Wie es zum Zweiten Kalten Krieg kam

Bombardierung

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2011 - Nach der Bombardierung der iranischen Nuklearanlagen durch Israel im Jahre 2009, hat der Iran in einem gewaltigen Gegenschlag Israel mit Raketen beschossen und grosse Teile Tel Avis dem Erdboden gleichgemacht. Bei diesem Angriff sterben ca. 50000 Menschen.

Die USA und Grossbritannien, gedeckt durch die EU, haben daraufhin wichtige Industrieanlagen im Iran zerstört. Als Reaktion darauf hat der Iran mit der Invasion des Iraks begonnen, um sich den Zugriff auf die wichtigsten Ölquellen zu sichern. Mit der Unterstützung einiger Volksgruppen im Irak wurden die USA aus der Hälfte des Landes zurückgedrängt. Die Börsen reagieren mit Kursverlusten bis zu 30%, der Ölpreis erreicht 110 Dollar pro Barrel.

Die Situation macht sich die Türkei zu Nutze und erobert relativ kampflos den Norden des Irak. CNN berichtet von ethnischen Säuberungen.

Zur gleichen Zeit greift Nordkorea in einem Verzweiflungsakt Südkorea an, da die USA alle Hände voll zu tun haben. In der Bevölkerung Nordkoreas waren grosse Unruhen durch Hunger und Seuchen ausgebrochen. Die nordkoreanische Regierung nennt es den Befreiungsschlag aus der Blockade durch Südkorea, die zu Hunger und Elend im eigenen Land geführt hatte. Der Ölpreis erreicht 125 Dollar pro Barrel.

Da die Ölpreise seit Jahren hoch sind und die meisten Fluggesellschaften ihre Kaufoptionen auf billiges Öl aufgebraucht haben, müssen mehrere grosse Gesellschaften Konkurs anmelden. Zugleich macht die Vorschrift zum vollständigen Screening aller Passagiere das Fliegen auf Kurz- und Mittelstrecken unattraktiv. Passagiere müssen sich zwei Wochen vor Abflug mit einem speziellen Flugvisa melden. Daraufhin wird ein Persönlichkeitsprofil erstellt, um terroristische Risiken zu minimieren. Trotzdem gelingt es terroristischen Zellen, ungefähr jede Woche ein Passagierflugzeug vom Himmel zu holen. In einigen Gebieten werden Boden-Luftraketen benutzt, in Europa und Nordamerika werden aber vorrangig Selbstmordattentate verübt.

Lufthansa Boeing 737

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Mit dem Absturz einer Boeing 737 der Lufthansa über dem Stadtzentrum von Frankfurt werden alle innerdeutschen Flüge untersagt, ausserdem sind die meisten Flüge ohnehin nur zu 25% ausgelastet. Immer mehr Menschen nutzen den Fernverkehr der Bahn. Leider verliert auch diese Reiseart ihre Attraktivität, nachdem auf der Strecke Köln-Frankfurt ein ICE mit einem LKW kollidiert, der von Attentätern von einer Brücke auf die Gleise gestürzt wurde. Der ICE rast mit 300km/h in das Wrack und Teile des Zuges werden förmlich pulverisiert. 500 Menschen sterben.

China fühlt sich unbeobachtet und überfällt Taiwan. Der Ölpreis erreicht 135 Dollar trotz sinkender Nachfrage. Zwei Tage nach dem Überfall auf Taiwan schliesst der Iran alle Ölquellen für Exporte in die westliche Welt und unterzeichnet ein Exklusivlieferabkommen mit China. Öl wird für mehrere Tage nicht gehandelt, da sich keine Kurse mehr festsetzen lassen.

Mehrere Anschläge in den USA zerstören wichtige Raffinerien und Ölhäfen. Der Preis für Benzin explodiert in den USA auf 10 Dollar pro Gallone. In Panik verkaufen viele Leute ihre Lebensversicherungen und Wertpapieranlagen, um Bargeld zur Verfügung zu haben. Die US-Leitbörse fällt innerhalb von sieben Tagen um 50%. Kraftstoff wird rationiert und Fliegen unter 300 Meilen untersagt.

