Filmkritik: The Ides of March - Tage des Verrats
Kurz vor Weihnachten waren wir noch in "Ides of March - Tage des Verrats". Dieses Politthriller von George Clooney zeichnet den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf nach und zwar den Vorwahlkampf auf Parteiebene der Demokraten. Wo in Deutschland oft nur zwischen den Parteien mit Schlamm geworfen wird, wirft man in den USA innerhalb seiner Partei mit Schlamm. Das gilt besonders dann, wenn es um die Kandidatur zur Präsidentschaft geht.
Der Film gibt interessante Einblicke in die sumpfigen Gefilde des Wahlkampfes und ist packend gemacht. Oft baut man Sympathien für eine Figur auf und Minuten später ist man geschockt, dass man sich so täuschen konnte.
Fazit: Absolut sehenswert und gerade für 2012, den Vorwahlkampf der Republikaner in den USA und den späteren Präsidentschaftswahlkampf, sehr empfehlenswert. Quasi als kleines Bildungsfernsehen.
Filmkritik: Mission Impossible - Phantom Protokoll
Gestern waren wir im Kino zu Mission Impossible - Phantom Protokoll. Ein Jungsfilm also. Hier die Kurzeinschätzung.
Die IV ist gut. Natürlich ist es ein Actionkracher mit Hyperrealismus ;) aber das Ding unterhält und ist besser als III und II. Die Actionteile sind spannend und gottseidank weniger nervös wie in vielen anderen Filmen. Es ist alles so ausreichend absurd, dass es einem "alten" James Bond Genüge tun würde. Gadgets ohne Ende und eine ordentliche Portion Humor machen M:I 4 zum guten Popkornkino.
Simon Pegg gibt einen herrlich launischen Techniker und Paula Patton lässt man keine Sekunde aus den Augen. Tom Cruise ist zwar der Hauptdarsteller, aber irgendwie und zum Glück dreht sich der Film nicht so um seine Figur.
Lustig ist übrigens die Übersetzung des Filmtitels aus dem Englischen, denn da heisst er Ghost Protocol. Geisterprotokoll oder Gespensterprotokoll klingen halt uncool. Schon nicht immer einfach, die Titel ins Deutsche zu bringen. Wenigstens hat man es sich diesmal nicht einfach gemacht und den Titel Englisch belassen.
Fazit: Wer Bondaction mag und diese bei Bond mittlerweile vermisst, ist hier gut aufgehoben. Unterhaltsame 132 Minuten.
Filmkritik: In Time
Ganz kurze Kritik zu In Time mit Justin Timberlake und Amanda Seyfried.
Der Film spielt in der Zukunft. Zeit ist Geld und richtiges Geld gibt es nicht mehr. Zeit ist der Ersatz. Jeder wird 25 und ab dann bekommt er ein Jahr. Er kann Zeit verdienen und seine Uhr aufladen, aber muss auch mit Zeit alles bezahlen: Miete, Essen, Bus etc. Wenn die Uhr 0 zeigt, dann stirbt man sofort. Kann man genug Zeit sich verschaffen, dann kann man für immer leben und altert nicht.
Rest vom Film muss man sehen. Optisch guter Film, erster Teil der Geschichte ist dicht und packend, zweite Hälfte wird etwas weich und "normal". Er hält sein Tempo nicht.
Fazit: Trotzdem empfehlenswert, weil der Film eine Gesellschaftskritik ist. Alle Parallelen zum Jetzt sind da. Leider verkommt der Schluss zum Roadmovie. Aber das Wichtigste ist da. Fand ihn trotzdem packend.
P.S. Amanda Seyfried hat unglaublich riesige Augen und sie musste den ganzen Film lang in hohen Schuhen rennen. Respekt!
Filmkritik: Larry Crowne
Poster by Wikipedia
Letzte Woche waren wir zu Larry Crowne im Kino. Eine leichte Sommerkomödie mit Tom Hanks und Julia Roberts. Hier ohne Inhaltsangabe eine kurze Kritik.
