Der Untergang
Meine beste Freundin hatte heute Azubi-Sichtung für ihre Firma. Ihr erster Kommentar danach: "Gott, war die Ausbeute bei den Azubis schlecht."
Und nicht nur die Ausbeute bei Azubis ist schlecht, auch gute Leute zur Anstellung zu finden, ist problematisch.
michael
Rene99
Hat DSL In Lobeda OST!!!!
Alle sind ja so schlecht und taugen nicht. Die Leute die vom Gymnasium kommen sind sicher alle Stroh doof und die Regelschüler sowieso und die Hauptschüler sind es ja eh oder wie?
Man das sind Leute die von der Schule kommen und 16 bis 19 Jahre alt sind! Da fehlt die Reife!
Aber alle sind ja sooo schlecht!
Soll eine Lehre einen Menschen nicht auch Formen und zum Erwachsenen machen?!
Ich habe auch etwas länger gebraucht zu kapieren wie man sich im Leben zu bewegen hat. Ich habe in der Regelschule eine extra Runde gedreht, habe dann meinen Abschluss mit nem 3er Durchschnitt gemacht, da war ich 17, unreif und auf einer leichten Nullbock Welle.
Dann habe ich eine Lehre in einer großen Firma (Weidmüller) gemacht (die haben das mit den Noten komischerweise nicht so eng gesehen, sondern den Einstellungstest sprechen lassen), und genau da habe ich dann irgendwann mal angefangen zu kapieren wie es im Leben so läuft.
Danach habe ich in einem Jahr meine Fachhochschulreife gemacht und nun Studiere ich…
Also, soll eine Lehre einen Menschen nicht auch Formen und zum Erwachsenen machen?!
Vielleicht sollten die Firmen mal überlegen was sie für Anforderungen stellen?
Immer das alte Thema, Jung und 25 Jahre Berufserfahrung. Das ist meistens das was die Arbeitgeber wollen. Die Eierlegendewollmilchsau.
Ich warte nur mal darauf was passiert wenn sich der Geburtenrüggang der 90er auf dem Arbeitsmarkt auswirkt, wenn nicht mehr 10 Bewerber (egal wie viele es wirklich sind ist nur nen Beispiel) auf eine Ausbildungsstelle kommen.
Gute Nacht Deutschland, denn Deine Schüler sind alle SO schlecht
michael
vielleicht sollte man sie dazu nochmal befragen.
und die erwartungshaltung beim ausbilder ist natürlich nicht unwichtig. wenn ein arbeitgeber erwartet einen voll ausgebildeten 17-jähringen zu bekommen der obendrein noch weiß wie das leben funktioniert und quasi von allein läuft, erwartet sicher zu viel.
das kann keine schule leisten. die richtige erfahrung kommt eben - wie der name schon andeutet - aus der er-fahrung.
auch die kann eine schule nicht vermitteln. schulen vermitteln unzusammenhängendes wissen ohne praktischen bezug, was nicht unwesentlich damit zusammenhängt dass die meisten lehrer auch nur theoretiker sind.
meine erfahrung mit 16-18 jährigen sagt mir, dass diese angeleitet werden müssen und zwar fast immer. erstens weil sie keine ahnung haben und zweitens weil sie keine lust haben. ausserdem verstehen menschen in diesem alter keine andeutungen und theoretischen konstrukte. sie müssen alles selbst durchmachen um es zu begreifen. samthandschuhe sind völlig fehl am platz.
leider fehlt es den meisten ausbildern heute auch an der authorität die nötig ist um jugendliche zu bändigen, ihnen eine richtung zu geben und diese mit nachdruck zu forcieren.
vielleicht sollte man da ansetzen. durchaus schon in der schule.
Hat DSL In Lobeda OST!!!!
-> Halle an der Saale, aber wohl recht symptomatisch für das Niveau in ganz Deutschland (Bildung, Benehmen, Blick in die Zukunft, Berufsbilder) <-
ich meinte natürlich auch Geburtenrückgang...
aber ich bin ja auch nur ein dummer Student ;)
Rene99
@Micha: Die Authorität fehlt wirklich. Lehrer dürfen ja heute überhaupt nicht mehr durchgreifen.
