Lance Armstrong live
Heute hatte ich das Vergnügen, Lance Armstrong live zu sehen und zu hören. Er hat auf unserer Konferenz eine "inspirational speech" gehalten. Es ging um seine Kampf gegen den Krebs und die Geschichte dahinter. Radfahren war kaum ein Thema.
Seine "Rede" war lustig, nachdenklich, bewegend und kritisch. Verwundert hat mich, dass er die USA in keinster Weise glorifiziert oder gefeiert hat. Ganz im Gegenteil, er war mit seinem Heimatland sehr streng und hat offen Ungerechtigkeiten angesprochen. Insgesamt war ich sehr überrascht, denn aus dem Fernsehen war mir Lance Armstrong nie sympatisch in Erinnerung.
P.S. Autogramme gab es leider keine.
Auf nach Salz See Stadt
Boston, 17 Uhr. Unser Flieger nach Salt Lake City kommt gerade rein. In Atlanta ist Mistwetter und deswegen ist er 30 min zu spät. Bei uns hier in Boston ist auch der Regen schon angekommen. Bin gespannt, ob wir durch die heftige Sturmfront fliegen müssen, die über die USA zieht.
Ich habe einen Grande Latte mit einem extra Espresso intus. Es geht los. Wir boarden. Es ist übrigens heute eine Boeing 757 der Delta Airlines. Nicht gerade das Neueste vom Neuesten, aber es fliegt. Die Leute stauen sich etwas beim Einsteigen, aber sonst ist es fein. Delta hat leider die ältesten Stewardessen auf der Welt, dafür aber ein In-Seat-Entertainment-System.
Der Flieger ist nicht ganz voll, aber leider sitze ich eingeklemmt auf 21B. Gottseidank zwischen Kollegen und nicht zwischen fremden schwitzenden Männern. Delta mag einen alten Flieger haben, aber dank heftigem Konkurrenzkampf mit Jetblue haben sie ein Super-Entertainment-System. Live TV, Spiele, Filme etc. Nicht alles ist frei. Einige Sachen kosten Geld, aber 5 Dollar sind für einen Spielfilm eigentlich ok. Die Kopfhörer kosten auch. Das meiste Essen auch. Getränke sind nur von Coca Cola frei, der Rest kostet. Ich habe mir vorher Wasser und Saft gekauft, da ich wusste, dass man hier abgezogen wird.
Da mein Akku mir 5 Stunden Laufzeit anbietet und ich keine Essen auf dem Schoss haben muss - kostet ja und ist nicht so der Knüller denke ich, schreibe ich Euch lieber einen Text und arbeite nebenbei. Leider ist das 15" Notebook auf dem Schoss der Economy-Class etwas einengend. Mein R60 hat so ein mistiges Display, da ist der Kontrast nur gut, wenn man gerade daraufschaut. Von oben ist es überhaupt nicht schön. Naja, noch 1 Jahr und dann ist es auch wieder 3 Jahre alt und ich kann mir ein Neues suchen.
Die Fluginformationen sind auch viel detaillierter. Man sieht genau, wo man ist und bekommt Strassen und Städte eingeblendet. Nicht so pauschal wie die Systeme für den Flug über den Teich. Momentan sind wir nahe der Interstate 90 und kommen gleich an Syracuse vorbei und sind auf direktem Weg nach Detroit.
Der Hammer ist, dass im Board-Radio auf dem 80er-Kanal jede Menge bekannte Sachen laufen, momentan Falco mit Amadeus, vorher kam Nena und 99 Luftballons, aber beides auf Deutsch und nicht in der übersetzten Fassung.
Unser Entertainment-System hat übrigens gerade gebootet. Es läuft ein RedHat-Linux drunter und die Sitzplätze werden von mehreren Rechners bedient, denn der Bootvorgang war nicht synchron auf allen Schirmen. Interessant. Die Software darauf hat aber einige Fehler, denn es kamen schon mal Zahlenformatfehler vor und der Absturz ist wohl eher auch auf Probleme mit dem Videozeugs zurückzuführen, als auf Linux selbst. Wer weiss, welche Treiber noch versenkt wurden, es hat jedenfalls einige exotische Hardware angezeigt, als es bootete.
Heute ist es unangenehm warm im Flieger. Wenn man aber die Lüftungsdinger aufdreht, dann holt man sich einen steifen Nacken. Ich hasse es, wenn ich auf dem Rücken schwitze, aber ist ja auch kein Wunder auf Ledersitzen.
