Viel Es, viel Eistee und nur wenig optisch Gesundes

Es ist Freitagabend und die Woche war anstrengend. Ich sitze im Panera und habe einen Salat geschlungen. Hinter diesem Programmfenster rollte gerade Arbeit durch, aber ich muss erstmal nur Zahlen beobachten, bevor ich zum Schlag aushole, deshalb kann ich Euch mit Satzfragmenten langweilen. Zusätzlich treibt sich noch ein Eistee auf meinem Tisch rum.

Es ist Samstagnachmittag und ich habe gestern nur zwei Zeilen geschafft, dann war schon wieder Arbeit angesagt. Was ja insgesamt gut ist, aber manchmal auch erschöpfend. Momentan sitze ich in einem Starbucks und zwar in einem, wo ich noch nie war. Um so ein Ding zu finden, benutzt ja der moderne Mensch Google Maps und der übermoderne sein Taschengadget namens Android-Handy oder wahlweise ein iPhone. Sein Leben von Technologie abhängig machen, ist ja total in...

Der heutige Kaffeetisch ist übrigens mit einem Kaffee Latte, einem Eistee und einem Haferflocken-Cookie gedeckt. Ich sitze im Fenster und beobachte die ein- und auslaufenden Kunden. Heute wird auf meinem Linux-Notebook getippelt und da habe ich letzte Woche Ubuntu 9.10 draufgedübelt. Vom kurzen Browserschrift-Chaos mal abgesehen, ging es prima glatt. Jetzt muss ich nur noch die Energiespareinstellungen ordentlich anpassen. Das geht noch nicht so richtig automatisch und das WLAN hat auch schon einen Notboot hinter sich. Man merkt den fehlenden Software-Support der Hersteller. Microsoft zahlt bestimmt auch ordentlich Geld, damit ihr Windows von allen unterstützt wird.

Aber wir wollen heute mal nicht technisch werden. Wie schon erwähnt, sitze ich im Fenster. Das hat den kleinen Nachteil, dass ich den Kopf verdrehen muss, um die Leute zu sehen und wir wollen ja mal nicht auffällig starren, oder? Das Starbucks ist recht voll und ständig rutschen Leute in der Schlange nach. Läuft also ausgesprochen gut.

Der Mann in mir ist momentan optisch unterfordert, so muss der Autor in mir etwas mehr arbeiten. Ich hatte mir diese Woche soviel vorgenommen zu schreiben, aber irgendwie habe ich alles vergessen. In einigen Tagen kann ich meinen gurkigen Dodge Journey abgeben. Was für ein Mistding... Raum ist ok, Strassenlage auch einigermassen, aber Motor und Getriebe sind die Pest. Man kann nicht vernünftig fahren damit.

Es ist 17 Uhr und draussen ist es depressiv dunkel. Ahh... das macht keine Spass. Es hat aber den Vorteil, dass ich plötzlich im Fenster die Leute hinter mir beobachten kann. Eine junge Dame trägt ihre alte Jeans auf. In dem Ding muss es mächtig ziehen, so zerrupft wie die Hose aussieht. Ja, ich weiss... Mode, aber komische Mode. Ist auch nur vorn so, nicht hinten.

Es ist für mich ein Wunder, dass Leute überleben, die an ihrem Auto kein Licht anhaben, wenn es stockdunkel ist. Ich kann es ja ansatzweise verstehen, wenn das im Halbdunkel und in der Stadt passiert, aber jetzt?

Die Uhr schlägt 17:30 Uhr und ich merke, dass ich fast jeden Absatz mit "Es" angefangen habe. Was solls! Seht mir das bitte nach und beim nächsten Mal passe ich gleich auf. Jetzt geht es zum Barnes & Noble und danach ins Hotel zurück. Ich werde bestimmt aus dem Barnes noch einige Zeilen liefern. So richtig habe ich ja heute noch nix geschrieben.

Nun sitze ich bei Barnes und betrachte die Abdrücke der Tastatur auf meinen Display. Eigentlich habe ich mich nicht auf mein Notebook gesetzt. Schnauf. Ein doppelter Espresso und ein Smoothie stehen neben mir, wobei vom Espresso nur noch die Tasse übrig ist. Ich habe einen Spiegel auf den Knien und hangele mich durch das Blatt.

Der Spiegel hat mal wieder seinen fiesen unkonstruktiven Modus drauf: "Eine Frau und ein Homosexueller regieren jetzt Deutschland." So kann man es auch sehen, aber eigentlich sind wir nur im 21. Jahrhundert angekommen, wo Geschlecht und Spassausrichtung egal sind. Das macht die beiden zu keinen besseren Menschen oder Politikern, aber uns insgesamt etwas fortschrittlicher. Vielleicht bringt Westerwelle etwas Farbe in die triste Republik. Merkel protzt wenigstens nicht immer mit ihren dicken Eiern, wie es unsere Ministerpräsidenten gern tun.

Guttenberg zum Verteidungsminister zu machen war falsch, der hätte Wirtschaft oder Aussenpolitik machen sollen. Westerwelle hätte Wirtschaft oder Finanzen machen sollen. Schäuble hätte der Ruhestand gut getan.

