Restaurant Café Bar Bauersfeld, Jena

Gläser

Freitag waren wir im Restaurant Bauersfeld in Jena. Zufällig sind wir vorbeigelaufen und liessen uns von der Ankündigung eines Piano-Abends hineinlocken. Es war ca. 20:10 Uhr und wir waren etwas hungrig.

Recht schnell kam der Kellner (ich bin so frei und nutze hier die vereinfachte deutsche Bezeichnungen für gastronomische Fachkräfte mit Erlaubnis zur Kundenbetreuung) und präsentierte uns die Karten. Schnell begannen wir mit der Auswahl, um unsere Mägen ruhig zustellen. Ausserdem hatte sich ein gewisser Appetit gebildet, denn das Bauersfeld hat eine angenehme Lage und Atmosphäre. Direkt im Planetarium mit Blick auf Bäume, sowie einer gediegenen Einrichtung, die an die 20er Jahre des 19. Jahrhunderts erinnern soll. Meine Begleitung, vom Beruf Innenarchitektin, fielen natürlich die gemachten Kompromisse und offensichtlichen Schnitzer sofort auf, aber ich möchte es bei der Bemerkung belassen, dass auch ältere Tische nicht knarzen oder kippeln sollten.

Ziemlich zügig hatten wir unsere Getränke bestellt und mit der Lieferung der Selbigen habe wir uns auch gleich für Speisen entschieden: Bandnudeln mit Spinat und ein Salat, dessen genaue Bezeichnung mir leider entfallen ist. Es ist 20:24 Uhr.

Der Tee (Kamille), das Wasser (Gerolsteiner), die Apfelschorle und der Wein (Blauer Portugieser) gingen ok. Leider mussten wir etwas später feststellen, dass an der Weinkaraffe Glas abgesprungen war. Nun war es zu spät, denn die Hälfte des Weins war schon weg. Aber sowas muss doch auffallen beim der Vorbereitung?!

Es ist 21:00 Uhr und wir haben immer noch Hunger und fragen uns langsam, ob das System hat. Aber es kommt auch niemand und erkundigt sich nach unserem Befinden oder entschuldigt sich eventuell für die lange Wartezeit. Allerdings rennt der Kellner des Öfteren durch die Lokalität und verbreitet damit Stress. Man rennt einfach nicht quer durch die Gäste!

Ich sollte noch das Piano erwähnen, denn es wurde die meiste Zeit bespielt. Ich habe nicht viel Ahnung von Musik, aber es ging für mich ok. Es sorgte für Atmosphäre. Hatte ich erwähnt, dass wir zu diesem Zeitpunkt noch Hunger hatten und niemand nach weiteren Wünschen gefragt hat?

Es ist ca. 21:15 und das Essen kommt. Sieht lecker aus und ist auch lecker. Bei meinen Bandnudeln (offensichtlich selbstgemacht) könnte ich mäklig sein und sie als Spagetti empfinden, aber sie schmecken und damit ist mir ihre Form egal. Leider ist das Essen kühl, nur das Innere des Nudelbergs ist warm. Ich denke, es liegt am kalten Teller und/oder am langen Stehen der Speisen in der Küche. Jetzt lässt man das Essen auch nicht wegen thermischer Probleme zurückgehen, weil man a) Hunger hat, b) es auch nur die Mikrowelle sehen würde bzw. c) nochmal mehr als 45min Warten einfach nicht ertragbar wären. Der Salat geht auch ok, aber das Dressing dürfte nicht jedermanns Sache sein... und mir fällt immer noch nicht der Name ein.

Jetzt hat man uns gefragt, ob alles ok sei. Jetzt, wo die Teller leer sind? Er räumt ab.

21:45 Uhr haben wir nach intensivem Schauen in den Raum den Wunsch nach der Rechnung formuliert. Sie nimmt unseren Wunsch auf. Ca. um 21:55 kommt sie erneut leicht verstört lang und fragt, ob denn der Kollege noch nicht da war. Nein, war er nicht. Sie nimmt meine Mastercard mit.

21:56 Uhr. Ich unterschreibe den Beleg und wir trinken aus. Gegen 22:00 Uhr verlassen wir das Bauersfeld mit gemischten Gefühlen. Und jetzt fällt mir ein, was es für ein Salat war - Salat mit karamellisierten Putenbruststreifen.

Der Gesamtpreis lautete 24,40 Euro. Salat - 7,20. Bandnudeln - 7,20. Gerolsteiner - 1,60. Kamillentee - 1,60. Wein - 3,80. Apfelschorle - 3,00.

Fazit: Das Bauersfeld liegt gut, es hat ein nettes Ambiente, aber der Service ist unter Durchschnitt und man wartet einfach zu lange. Geschmacklich geht das Essen ok, aber die Temperatur könnte höher sein. Das hängt aber wohl mit der Bedienungsgeschwindigkeit zusammen. Insgesamt verschenkt das Restaurant Bauersfeld sein Potential und sieht mich damit wohl frühestens in einem Jahr zur Nachkontrolle wieder.