So, es rumpelt mal kurz und der Pilot hat das Anschnallzeichen wieder angeschaltet. Wir sind jetzt fast auf der Hälfte und das heisst, es sind noch fast 3 Stunden Flug.
Irgendwie habe ich die Lust verloren, weiter zu schreiben. Es war einfach zu warm. Mittlerweile bin ich im Hotel angekommen und habe in der Hotelbar noch etwas gegessen. Ein Chicken Sandwich. War echt schlecht. Nur Mozzarella und ein Stück Chicken in einem Focaccia. Dazu ein Haufen labbrige Pommes. Naja...
Ich habe noch ein Bild vom Hotelzimmer reingepackt und auch einen Blick auf den Flughafen Boston... bzw. eher auf zwei Fressstellen. Da hatte ich noch einen Salat vorm Abflug, einen Smoothie und danach noch einen Kaffee Latte.
Mehr von hier demnächst. Mal sehen, was ich von der Gegend so sehen werde. Die Luft hier ist übrigens angenehm kühl und irgendwie schwerer. Jedenfalls füllt sie angenehm die Lungen. Erholung muss auch mal sein.
"All set." in XXL
Heute konnte ich meinen amerikanischen Englisch-Wortschatz ergänzen. Oft bekommt man "All set." zu hören. Speziell auf Fragen, wie zum Beispiel: "Ist mein Zimmer fertig? Brauchen Sie noch etwas von mir?" etc. Grob übersetzt: "Alles erledigt. Alles gut. Null problemo."
Heute durfte ich die XXL-Höflichkeitsversion akustisch vernehmen: "That's absolutely set for you!" Man lernt ja nie aus... wenn es also mal wieder extrem zuvorkommend sein soll... jetzt wisst Ihr es ja.
Scheisse war das lecker

Ich esse sowas extrem selten, aber es war mal wieder Zeit - All American Breakfast. Es war extrem lecker und absolut füllend, damit sollte ich meine verlorenen Kilos seit Jahresanfang nun auch wiedergefunden haben.
Double Stack Blueberry Pancakes, 2 scrambled Eggs, Bacon, Wheat Toast, Unlimited Coffee
Komisch
Irgendwie widerspricht man sich in den USA. Panik vor Anschlägen und Zauber rund um die Sicherheit am Flughafen, aber kaum einer der Mitarbeiter im Sicherheitsbereich ist ein echter Amerikaner bzw. spricht flüssig Englisch.
Boston Underground
Ein kleiner Blick in einen U-Bahn Tunnel von Boston, die Blue Line der Boston-T. Leider hatte ich meine grosse Kamera nicht dabei.
Faschistische Rauchverbieter
Nicht alle amerikanischen Kneipenbesitzer sind begeistert vom Nichtraucherschutz. Wobei hier die freie Meinungsäusserung vielleicht etwas über die gewählte Begrifflichkeit stolpert. Gefunden in einer Bar in Downtown Boston
Ich wollte doch nur ein Notebook
Heutzutage ist der Kauf eines Notebooks eine zutiefst heikle Angelegenheit, ich habe mal AGBs gelesen:
Der Export, Reexport, Verkauf und / oder der Rücktransfer an militärische Endnutzer oder für die Endnutzung an verbotenen Bestimmungsorten und an verbreitende Endnutzer und für verbreitende Endnutzung, ohne vorherige Genehmigung durch die US-Regierung, sind streng verboten.
Candlepin-Bowling
Heute noch ein Bildungsnachtrag zur letzten USA-Reise. In Neuengland ist Candlepin-Bowling sehr populär. Man kann es als Kreuzung zwischen Bowling und Kegeln sehen. Sehr unterhaltsam übrigens.
Mehr dazu in der englischen Wikipedia - Candlepin-Bowling.
P.S. Ich muss der Wikipedia mal einige meine Bilder sponsern... erledigt.
Verlegenheitsposting - US-Kennzeichen
Da ich gerade nix Besseres greifbar habe, gibt es einfach einen Blick auf das Kennzeichen meines letzten Mietwagens in den USA (Chevrolet Malibu Maxx). Georgia hatte ich vorher noch nicht. Wer es nicht weiss, die Hauptstadt von Georgia ist Atlanta und dort befindet sich der Coca Cola Hauptsitz. Also ist Atlanta sozusagen die Brause-Hauptstadt der Welt ;)
Der Maxx war diesmal mit 22-25mpg (9,4-10,7 l/100km) etwas durstig.