Ja, es ist nicht der Bretterknaller, aber Larry Crowne ist auch keine Enttäuschung. Leicht und selbstverständlich offensichtlich entwickelt sich die Geschichte und man hat seinen Spass dabei. Der Humor ist nicht brachial und auch leise Töne kommen vor.
Die Chemie zwischen Tom und Julia stimmt. Sie ist wie immer umwerfend und Tom Hanks ist einmal mehr etwas Forrest Gump. Wer die USA und die Kultur des Landes kennt, der wird an der ein oder anderen Stellen mehr schmunzeln können als andere.
Fazit: Sehbar und gerade für den Gang zu zweit ins Kino besser geeignet als Transformer. Vorher gut essen, hinterher einen Cocktail und der Abend passt.
Filmkritik: Tron Legacy 3D
By Wikipedia - Fair Use
Lange hat es gedauert und ich habe doch noch meinen Weg in Tron Legacy 3D gefunden. Heute war der letzte Spieltag im IMAX und nur dort fetzt 3D richtig. Ich kenne zwar das Computerspiel Tron, aber nicht den ersten Film, deswegen vergeben mir die Fans bitte die nächsten Sätze. Wie immer gibt es nix zur Handlung an dieser Stelle, nur eine Meinung.
Leider ist die Story recht... naja, fade. Mir schwebte da mehr vor. Fragt mich nicht was, denn ich verdienen mein Geld nicht mit Drehbuchschreiben. Mehr 3D halt ;)
Die Umgebung der Kunstwelt ist toll, wenn auch der 3D-Teil (siehe weiter unten), nicht sonderlich ausgefeilt wirkt. Ich hätte gern mehr von der Welt gesehen, mehr "Alltägliches". Es scheint auch, dass die Ideen oder das Budget in der zweiten Hälfte ausgingen, zumindest in der Mitte. Es wurde irgendwie alles einfacher.
Toll ist die Ausstattung. Speziell die Kostüme sind sehenswert und wenn jemand nur wegen der Hauptdarstellerin ins Kino geht, dann kann ich ihm/ihr das nicht verübeln. Ich hoffe nicht, dass sowas mal Allerweltskleidung wird, weil 95% Prozent der Weltbevölkerung wurde einfach nur Scheisse drin aussehen würden, meine Person eingeschlossen. Aber dazu gibt es ja Filme. Man bekommt Fantasien vorgesetzt, die nie wahr werden oder einfach so nicht sein können.
Die 3D-Effekt sind teilweise nicht sehr ausgeprägt und man spielt nicht sehr mit der Weite der künstlichen Welt. Ich habe hier deutlich mehr erwartet. Natürlich ist das Motorrad-Grid der Hammer, aber auch hier wirkt der Film räumlich nicht extrem tief. Avatar ist in 2D nicht zu gebrauchen, Tron könnte dagegen in 2D auf jeden Fall genauso wirken.
Der Soundtrack ist toll. Er erinnert mich stellenweise an Inception und ich fürchte, ich werde ihn käuflich erwerben, damit ich ihn rauf und runter leiern kann.
Die Qualität der Wiedergabe war im IMAX, Reading, MA nicht sehr gut. Auf der rechten Seite des Film liefen die beiden Bilder auseinander und es wirkte, als hätte man keine Brille auf. In der Mitte und links war alles ok. Ich fühlte mich wie halbblind auf dem rechten Auge. Das war sehr störend.
Die Handlung und die Art und Weise von Tron Legacy erinnert insgesamt doch sehr an Matrix.
Fazit: Kann man sehen, wenn man auf Kult steht und die Musik gern hört. Sollte man sehen, wenn man Frauen in Lederklamotten mag und Neon nicht abtörnend findet. Sollte man nicht sehen, wenn man mit Computern und Science Fiction nichts anfangen kann.