Kein Einziges der Probleme ist finanziell oder strukturell bedingt, es sind einfach die kleinen Sachen, die eine Restaurant zum schönen Fleck machen. Auf dem Nachhauseweg fiel mir in der Wagnergasse der alte Spruch wieder ein: "Wer nichts wird, wird Wirt." Das Bauersfeld hat dieses Image nicht verdient und es ist auch kein weiter Weg bis zum guten Restaurant.

YetAnotherBlog - Restaurant Café Bar Bauersfeld, Jena Freitag waren wir im Restaurant Bauersfeld in Jena. Zufällig sind wir vorbeigelaufen und liessen uns von der Ankündigung eines Piano-Abends hineinlocken. Es war ca. 20:10 Uhr und wir waren etwas hungrig. Recht schnell kam der Kellner (ich bin...

wiemi

Nun würde uns (die Leser) noch der Preis der Gerichte interessieren?
2008-01-13 - 20:04:02 - wiemi

Rene99

24,40 Euro gesamt. Rest im Artikel.
2008-01-13 - 22:45:05 - Rene99

Andreas

Tja, was mir in meinen nun etwas mehr als 4 Jahren hier in Jena aufgefallen ist und mich auch sehr wundert ist das es einfach kein wirklich gutes Restaurant gibt oder noch gibt.

Nehmen wir mal das Kartoffelhaus...
Also ich kenne einige Häuser dieser "Kette" und das hier in Jena ist mit Abstand das schlechteste. Das einzige was passt ist die Atmosphäre. Das Essen ist mehr als ein Witz und die Freundlichkeit der Bedingung hält sich in Grenzen. Ich war (leider) mehr als einmal (ja auch mehr als zweimal) dort und denke mir im Mittel diese Wertung erlauben zu können.

Zweites Beispiel - Papiermühle...

Essen Top, Atmosphäre Top., Bedienung das frechste und unanständigste was ich je erleben musste. Das es ein Verbrechen ist, wenn ich als Kunde, nochmals von der Bedienung, welche mir nach dem Bestellvorgang des Essens, die Speise- und Getränkekarte sofort entriss, die selbige verlange, kann nicht angehen, oder? Ja ich wollte nur in diesem auch „Brauhaus“ nur ein Bier. Ja man kann mir die erhältlichen 2281 Biersorten auch aufzählen, aber NEIN man kann dann nicht mit den Augen rollen wenn ich verständlicherweise doch lieber in die Karte sehen möchte. Ich hoffe mal dass es ein schlechter Tag dort war… (war bisher nur einmal dort)

Drittes Beispiel – El Somprero
Essen geht so, Bedienung Ok, Ambiente Ok, aber renovierungsbedürftig und schmuddelig.
Immer wenn ich Besuch aus der Heimat hatte (Ja, auch Eltern) hatte ich ein Problem damit irgendwo vernünftig essen gehen zu können. Vor einiger Zeit war hier in Lobeda mal das Papa Rios… Das war echt Top, zwar etwas teuer aber naja, dafür freundlich, lecker und schön… leider ist es nun geschlossen… wegen Renovierung/Umbau… (wer bitte kann es sich leisten kurz vor der WM06 zu schließen (!!!) und noch immer umzubauen??? Man beachte das das Ding nen Großbild TV hat(te)… )
Naja wie dem auch sei, ich könnte noch ein Paar weiter Örtlichkeiten Aufzählen, aber ich denke das reicht eigentlich auch. Also wer etwas kennt wo es wirklich toll ist, der kann mir das gerne mal nennen, dann kann ich meine Jena Abschiedsessen dann doch in Jena essen und nicht als Willkommendaheimessen daheim zu mir nehmen, denn dort gibt es mehr als ausreichend Restaurants wo man wirklich gut Speisen kann.

Rechtsverschreibung und Grammatik mit missachten in meinem Geschreibsel (mach ich schließlich ja auch) Man (Renne) möge mir die vielen digitalen Zeilen die ich hiermit in Anspruch nehme verzeihen, aber das wollte ich mal sagen ;)
2008-01-14 - 15:26:34 - Andreas

Rene99

@Andreas: Danke für den Ausbruch.

R2 hat super Essen, aber Atmosphäre klemmt und manchmal der Service.
Stilbruch hat gutes Essen, aber ich mag nicht drin sitzen, nur draussen, so dass es nur im Sommer geht und man muss Glück haben mit der Bedienung.
2008-01-14 - 15:29:51 - Rene99

Watson

Der Italiener in der Holzmarktpassage ist ziemlich gut, der Inhaber hat Ende letzten Jahres gewechselt, war schon zweimal da und im Einstein gibt es auch sehr gutes Essen, es gibt schon bissl was wo man hingehen kann, kommt halt immer auch auf die persönliche Stimmung an ;) !
2008-01-14 - 22:05:24 - Watson