Tex Avery - The TV of Tomorrow
Ich liebe Tex Avery Cartoons. Vor Jahren kamen die mal jeden Abend auf N3. Dank YouTube kommen sie jetzt jeden Abend... habe ich aber erst vor wenigen Stunden entdeckt. Alle Begeisterungen blubbern manchmal unerwartet nach oben.
Der Apfel

Sie steht am Ausgabeschalter von Panera Bread ("Pick Up Order Here"). Vor ihr steht ein Salat mit Blue Cheese und einem Apfel als Beilage. Sie ist drei Frauen in einer.
"Ich habe das nicht bestellt!!!", entrüstet sie sich. Die Bedienung schaut fragend. "Ich habe keine Blue Cheese und keinen Apfel bestellt." "Aber Blue Cheese gehört zu diesem Salat dazu." antwortet die Frau hinter der Theke. "Aber kein Apfel! Chips!" Da nahm die Bedienung den Apfel weg und legte 220 Kalorien in Form von Kartoffelchips dazu.
Unamerikanisch grummelnd, böse schauend und mit dem Kopf schüttelnd zogen die drei Frauen mit der Beute davon... und ich trat aus physikalischen Gründen mehrere Schritte zur Seite...
Photo by Marta Crowe under CC-BY-2.0
Ohhh Baby... ich bin so schmutzig
Es gibt Dinge, die findet nur ein Nichtmuttersprachler in den USA lustig. Hier ein Satisfaction Center mit Dirty Towels Ablage. Mmm... wie naughty... Gefunden an einer Tankstelle mit angeschlossener Waschstrasse.
Jetzt weiss ich auch endlich, was die Rolling Stones die ganze Zeit meinten... ;)
Vorsicht Viren und Bakterien oder doch nicht...

Wer die USA kennt, der wird mir beipflichten, dass dieser Artikel in Newsweek schon fast sensationell ist - Caution: Killing Germs May Be Hazardous To Your Health.
In den USA wird dem Schutz vor Keimen und Bakterien (gesammelt Germs genannt) ein unglaublich hoher Stellenwert eingeräumt, der fast schon religöse Züge annimmt. Jede Werbung verkauft den besseren Bakterienkiller und jedes Frühstücksfernsehshow macht Angst vor den kleinen Terroristen. Im Supermarkt muss man genau hinsehen, um überhaupt noch eine normale Seife ohne Antibacterial zu erwischen.
Ergänzung: Im Artikel geht es um den Einsatz von massenweise Antibiotika und Desinfektionsmittels (Handsanitizer), um die Überreinheit unserer Lebensumgebung und unsere damit einhergehende Überempfindlichkeit gegenüber harmlosen Bakterien. Es geht um den Krieg, den wir seit einem Jahrhundert gegen Keime führen, der uns nur verlieren lässt. Wir schiessen einfach drauflos, ohne zu verstehen, dass wir einen Grossteil aller Bakterien brauchen und das ca. 10x mehr fremde Zellen auf und in unserem Körper zu finden sind, als wir selbst Zellen haben. Wir können Gut und Böse nicht unterscheiden. Es werden auch Fälle aufgeführt, wo die Ausrottung von Böse Nr.1 zur Invasion von extrem Böse Nr.2 geführt hat.
Ich finde es gut, dass sich endlich eine Zeitschrift dieses Problems annimmt und mal wenigstens einen Versuch der Aufklärung unternimmt. Wir können nicht ohne Bakterien leben. Je mehr wir uns schützen, desto verwundbarer werden wir.
Wir Deutschen treiben es ähnlich, wenngleich ich noch nicht diesen "Wahn" im Verhalten der normalen Hausfrau erkennen kann, ihr Kind von allem fernzuhalten, was nur ansatzweise mit mikroskopischem Leben zu tun hat.
P.S. Auch hier schauen - Wie schütze ich mich richtig!
Nackter Hintern
Dieses alte Werbeschild für Coppertone Sonnencreme habe ich in Hampton Beach, NH gefunden. Mich wundert echt, dass es noch hängt. Heutzutage regen sich Leute doch eigentlich über alles auf... und dann auch noch ein nackter Kinderhintern.