Filmkritik: The Tourist

From Wikipedia under Fair Use
Bin gerade aus dem Kino zurück. Ich war in der Vorpremiere zu "The Tourist". Da im Netz und in den Zeitungen nur negative Kritiken kursieren, hier meine persönliche Kritik, die nicht zur Meinung der Masse passt.
Ich halte "The Tourist" für einen guten Film. Angelina Jolie und Johnny Depp spielen gut und ich finde, dass die Chemie zwischen beiden stimmt. An der Reaktion des Kinopublikums merkt man, dass die Gesten, die die beiden sich zuwerfen, funktionieren. Depp spielt einen leicht naiven und irritierten Zeitgenossen, der auf eine sündige und überfeminine Jolie trifft.
Der Regisseur Donnersmarck ("Das Leben der anderen") hat Angelina Jolie nur Frau sein lassen. Sie schiesst nicht, sie schlägt nur mit Rettungsringen und macht auch keine mörderischen Bewegungen. Sie ist nur Frau und das voll. Garderobe, Gang und rötester Lippenstift. Dazu grossen Lippen und riesigen Augen. Man versteht auf Anhieb die Verstörung von Johnny Depp, als er ihr begegnet.
Man kann dem Film nicht vorwerfen, ein typisches Hollywood-Werk zu sein. Es rummst nicht einmal, keine Autoverfolgungsjagd, keine Hubschrauber und keine Kung-Fu Helden. Einzig einmal zu Fuss und einmal auf dem Wasser, beides aber eher gemächlich, werden die Haupthelden verfolgt. Wir jagen auch nicht über alle Kontinente - etwas Paris und viel Venedig, mehr nicht.
Die Polizisten erinnern etwas an die Tolpatsche von Scotland Yard bzw. einem Hauch von Saint Tropez. Leicht schusselig, leicht genervt, wenig erfolgreich, aber liebenswert.
Man langweilt sich eigentlich nicht und die Geschichte ist auch nicht unnötig schwer und verworren erzählt. Irgendwie strahlt der Film den Charme alter guter und fast schon sauberer Unterhaltung aus. Wie ein Krimi oder Agententriller aus den 60ern oder 80ern vielleicht. Dazu ein Schuss französische Krimikomik und etwas Europa und fertig.
Fazit: Ja, es wäre wohl noch mehr dringewesen. Etwas mehr Tempo und noch zwei oder drei zusätzliche Verwicklungen oder Kapriolen. Ich finde das Werk trotzdem sehenswert. Der Eintritt war gut angelegt.
Inception in Realtime
Für die Fans von Inception gibt es hier ein kleines Highlight: Inception in Pseudo-Echtzeit. Eigentlich fehlt die erste Realitätsebene, die Zeit im Flugzeug, aber der Macher entschuldigt sich damit, dass es keine Bilder davon im Film gibt. Musik ist auch sehr schön. Wegen dieses Videos habe ich mir auch den Soundtrack gekauft, weil ich die Musik erst bewusst nach diesem Video wahrgenommen habe.
Filmkritik: Wallstreet 2 - Geld schläft nie
Nun war ich endlich im Kino zu Wallstreet 2. Lange drauf gewartet, viel erwartet und naja, nicht alles erfüllt. Momentan fühle ich mich etwas schreibfaul, deswegen mache ich es kurz.
Oliver Stone hätte mehr draus machen können. Ansätze waren vorhanden, wurden dann aber von Familienschnulzigkeit verdrängt. Es fällt zwar einfach, die tatsächlichen Ereignisse von 2008 einzuordnen, aber es wurde nicht konsequent versucht, den Leuten den Blick hinter die Kulissen zu geben. Persönliche Rachefeldzüge wurden hier in den Vordergrund gestellt.
Fazit: Wer den ersten Teil kennt, der wird den zweiten Teil verstehen und milde urteilen. Wer das Original nicht kennt, der wird wenig Gefallen finden, denn für eine Systemkritik ist der Film zu lasch.