Das Barnes leert sich, obwohl es gerade noch voll war, aber jetzt ist bestimmt langsam Zeit für Abendbrot. Ich weiss noch nicht, was ich mir heute einwerfen will. Vielleicht wird es ein mickriger Salat oder ich hole mir im Stop & Shop noch Material für einen Selbstbausalat. Da weiss ich wenigstens genau, was drin ist. Obwohl ich mich auch für eine warme Speise erwärmen könnte, allerdings hatte ich fett amerikanischer Frühstück...

Übrigens bezahlt McDonalds seinen Aushilfen oder Mitarbeiter hier 8,25 Dollar pro Stunde. Ich war gerade auf der Bank und da hatte jemand einen Schnipsel von seinem Gehaltsscheck liegen lassen. Wobei ich nicht weiss, was da alles drin ist oder eben nicht. Mir fiel das gerade wieder ein, weil ich gerade über ALDI im Spiegel lese und die Praktiken, die da so angewendet werden.

Das war jetzt gerade sehr optisch und sehr gesund. Ich habe beim Mitschwenken meines Blickes alle Männer mitbeobachtet, die an den Tischen neben mir sitzen. Jeder, aber auch jeder hat den Kopf gehoben und geschaut. Allein das Klack-Klack ihrer Schuhe war Marketing genug, um visuell zu werden. Ganz besonders intensiv visualiert hat der runde Junge im Collegealter.

Es ist (und da ist wieder das "Es") ein Fuji Apple Chicken Salad geworden. Dazu ein ungesüsster Eistee mit Zitrone. So richtig komme ich nicht in Schwung. Machen wir also Schluss für jetzt. "Let's call it a day."

Gute Nacht und Guten Morgen Deutschland.

YetAnotherBlog - Viel Es, viel Eistee und nur wenig optisch Gesundes Es ist Freitagabend und die Woche war anstrengend. Ich sitze im Panera und habe einen Salat geschlungen. Hinter diesem Programmfenster rollte gerade Arbeit durch, aber ich muss erstmal nur Zahlen beobachten, bevor ich zum Schlag aushole, deshalb k...

Tom

Ich kann mir nicht vorstellen das Microsoft viel Geld dafür abdrückt das andere Hersteller für Microsoft Produkte entwickeln. Würden die nicht für MS-Produkte entwickeln wäre deren Absatzmarkt ja viel kleiner. ;)
2009-11-08 - 04:38:37 - Tom

müsli

Auf meinem Acer Aspire One Netbook hatte ich jetzt auch schon diverse Linuxe drauf. Das Originale Linpus ist der letzte Schrott gewesen. Bisher hatte aber noch jeder Versuch irgendwelche Unzulänglichkeiten zur Folge (LEDs gehen nicht, kein Sound, ...). Ubuntu 9.10 läuft auf dem Teil trotz der mageren Hardware jetzt ziemlich perfekt. Alles wird unterstützt. Auch das Booten geht schnell, trotz langsamer SSD. Auf meinem Arbeitsrechner hat das Update von 9.04 auf 9.10 aber etwas geklemmt. Bei guter Organisation der Platte ist eine Neuinstallation aber auch nicht dramatisch.

So, war jetzt leider auch nur technisch, aber trotzdem viele Grüße nach Boston.
2009-11-08 - 11:52:42 - müsli

Rene

@Tom: Ich glaube, es ist ähnlich wie bei Intel. Hersteller bekommen jede Menge Unterstützung für ihre Neuentwicklungen und Anpassungen, damit sie auf das neue OS und nur auf MS setzen.

@müsli: Hibernation geht extrem langsam und einmal WLAN war schon weg nach den Aufwecken aus einem Suspend.
2009-11-08 - 17:54:17 - Rene

Connie

A propos Geschlecht und Spassausrichtung - alle Kommentare bisher sind zu technischen Details - von Männern, vermute ich.
Oder ist Müsli eine Frau? Das Müsli, der Müsli, die Müsli.

Find die Überschrift des Spiegels passend, die doch der Wahrheit entspricht.

Und schaun wir mal...ob Guido als rainbow-farbender Diplomat Spass versteht und "Frau" Aussenministerin mit auf Reisen nimmt.

Und ich find es für Deutschland eine verpasste Chance (aus Neid auf Erfolg, gutes Aussehen und Geld und Verstand?) zu Guttenberg nicht weiter als Wirtschafts-Minister zu wählen.

Connie.
2009-11-10 - 02:41:33 - Connie

Rene

@Connie: Es heisst DER Müsli. Die Frage ist doch, ob Guido seine Frau mitnehmen darf oder es aber in Saudi Arabien dann zu diplomatischen Zwischenfällen kommt.

Ich finde die Chance auch verpasst.
2009-11-10 - 02:50:42 - Rene

Mit der Einführung der Europäischen Datenschutzgrundverordnung schliesse ich die Kommentarfunktion dieses Blogs, weil ich einfach keinen Bock auf die Arbeit habe, die dabei entsteht. Wer sich bei mir melden möchte, meine Mailadresse steht im Impressum. Hier der unnötige Hinweis, dass ich natürlich durch die Zusendung einer E-Mail in den Besitz von personenbezogenen Daten gelange. Der restliche Kram steht dann bei mir im Datenschutz.