Die Kapitalismusdebatte

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Was derzeit in den deutschen Medien los ist und was die SPD angezettelt hat, dass geht auf keine Kuhhaut: Die Kapitalismusdebatte! Ich fühle mich an den Staatsbürgerkundeunterricht in der DDR erinnert, der in einigen Dingen im Bezug auf den Kapitalismus nicht einmal besonders falsch lag, wie man erkennt bzw. gemerkt hat.

Jetzt aber mal im Ernst. Wie kann man sich hinstellen und sagen, dass die Unternehmen gierig und selbst ein Vielfaches des Durchschnittslohnes und später der Durchschnittsrente kassieren? Gier ist leider ein Teil dieses Systems und es läuft nur durch Gier. Oder hat letztens Euer Nachbar seine Mercedes SL verkauft und stattdessen zwei Golf genommen und dann noch den einen davon an Euch verschenkt, weil Ihr ein armer Student/Mensch/Teufel seit?

Die Menschheit entwickelt sich momentan nicht besonders weiter und die SPD zettelt eine Kommunismusdebatte an...so weit sind wir frühestens in 200 Jahren. Momentan treibt viele Leute nur Besitz an und deswegen kann ich es nicht verstehen, wenn jemand mitdemonstriert, der sich gerade für 10000 Euro eine Hifi-Anlage in sein Auto gebaut hat. Damit hätte er besser die Tochter der Nachbarsfamilie auf die Uni geschickt.

Diese blöde Diskussion führt dazu, dass das Image von Deutschland noch schlechter wird. Hier stellt niemand einen Betrieb hin, wenn er wie in Russland fürchten muss, enteignet oder im nächsten Monat vom Finanzamt abgezogen zu werden. Die Länder im Osten (ausgenommen Russland) empfangen ihn mit offenen Armen und fast keinen Steuern.

Das produzierende Gewerbe in Deutschland ist tot. In 25 Jahren wird kaum noch etwas in Massenproduktion in Deutschland hergestellt werden. Keine Klamotten, keine Autos, keine Handy, keine Haushaltsgeräte, rein garnichts. Deutschland kann nur mit ausgefallenen Speziallösungen überleben, wo die Lohnkosten einfach nicht ins Gewicht fallen, zudem durch Forschung und Entwicklung, aber nicht durch Produktion...UND DAFÜR BRAUCHEN WIR EIN KLIMA, SO DASS FIRMEN HIER AUCH GELD LASSEN, UM GELD ZU MACHEN!!!

Als kurze Erinnerung: Das sozialistische Modell hat den 40-jährigen Probelauf nicht bestanden, weil zum Schluss auch im Sozialismus bei vielen die Gier gesiegt hat...nicht zuletzt bei den Chefs des Landes. Von Gewalt und Freiheitsmangel mal ganz zu Schwiegen.

Einen funktionierenden Sozialstaat kann man nicht erlabbern, sondern muss man erarbeiten. Dazu müssen die Leute gebildet sein und Arbeit haben. Ein Unternehmen kann nur aufgebaut werden, wenn man Ahnung und Ideen hat und extrem fleissig ist. Es gibt gute und schlechte Unternehmungen, viele tun viel für ihre Mitarbeiter, einige beuten nur aus. Aber die Ausbeuter jetzt durch Labern zu Vergraulen hilft nicht, denn wenn die Arbeitsplätze nach X verlagert werden, dann ist das Geschrei wieder gross.

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Marcos

Sag mal, das Wahlgeplänkel der SPD nimmst du doch nicht ernst. Spätestens in 2006 ist das kein Thema mehr. Obwohl, daß Sommerloch will gefüllt werden.

Das Grundübel ist zwar auch die Gier, allerdings bin ich der Meinung, ohne Zinsen wären wir weiter...

Außerdem gibts auch immer noch Idealisten!

Ansonsten sind deine Argumente doch recht plakativ.

(na wenn das keine Steilvorlage war :-))
2005-05-03 - 00:30:42 - Marcos

ReneS

Das Wahlgeplänkel der SPD versaut Deutschland, genau wie die Unfähigkeit der CDU Alternativen oder überhaupt Konzepte zu präsentieren.
Ohne Zinsen? Wie arbeiten eigentlich die Banken in der arabischen Welt, wo Zinsen verboten sind? Wer gibt jemandem Geld, wenn er nicht etwas dafür zurückbekommt?

