden, sowie wieder ein normales Leben.
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23:58 Uhr erschüttert eine atomare Explosion London. 25000 Menschen sterben sofort, weitere 25000 in den folgenden 4 Wochen. Bis zum Ende des Jahres 2012 werden insgesamt 70000 sterben. 100000 Menschen sind unheilbar strahlenkrank.
Dieser Anschlag wird offiziell nie aufgeklärt. Einzig die Herkunft des Urans kann auf eine sibirische Quelle zurückgeführt werden. Eine Zeit lang machen sich beide Fraktionen für das Attentat gegenseitig verantwortlich.
Die Asiatische Fraktion erklärt, dass die Westkoalition dieses Unglück absichtlich herbeigeführt hat, um militärische Aktionen rechtfertigen zu können. Die WeCo wiederum bezichtigt die ATO, dass sie dem Finanzzentrum Europas schaden will, da dort grosse asiatische Vermögensgegenstände eingefroren sind.
Am 15.02.2012 erklärt die Asiatische Allianz der Westkoalition den Krieg. Am nächsten Tag erwidert die WeCo die Kriegserklärung.
Beide Fraktionen beginnen Seeblockaden und entziehen alle Überflugrechte der gegnerischen Partei. Fast alle Internetrouten zwischen den Kriegsparteien werden stillgelegt. Es verbleibt ein einziger Knotenpunkt, der von beiden Seiten mit umfangreichen technischen Massnahmen geschützt wird. Einzig privater Emailverkehr ist stark reguliert möglich, wird aber vollständig abgehört. Verschlüsselte Nachrichten werden blockiert.
Am 14.09.2012 steigen vom Gebiet Russlands vier Interkontinentalraketen auf und schlagen wenig später in unbewohnten Gebieten beider Fraktionen ein. Russland bietet beiden Fraktionen nach diesen Warnschüssen Friedensverhandlungen an. Der russische Präsident wird später mit den Worten zitiert werden, dass er dem ungebremsten menschlichen Irrsinn Einhalt gebieten wollte.
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Sieben Tage später beginnen offizielle Verhandlungen in Jekaterinburg. Diese dauern über 7 Monate und enden am 26. Juni 2013 mit der Unterzeichnung eines Friedensvertrages. Ein Teil der Handels- und Reiseeinschränkungen wird aufgehoben. Die abgebrochenen diplomatischen Beziehungen zwischen den meisten Ländern werden wieder hergestellt. Trotzdem wird dieser Tag als der Beginn des Zweiten Kalten Krieges in die Geschichte eingehen.
Tomatenrot - Der Roman zum Wochenende

Es war einer dieser Hochsommertage, an dem man das Gefühl hat, irgendwer hätte den Film angehalten. Ein Standbild. Flirrende Hitze umgibt die Stadt. Reglos liegt Hannah auf der Wiese. Ein Buch über ihrem Kopf, die Augen geschlossen. Hier oben auf dem Berg hoch über dem hektischen Treiben im Schatten der Ebereschen ist das Leben schön. So müsste es immer sein. Abgewandt von der Welt und dem Alltag. Gedanken kreisen um alles und nichts.
Seit Monaten hatte sie dieses Bild im Kopf. Das Bild einer blonden nackten Frauenleiche, die auf einem Felsen im tiefen Wald auf weichem Moos liegt. Sie wollte niemanden umbringen, ihr grauste vor der Kälte des Todes. Sie konnte sich nicht erinnern, jemals einen Toten gesehen zu haben. Doch das Bild der Leiche auf dem Fels verfolgte sie seit langem. Sie hörte förmlich das Rauschen der Wipfel und die kühle Luft, die dort unten im Wald wie Blei zwischen den Bäumen liegt, kroch fühlbar ihren Nacken hinauf.
Dunkel war der Grund mit dem einsamen Fels mitten im Wald. Es war eine Art Hochplateau - ein riesiger Brocken wie vom Lieben Gott zufällig an der falschen Stelle verloren.
Der Fels war von dichtem grünen Moos bedeckt, etwas übersinnliches lag auf diesem Ort.
Schön wie der Schlaf war dieser Tod und erinnerte nur durch die grausige Kälte and die Endgültigkeit und das Leid. Die Kirschroten Lippen der Toten waren von weithin sichtbar und ihr blondes Haar ringelte sich in langen Locken im dichten Moos. Gespenstische Stille herrschte hier unten im Waldesgrund. Kein Rascheln der Blätter war zu hören, nicht mal ein Tier verirrte sich hier her. Wie war diese Frau hier her gekommen, wer war sie und warum war sie tot ?
Und warum könnte Hannah diese Phantasie seit langer Zeit fast identisch nachfühlen ?
Es war nun Zeit, Hannah musste gehen, die kleine Flucht aus dem Alltag war wieder nur durch diese eine dunkle Fantasie belastet. Ihr Leben in der Stadt war eines von Vielen. Die kleine Zweiraumwohnung im Hinterhof und der Job bei einer Bank beherrschten die meiste Zeit des Tages. Nur selten konnte sie vor all dem fliehen und eine Weile über die Felder weit entfernt der Stadt streifen. Hannah war das was man eine graue Maus nennen kann. Pflichtbewusst und fleißig. Keiner kannte ihr wahres ich. Sie war allein . Jeglichen Annähehrungsversuchen von Männern begegnete sie mit endloser Kühle. Denn Hannah war nicht einsam. Sie hatte ihre Fantasie und das kleine Leben in der Natur. Es würde niemanden geben, der diese Dinge mit ihr teilen wollte.
Fortsetzung folgt...
Photo by Aliento Más Allá under CC-BY-2.0