Filmkritik: The American
Poster: Wikipedia
Grau, leise, kaum Worte, meist Gesten und viel Kaffee - so kann man den Film "The American" mit George Clooney in der Hauptrolle beschreiben.
"The American" handelt von einem Auftragskiller, der sich in einem kleinen Dorf in Italien verstecken muss. Mehr als Kaffee und schöne Frauen gibt es dort nicht. Doch dann bekommt er einen neuen Auftrag und das Katz-und-Maus-Spiel beginnt.
Grossartige Panoramen, Schauspieler, die noch ihre Gesichter benutzen, um Stimmungen und Gefühle zu vermitteln und Action, die sich auf ein nötiges Minimum beschränkt, mehr braucht ein guter Film nicht.
Fazit: Sehr sehenswert, aber nicht für jeden. Wer es bunt, laut und brachial bevorzugt, der wird am "The American" keine Freude haben. Man sollte auch nicht müde in den Film gehen...
Lord of War - immer wieder sehenswert
Da ich gerade wieder im Fernsehen Lord of War - Händler des Todes gesehen habe, hier nochmal ein älterer Artikel von mir dazu. Der Film ist zynisch und sarkastisch und leider überaus real.
Nicolas Cage spielt den Waffenhändler Yuri Orlov, der in diesem Film seinen bisherigen Lebensweg als Waffenhändler erzählt. Zu Beginn des Films bemerkt Yuri Orlov nüchtern, dass es über 550 Millionen Schusswaffen auf der Welt gebe, was bedeute, dass jeder 12. Mensch auf der Welt eine besitzt. Die Frage sei nur: "Wie bewaffnen wir die anderen elf?" Der restliche Film wird von Orlov rückblickend erzählt, wobei er in den 80er Jahren beginnt. Aus dem Off beschreibt Yuri Orlov, wie er ein Waffenhändler wurde.
Der Film ist eine bitterböse Satire auf die Welt, die wir kennen. Was mich erschreckt, dass er sehr realitisch wirkt und dummerweise wohl auch ist. Schaut ihn Euch an, er ist sehr zu empfehlen. Man kann sogar das ein oder andere Mal lachen. Die Rolle des Waffenhändlers passt 100% auf Nicolas Cage und er spielt sie sehr gut. Wer übrigens jede Menge blutiges Gemetzel erwartet, der wird enttäuscht sein. Der Film braucht solche Bilder nicht, er ist auch so ausreichend eindringlich.
Der Schlusssatz des Film ist sehr erschütternd: "Die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich, Russland und China sind die grössten Waffenhändler der Welt... und bilden die ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates."
P.S. Die USA, Russland oder China könnten überhaupt nicht ohne Konflikte auf der Welt stabil existieren, weil die Menge an Arbeitsplätzen in den Ländern, die an Waffenexporten hängen, so gross ist, dass das Potential für heftige soziale Konflikte ohne Waffenherstellung mehr als gefährlich ist. Passend dazu auch: Obama setzt auf Krieger in der Grauzone.
Filmkritik: Inception
Am Wochenende waren wir im Kino zu Inception. Da ich ehrlich etwas faul zum Schreiben bin, hier nur die motivierende Kurzkritik.
Der Film ist gut, sehr gut sogar. Ich habe mich extrem gut und anspruchsvoll unterhalten gefühlt. Wenn man nicht mitdenkt, dann ist man allerdings verloren. Man muss der Handlung folgen, um die Traumebenen auseinanderhalten zu können. Damit fühlt man sich dann auch als Teil des Puzzles und man kann sich so der Spannung hingeben. Ich erkläre das mit den Traumebenen jetzt mal nicht, denn Ihr sollte den Film Euch anschauen.