Lieber plakative Argumente als überhaupt keine...Idealist!!
2005-05-03 - 08:31:08 - ReneS

Marcos

Der Wirtschaft ist es egal, was die SPD für eine Diskussion anzettelt, die Realität spricht ja wohl eher für den den Standort Deutschland.

Das produzierende Gewerbe in Deutschland ist also tot. Woher hast du das? Mit 11 Mio. Arbeitnehmern im produzierenden Gewerbe ist es noch relativ lebendig, würd ich sagen. (Mikrozensus 2003)

Falls ein Produkt wenig Lohnkosten hat, denn gibts ja nur noch die Kapitalkosten, die wir bezahlen. Z.B. Fernwärme. Damit bezahlen wir den Zins der Bank, den das Energieversorgungsunternehmen der Bank zahlt mit.

Es gab ja in Ami-Land auch mal solche tollen Zero-Bonds, wo du nach 30 Jahren 14% jährlich auf deine Einlagen garantiert vom Staat zurückbekommen hast. Wenn man sich das überlegt, kann man nur dazu kommen, das Geld entwertet werden muss... Ansonsten würden wir in 50 Jahren mit 10000 € bei gleichem Geldwert bei 9% Zinsen alle ziemlich wohlhabend werden. Also muss das Geld ja irgenwo herkommen. Vom Kreditnehmer. Der meist mehr Zinsen bezahlt, als die Bank gibt.

Noch ein hübsches Zitat:

„Ich habe also Gelegenheit gehabt, die heutigen Erscheinungen des Wirt-
schaftslebens im Bereich eines einzelnen Industriezweiges aus allernäch-
ster Nähe anzusehen. . . Gemäß den Pflichten, welche meine Stellung mir
auferlegte, mußte ich nun diese Erscheinungen stets betrachten vom
Standpunkt des Unternehmers und Kapitalisten. Gleichzeitig habe ich sie
aber auch immer betrachten müssen mit den Augen des Arbeitersoh-
nes. . . Ich habe also die Vorgänge gleichzeitig von ganz entgegengesetzten
Seiten her ansehen und aus beiden ein Fazit mir ziehen können unter dem
Gesichtspunkt des öffentlichen Interesses und des Gemeinwohls. . .
Da ausschließlich die menschliche Arbeit Werte erzeugt..., so kann
kein Zweifel darüber bestehen, daß es die Gesamtheit aller Arbeitenden
im Volk ist, welche jene Summe für die Gesamtheit aller Besitzenden .. .
dafür aufzubringen hat, daß die Eigentümer der Objekte des Nationalver-
mögens diese Objekte der Arbeit des ganzen Volkes als Mittel der Güte-
rerzeugung vorenthalten oder darleihen.
Mithin hat . . . die Gesamtheit aller Arbeitenden in allen Tätigkeitsge-
bieten, dem Durchschnitt nach, immer zwei Tage in der Woche zu arbei-
ten, für die Gesamtheit der Besitzenden, d. h. derer, welche Miteigentü-
mer des Nationalvermögens sind, dessen Verzinsung vorweg aufgebracht
werden muß . . . Der Zins ist unter dem volkswirtschaftlichen Gesichts-
punkt nur das Kennzeichen der Zwangslage, in welcher die Arbeit sich
gegenüber dem Besitz insofern befindet, als die Wertobjekte des Gesamt-
vermögens als Mittel produktiver Arbeit absolut unentbehrlich sind. . .
Elimination (Ausmerzung) des Zinswesens aus dem Wirtschaftssystem
der Völker ist daher die Voraussetzung für eine haltbare, nicht auf völlige
Desorganisation hinsteuernde Wirtschaftstätigkeit.“

Prof. Dr. Ernst ABBE in einem kurz vor der Wende vom
19. zum 20. Jahrhundert gehaltenen Vortrag
aus Zeitschrift für Sozialökonomie, Nr. 61
2005-05-03 - 17:28:02 - Marcos

ReneS

Habe ja auch nicht gesagt, dass das prod. Gewerbe jetzt tot ist, sondern langsam stirb und da alle Leute billig kaufen, muss auch jeder billig produzieren und das geht nur außerhalb Deutschlands.

Der Anstieg der Geldmenge und sein Wertverfall heisst Inflation und daran sind nicht allein die Zinsen schuld. In 50 Jahren sind 10000 Euro deutlich weniger wert, also deren Kaufkraft hat deutlich nachgelassen.

Mal hier Lesen: http://de.wikipedia.org/wik...
2005-05-03 - 22:28:17 - ReneS

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