Adventskalender Türchen 11 - Erfurter Dom

Die 11

Weil ich schnell meine Dom-Bilder platzieren möchte, hat das Türchen 11 das Thema - Erfurter Dom, Glasfenster.

Der Erfurter Dom (früher auch Marienkirche oder Propsteikirche Beatae Mariae Virginis genannt) ist der wichtigste und älteste Kirchenbau in Erfurt. Er diente nur kurze Zeit in der Mitte des 8. Jahrhunderts als Bischofssitz und war das gesamte Mittelalter über bis in das frühe 19. Jahrhundert hinein Sitz des Kollegiatstifts St. Marien. Seit 1994 ist er wieder Kathedrale des neugeschaffenen Bistums Erfurt und Sitz des Domkapitels.

Die 18,6 m hohen und bis 2,60 m breiten vierbahnigen Maßwerkfenster im Chor zeigen einen spätgotischen Glasgemäldezyklus, der von etwa 1370 bis um 1420 geschaffen wurde und zu den größten seiner Art in Deutschland gehört. 13 der 15 Fenster sind noch fast vollständig mittelalterlich erhalten, wobei von den etwa 1100 einzelnen Scheiben 895 mittelalterlich sind. Lediglich das nur in Resten erhaltene Ostfenster mit Szenen aus dem Marienleben und geringfügige Ausbesserungen der Zeit zwischen 1897 und 1911 ergänzen den Altbestand. Die beiden westlichen Fenster der Südseite sind, einem neuen Restaurierungskonzept folgend, in der Bildsprache des Mittelalters gehaltene Neuschöpfungen von Charles Crodel.

Rechts neben dem Scheitelfenster werden die Schöpfung und die Urzeit bis zum Turmbau zu Babel behandelt (1. Buch Mose), links die Passion Christi bis zur Auferstehung. Die Südseite zeigt die Geschichte der Erzväter Abraham, Jakob und Josef, das letzte Fenster spätgotische heilige Jungfrauen (Tiefengrubenfenster), die Nordseite die Apostel und Apostelmartyrien sowie Heiligenlegenden der Hl. Katharina, Eustachius, Bonifatius und Helena.

Die Fenster wurden sukzessive nach dem Chorbau geschaffen und können in drei Gruppen unterschieden werden: Die ältesten acht Fenster gehören der sogenannten kleinfigurigen Gruppe an (Eustachius-, Katharinen-, Apostel-Martyrien- sowie Passionsfenster an der Nordseite, Genesis-, Abraham-, Jakob- und Josephfenster an der Südseite). Sie zeichnen sich durch vorwiegend gedrungene Figuren mit großen Köpfen und Händen aus. Die Felder sind eng gefüllt. Sie entstanden unter dem Einfluss böhmischer und süddeutscher Vorbilder und datieren zwischen etwa Ende der Chorbauzeit um 1370 und 1380. Die zweite Gruppe wird als Einzelfigurengruppe bezeichnet. Hierzu gehören das Apostelfenster an der Nordostseite des Polygons und das wahrscheinlich beim Hochaltareinbau entnommene und seitdem weitgehend verschollene zentrale Marienfenster der Ostseite. Die Gruppe wird charakterisiert durch auf einzelne Scheiben verteilte Heiligendarstellungen mit weich fallenden Gewändern unter Vernachlässigung der Körperlichkeit und kräftig ausgebildeter Binnenzeichnung. Sie entstanden zwischen etwa 1390 und etwa 1400. Zu den Fenstern der sogenannten großfigurigen Gruppe gehören das Bonifatius- und das Helenafenster (die beiden westlichen der Nordseite) und das Tiefengrubenfenster. Es nach dem gleichnamigen Domvikar benannt, der das Fenster stiftete und hierauf kniend dargestellt ist. Er ist 1403 urkundlich nachweisbar und deshalb kann auch das letzte Fenster auf diese Zeit datiert werden. Bei den beiden ersten Fenstern wird in Betracht gezogen, dass sie nach dem Dombrand 1416 vielleicht in größerem Umfang erneuert und erst etwa 1420 endgültig fertiggestellt wurden. Deutlich zeigt sich hier der über Böhmen vermittelte Einfluss des „Weichen Stils“.

P.S. Der Adventskranz war sehr Fotografen-unfreundlich vor dem Altar aufgehängt. Er war immer im Bild. Deswegen diese komischen Perspektiven.

Quelle und mehr dazu in der Wikipedia - Erfurter Dom.

Photo by joc67 under CC-BY-2.0

Wissen - 2007-12-10, 22:10:28 - 9 Kommentare

Adventskalender Türchen 10 - Riesenrad

Die 10

Im Deutschen heisst es Riesenrad, im Englischen heisst es aber Ferris Wheel, seltener Big Wheel? Warum?

Für die Weltausstellng 1893 in Chicago hat ein Herr George Ferris ein Riesenrad entworfen und gebaut. Es war 80 Meter hoch und wurde leider 1908 verschrottet. Angeblich ist noch ein kleines Stück übrig und liegt irgendwo auf einen Schrottplatz. Seine Baukosten betrugen ca. 450.000 Dollar und eine Fahrt kostete 50 Cent.

Riesenrad - Ferris Wheel

Das Rad von Ferris ist das erste echte klassische Riesenrad. Zuvor gab es aber schon in anderen Ländern auf Jahrmärkten kleinere ähnliche Attraktionen. Wobei die Konstruktion von Ferris mit 36 Gondeln in der Grösse von Schulbussen zur Beförderung von über 2000 Menschen mehr als gigantisch war. Es sollte ja auch den Eiffelturm in den Schatten stellen, denn der war die Attraktion der Weltausstellung 1889 in Paris. Damals gab es noch echten Wettbewerb ;)

Das bekannteste und gleichzeitig älteste erhaltene Riesenrad der Welt steht im Wiener Prater und dürfte jedem ein Begriff sein. Leider hat es seit einem Brand im Jahr 1944 nur noch 15 statt der ursprünglichen 30 Gondeln. Es war auch bereits Schauplatz vieler Filme, z.B. Der Dritte Mann und ein Bond von 1987.

Mehr zum Thema Riesenrad gibt es in der englischen und deutschen Wikipidia.

Quelle: Wikipedia

Photo by fawnmare under CC-BY-2.0

Wissen - 2007-12-10, 00:01:00 - 1 Kommentar