Auch wenn es reichlich Action-Szenen gibt, ist es eher kein Actionfilm und blutig ist er überhaupt nicht. Leider können ja viele moderne Filme nur noch mit roher blutiger Gewalt das Publikum unterhalten bzw. das Publikum fühlt sich nur so unterhalten.
Fazit: Ein exzellenter Film mit einer neuen Idee als Grundlage. Unbedingt anschauen!
Filmkritik: Kampf der Titanen
Eben aus dem Kino zurück. Clash of Titans - 3D oder in Deutsch: Kampf der Titanen gesehen. Machen wir es kurz... es war nur so lala 3D und etwas langatmig. Insgesamt ok, aber 15 Dollar gebe ich dafür bestimmt nicht nochmal aus. Das trashige Original aus den 80-Jahren fetzt da mehr.
Filmkritik: The Ghostwriter
Poster from Wikipedia
Gestern waren wir nun endlich im Film The Ghostwriter von Roman Polanski, nach dem Buch The Ghost von Robert Harris. Meine Erwartungen waren hoch und wurden nicht enttäuscht.
Harris und Polanski, die auch zusammen das Drehbuch geschrieben haben, liefern einen sauberen und geradlinigen Thriller ab, der weder den Leser des Buches noch den Nichtleser in irgendeiner Weise enttäuscht. Polanski hat keinerlei Schnickschnack verbaut. Der Film konzentriert sich auf die Lösungsfindung und das Finale. Genau wie im Buch, ist immer der Ghostwriter im Bild, denn aus seiner Sicht wird erzählt.
Ewan McGregor ist eine ausgezeichnete Besetzung für die Rolle. Man nimmt ihm den verwirrten und überforderten Ghostwriter ab, der leicht naiv durch das politische Geschehen stolpert. Er hat sich ja auch nie für Politik interessiert und diese Autobiographie eigentlich nur wegen des Geldes übernommen. Pierce Brosnan ist ein perfekter Ex-Premierminister. Kalt, glatt und grinsend mit dem Hauch von Selbstüberzeugtheit. Kim Cattral gibt die eiskalte blonde Dauerassistentin und Olivia Williams ist die leidende Ehefrau. Verraten kann ich hier leider nicht mehr, sonst wisst ihr schon die Handlung. Jedenfalls spielen die Vier gut miteinander in doppeltem Wortsinn.
Bemerkenswert ist, dass der Film zwar in London und auf Marthas Vineyard, MA spielt, aber keine Szenen dort gedreht wurden. Obwohl ich beide Plätze selbst kenne, fiel mir das erst im Nachhinein auf. Man merkt, dass der Film etwas Hilfe aus dem Computer hatte, um das Wetter, die See und die Farben düster zu gestalten, aber das ist erlaubt, denn die Gesamtstimmung ist wunderbar nasskalt und verschwörerisch. Gedreht wurde in Babelsberg und an der Ostsee.
Fazit: Wer auf Gegenwartsthriller mit einem Verschwörungsthema steht, in diesem Fall sogar ein durchaus mögliches, und einen Film mit Stimmung sehen möchte, der ist exzellent bedient. Der Film ist übrigens kein Hollywood, weil nichts explodiert und nicht aus allen Ecken und Kanten auf den Hauptdarsteller geschossen wird.
Filmkritik: Up in the Air
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Diese Woche war ich noch im Kino. Ich musste unbedingt den neuen und viel gelobten Film Up in the Air im Original sehen.
Zur Geschichte, wie immer nur mit kurzen Worten beschrieben, denn Ihr sollt ja den Film im Kino sehen. George Clooney spielt einen Berater, der Mitarbeiter in fremden Firmen feuert, weil die eigentlichen Chefs nicht den Mumm dazu haben. Er fliegt quer durch die USA und Hotels sind sein zu Hause. Noch lieber ist er aber am Flughafen und in der Luft. Er sammelt Meilen und hat nur ein Ziel: Die Karte aller Karten. Familie und Partnerschaft gibt es in seinem Leben nicht, er lebt und liebt seine Reisetätigkeit. Aber dann kommen zwei Frauen dazu und seine Firma will Kosten sparen... und die Geschichte kommt in Fahrt.