Die Weltwirtschaft liegt am Boden. Es bilden sich politische Lager. Europa und Nordamerika bilden die Westkoalition (Western Coalition - WeCo); grosse Teile Asiens, ausgenommen Japan, verbünden sich mit China zur Asiatischen Allianz (Asian Treaty Organization - ATO). Afrika findet keinerlei Beachtung und Südamerika verhält sich relativ neutral.

China gewinnt durch die Asien-Allianz einen Teil der Absatzmärkte hinzu, die es durch den Einfuhrboykott der Westkoalition verloren hat. Europa und Nordamerika versinken im wirtschaftlichen Chaos, denn es fehlt an den meisten Konsumgütern. Vor allem Textilien und Computer werden knapp. Nach einigen Monaten gelingt es Mittelamerika, die Lieferausfälle zu kompensieren. Es gibt endlich wieder Jeans und Unterwäsche. Aber weiterhin keine Computer.

Russland mag sich nicht einem bestimmten Lager anschliessen und erklärt sich zum Chefvermittler zwischen den Fronten. Wichtige Exporte aus und in die WeCo werden über Russland gegen eine Gebühr von 25% abgewickelt. Endlich gibt es wieder Computer.

Es ist Silvester 2011 und die Menschen erhoffen sich von 2012 Ruhe und Frieden, sowie wieder ein normales Leben.

Nukleare Explosion

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23:58 Uhr erschüttert eine atomare Explosion London. 25000 Menschen sterben sofort, weitere 25000 in den folgenden 4 Wochen. Bis zum Ende des Jahres 2012 werden insgesamt 70000 sterben. 100000 Menschen sind unheilbar strahlenkrank.

Dieser Anschlag wird offiziell nie aufgeklärt. Einzig die Herkunft des Urans kann auf eine sibirische Quelle zurückgeführt werden. Eine Zeit lang machen sich beide Fraktionen für das Attentat gegenseitig verantwortlich.

Die Asiatische Fraktion erklärt, dass die Westkoalition dieses Unglück absichtlich herbeigeführt hat, um militärische Aktionen rechtfertigen zu können. Die WeCo wiederum bezichtigt die ATO, dass sie dem Finanzzentrum Europas schaden will, da dort grosse asiatische Vermögensgegenstände eingefroren sind.

Am 15.02.2012 erklärt die Asiatische Allianz der Westkoalition den Krieg. Am nächsten Tag erwidert die WeCo die Kriegserklärung.

Beide Fraktionen beginnen Seeblockaden und entziehen alle Überflugrechte der gegnerischen Partei. Fast alle Internetrouten zwischen den Kriegsparteien werden stillgelegt. Es verbleibt ein einziger Knotenpunkt, der von beiden Seiten mit umfangreichen technischen Massnahmen geschützt wird. Einzig privater Emailverkehr ist stark reguliert möglich, wird aber vollständig abgehört. Verschlüsselte Nachrichten werden blockiert.

Am 14.09.2012 steigen vom Gebiet Russlands vier Interkontinentalraketen auf und schlagen wenig später in unbewohnten Gebieten beider Fraktionen ein. Russland bietet beiden Fraktionen nach diesen Warnschüssen Friedensverhandlungen an. Der russische Präsident wird später mit den Worten zitiert werden, dass er dem ungebremsten menschlichen Irrsinn Einhalt gebieten wollte.

Kirche in Jekatarinburg

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Sieben Tage später beginnen offizielle Verhandlungen in Jekaterinburg. Diese dauern über 7 Monate und enden am 26. Juni 2013 mit der Unterzeichnung eines Friedensvertrages. Ein Teil der Handels- und Reiseeinschränkungen wird aufgehoben. Die abgebrochenen diplomatischen Beziehungen zwischen den meisten Ländern werden wieder hergestellt. Trotzdem wird dieser Tag als der Beginn des Zweiten Kalten Krieges in die Geschichte eingehen.

Der Roman - 2006-09-09, 05:58:56 - 23 Kommentare