Stephan Weber

Lieber Gast unseres Hauses,

ein wenig erschrocken über die Akribie, mit der Sie den Abend bei uns festgehalten haben, kommt fast einem Restaurantester gleich, und das Nichterwähnen einiger Umstände, möchte ich trotzdem darauf reagieren.
Zunächst möchte ich mich ausdrücklich dafür entschuldigen, dass dieser Abend bei uns weder zu Ihrer noch zu unserer Beglückung verlaufen ist.
Zu unserer Entschuldigung muss ich zunächst darauf verweisen, das es an diesem Abend ausgesprochen voll war, natürlich der Großteil der Gäste absolut zur gleichen Zeit kamen und auch alle aßen. Das bringt jede Gastronomie in temporäre Schwierigkeiten, was die Wartezeiten für Speisen betrifft.
Es sollte zwar nicht so sein, aber wenn man stets mit personellen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, ist es umso tragender, und glauben Sie mir, wir suchen ständig, was jedoch nicht zum gewünschten Ergebnis führt.
Soviel nur ganz kurz zu den Umständen.
Eine kurze Bemerkung zu Ihren Speisen sei mir erlaubt; Was die Temperatur Ihrer Bandnudeln betrifft, so ist es ein Fehler unsererseits, der durch den Stress entstanden ist. Die Breite der Bandnudeln, die Sie gern als Spaghetti bezeichnet hätten, ist allerdings eindeutig in der Karte so ausgeschrieben: „Dünne Bandnudeln mit Spinat, Tomaten und gebackenem Schinken“ und welches Dressing Sie auf Ihrem Salat haben werden, war ebenfalls in der Karte aufgeführt und kommt im Übrigen bei unseren Gästen sehr gut an, also wohl reine Geschmackssache: „Karamellisierte Putenbruststreifen auf frischen Blattsalaten, einem Dijon-Senf-Apfel-Dressing, Apfelspalten und gerösteten Walnüssen“.
Viel mehr Worte möchte ich gar nicht verlieren, sondern abschließend folgendes sagen:
Wir wissen um unsere Schwächen und arbeiten seit relativ genau einem halben Jahr sehr intensiv daran, die Qualität in Service, Speisen & Getränke auf ein hohes Niveau zu bringen, und im Vergleich zum Start hat sich da schon viel getan. Aber es ist ein Prozess, der sich nicht, so gern man auch wollte, auf Knopfdruck erzeugen und abschließen lässt. Wir haben hohe Ziele und werden diese auch weiterhin sehr intensiv verfolgen, stets um das Wohl unserer Gäste zu verbessern, frei nach dem Motto: „Nur ein zufriedener Gast, ist ein wiederkehrender Gast.“ Jeder soll mit einem Lächeln unser Haus betreten und ebenso wieder verlassen.
Ich habe diese Kritik sofort zum Anlass genommen und einige präventive Maßnahmen eingeführt.
Ich danke Ihnen nochmals für Ihr Feedback und hoffe sehr darauf, dass Sie uns die Chance zur Verbesserung geben, vielleicht auch nicht erst in einem Jahr?

In freudiger Erwartung

Stephan Weber, Restaurantleiter
2008-01-23 - 00:17:47 - Stephan Weber

Rene99

@Stephan Weber: Vielen Dank für das Feedback.

Die Bandnudelbreite ist eher lustig, als ein Problem, selbst dünne Bandnudeln wecken eine gewisse Erwartungshaltung bei mir. Der Salat war gut, aber das Dressing wirklich Geschmackssache. Es kann ja nicht alles jedem schmecken und ich hoffe es klang entsprechend heraus.

Noch ein Hinweis zum Grund der Entstehung des akribischen Artikels: Ich war einfach frustriert. Nur bei sehr guten und schlechten Erfahrungen "neige" ich zu Blogeinträgen.

Ich freue mich auf die Verbesserungen und werde meinen nächsten Besuch entsprechend "vorverlegen".

Hier noch mein Lesehinweis zum Besuch der Tapasbar in Jena vor langer Zeit: http://www.yetanotherblog.d...
2008-01-23 - 02:02:56 - Rene99

Andreas

Huch, da sieht man mal wieder wie bekannt Dein Blog doch ist bzw. wie gut man dich bei google findet (2ter Sieger ;) ).

Sehr schön das der Restaurantleiter sich Zeit nimmt auf Deine Kritik einzugehen und wohl auch noch Veränderung veranlasst bzw. sich der Kritik annimmt. Respekt!
Ein Pluspunkt und vieleicht, nachdem ich mir die Internetpräsenz der Gastronomie nun mal angesehen habe, doch eine chance für Jena das ich mein Jenabschiedsessen in Jena zu mir nehme... ;)
2008-01-23 - 13:25:34 - Andreas

Saphi

Also ich kann den Ruf nach gutem Essen in Jena nicht verstehen. Meine Eltern verlangen stets nach einem Besuch im Stilbruch. Auch Gäste von Weit her bekommen immer mal wieder durch Dritte das Stilbruch empfohlen. Ich finde das Essen dort einfach top! Vor allem, da man sämtliche Sonderwünsche anbringen kann, wo in anderen Häusern nur rumgezickt wird. Weiterhin kann ich das Catalana empfehlen. Zwar nicht billig, aber lohnenswert. Und wo bekommt man schon eine Weinprobe wenn man sich bei der Wahl des Getränks unsicher ist? Guten Hunger! ;-)
2008-02-06 - 19:06:40 - Saphi

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