Ich wurde nicht enttäuscht. Alle Kritiken stimmen und das Gesamtwerk ist stimmig. George Clooney ist charismatisch, witzig und auch Traurigkeit bringt er glaubhaft rüber. Seine beiden Filmpartnerinnen (Vera Farmiga, Anna Kendrick) sind perfekt ausgewählt und spielen überzeugend an seiner Seite. Der Regisseur Jason Reitman (von ihm stammt auch Juno) hat ganze Arbeit geleistet.
Fazit: Wenn es ohne Action und ohne Horror geht, dann ist Up in the Air die erste Wahl. Gut unterhalten mit Sinn für Humor und Feinheiten mit einer Portion Traurigkeit. Im Original ist der Film noch etwas besser, weil die Stimmen der Hauptdarsteller sehr angenehm bzw. sehr passend sind.
Eine interessante Randnotiz ist übrigens die Altersfreigabe. In den USA ist der Film R, also für unter 17 nur in Begleitung eines Erwachsenen. In Deutschland ist der Film FSK 0, also geeignet für alle Altersgruppen. Das R kommt bestimmt vom nackten Hintern (nicht von George) und einigen F-Worten. In Deutschland dürfte der Hintern auch zu sehen sein, aber das F-Wort ist bestimmt mit "Scheisse!" oder "Mist!" übersetzt.
Filmkritik - Surrogates

Jetzt soll es einige Worte zum Film Surrogates mit Bruces Willis geben, denn heute waren wir im Kino am regnerischen Nachmittag. Surrogates ist Science Fiction und spielt in Boston, also hier in der Gegend. Es wurde auch wirklich hier gedreht.
Im Film geht es um eine Zukunft der Menschheit, in der wir nicht mehr selbst auf die Strasse gehen, sondern Ersatzmänner in Form von Maschinen schicken. Die Maschinen sind schneller, sicherer und sehen besser aus. 98% der Menschheit lebt so. Die restlichen 2% leben in "Reservaten". Wenn der Ersatzmann "stirbt" bzw. zerstört wird, dann stirbt der Mensch nicht. Er wird rechtzeitig getrennt und steht danach aus seinem Steuersessel zu Hause auf, als wäre nichts gewesen.
Nun kommt es aber vor, dass zwei "Operatoren", also die echten Menschen zu Hause sterben, weil der Ersatzmann zerstört wurde. Da das technisch nicht passieren darf, entwickelt sich eine interessante Geschichte. Mehr möchte ich hier nicht verraten, sonst macht es keine Spass, den Film zu sehen.
Die Darstellung der Surrogates ist faszinierend und eigentlich eine perfekte Karikatur auf den Schönheitswahn unserer Zeit. Auch kann man die Kritik an unserem übertriebenen Sicherheitsbedürfnis sehen, denn niemand geht freiwillig mehr auf die Strasse, weil es unsicher und gefährlich ist.
Dem Film fehlt aber etwas der rote Spannungsfaden, an dem sich die Lösung entspinnt. Auch der Held entwickelt die Geschichte nicht, sondern es passiert einfach und er kommt dahinter. Mehr ausgearbeitete Details dieser neuen Gesellschaft hätten dem Film nicht geschadet, um alles noch etwas interessanter zu machen. Aber ich habe mich nicht geärgert, ins Kino gegangen zu sein.
Fazit: Surrogates ist guter Science Fiction, dem leider die letzte Portion Logik und Spannung fehlt, um ein super Film zu sein. Man hätte etwas mehr daraus machen können. Der Film ist sehbar, speziell wenn man auf diese Themenstellung steht. Alle anderen können auf die Ausstrahlung im Fernsehen warten.
Poster by Wikipedia