@all: Warum sitzen eigentlich so viele talentierte Leute in China, dem Iran oder Indien/Pakistan in der Ausbildung oder der Uni? Meine These: Weil dort die Leute ein Ziel haben. Sie wollen besser leben. Das Ziel ist in Deutschland nicht richtig vorhanden, hier lebt man eigentlich schon gut, warum also anstrengen?!
Hat DSL In Lobeda OST!!!!
und so wie es zu DDR Zeiten mal war -> Konsequente Förderung und suche von Talenten in alle Gebieten.
Heute muss man sich selber bewegen!
Wenn man die Leute aus China ihr Ding machen lassen würde ohne sie zu "zwingen" dann würde es dort auch anders sein.
Meine These...
Das die Leute dort ihr leben verbessern wollen kann man schon annehmen, nur zu sagen das es allen Leuten in Deutschland gut geht? Nun ja, geht mal Nach Lobeda Ost an die Rewe und frag mal die Leute die da Tag für Tag sitzen ob es ihnen gut geht!
Ich meine jetzt aber nicht die Trinker mit den tätowierten Nazi Parolen (denen geht es gut!) sondern die alten Omis und Opis die verkrampft versuchen etwas aus ihrem Garten für etwas Geld an die Leute zu bringen um Ihre Rente aufzubessern.
Wenn es um Azubis geht muss man schon Annehmen das es um 16 bis 19 Jährige geht!
Und „Ausbeute“ würde ich lieber nur im Bezug auf Materialien oder andere Dinge beziehen und nicht auf Menschen!
CountZero
die leute in indien und china sind weder von haus aus intelligenter noch haben sie eine per se bessere schulbildung - es gilt dort allein das gesetz der großen zahl.
man möge bei aller liebe zu an den haaren herbeigezogenen vergleichen wie diesem bitte im auge behalten, daß indien ca. 10x so viele einwohner hat wie DE und china rund 15x so viele.
ach ja, und noch was: deutsche schüler SIND schulisch miserabel, in der regel schlecht bis gar nicht erzogen, bocklos und verwöhnt. daran ist, wie rene es schon angedeutet hat, aber nicht die schulen, geschweige denn die lehrer (allein) schuld, sondern vielmehr die eltern der kids, die aus irgendeinem mir nicht ersichtlichen grund der meinung sind, mit erreichen des schulpflichtigen alters ihrer sprösslinge hätten sie ihren erziehungsauftrag erledigt und an die schulen abgetreten!
UT
Und zum Gesetz der grossen Zahl: Interessanterweise waren die Siegerlaender im Pisa-Vergleich asiatische und nordische Laender (Japan, Korea, Finnland, Kanada). Das ist nicht das Ergebnis vieler Teilnehmer (China und Indien hatten nicht teilgenommen).
Ein fuer mich erschreckendes Ergebnis ist folgende Aussage aus der Studie: "In allen PISA-Teilnehmerstaaten besteht ein Zusammenhang zwischen
sozialer Herkunft und erworbenen Kompetenzen. Dieser ist jedoch in keinem
Land enger als in Deutschland." In anderen Worten: In Dt. lohnt es sich entweder nicht oder man muss sich nicht anstrengen, um besser zu leben; man kommt ja auch so ganz gut durch. Und das gilt wieder fuer beide Seiten, vor und hinter der Schulbank. Leider ein fataler Kreislauf.
micha
Das nur mal als Erfahrungsbericht. Ich möchte die Zeit dennoch nicht missen, weil ich viel dazu gelernt habe.
Mag sein, dass es heute anders ist, aber ich hab eben die Erfahrung gemacht, dass es wirklich jemanden bedarf, der mit den Azubis (ich hasse dieses Wort) umgehen kann und es versteht, diese zu fordern und zu fördern. Nur dann klappts auch meiner Meinung. Und dann ist es auch egal, ob der Jugendliche schlecht oder nicht in der Schule war. Aus dem Spaß an einer Sache heraus, sind die Leute zu Höchstleistungen fähig.