Kurzes zum Wochenende

Es ist Freitag, 21 Uhr und ich sitze zum Wochenausklang wieder im angestammten Barnes & Nobles in Burlington. Neben mir steht ein African Autumn Tee (Roibusch) und eine entkoffeinierter Grande Latte. Oder wie man hier in der Fachsprache sagt: "Grande Decaf Latte". Gerade war ich in der Mall und habe mich 30 Minuten von meiner Lieblingschinesin kneten lassen. Das tat gut. Vorher hatte ich mir noch Shrimp Pasta in der Fastfood Ecke eingeworfen. War so lala. Seine 10,47 Dollar war es definitiv nicht wert. Allein schon der Plastikteller törnt ab, aber das wusste ich ja vorher.

Ich habe mir eine nette Ecke im Barnes gesucht und beobachte Leute. Nebenbei schlürfe ich meinen Kaffee. Am ersten Tisch sitzt eine schlanke Frau, kurze blonde Haare, ca. 25, gelber Rock, kürzer als knielang, passende Bluse, mit Schal um den Hals. Nett anzusehen, weil sich hier nicht viele Leute gut kleiden. Ich würde ihr gern die Schwedin andichten, Männer wissen warum, aber wenn man ihre Aussprache hört, dann ist sie recht sicher aus Neuengland. Ihr gegenüber sitzt ein dunkelhäutiger Herr aus Pakistan, Iran oder dem Irak. Sie beide lesen in Zeitschriften.

Knapp links vor mir sitzt ein langer Kerl, mit Jackett, guter Hose und Schuhen. Einzig die Tätowierung auf seinem Nacken, japanische Schriftzeichen, ist befremdlich. Er schreibt in ein Tagebuch oder ein Notizbuch, liest sich den Text immer wieder durch und murmelt ihn dabei leise vor sich hin. Das Notizbuch hat Ledereinband und Blätter mit Goldkanten. Vielleicht ist er Schriftsteller? Vielleicht ist er Journalist? Wer weiss...

Neben mir ist das Fenster und es strahlt eisig. Die Wand und der Metallfensterrahmen sind schlecht isoliert. Ich würde sagen, dass der Metallrahmen ca. 8 - 10 Grad hat und die Wärme sehr effizient nach aussen ableitet. Ist in meinem Hotel sehr ähnlich. Der Fussboden ist kalt, 2 Meter um das Fenster herum friert man sich die Füsse ab und wenn man am Fenster steht, geschlossen wohlgemerkt, dann fühlt man sich wie vor einer Tiefkühltruhe im Supermarkt. Im Bad zieht es kalt am Rücken, wenn man mal Rumsitzen muss und wenn Wind ist, dann Pfeifen die Fenster.

Der Schriftsteller trägt übrigens einen Mantel und kein Jackett. Trotzdem fast noch overdressed. Wenn ich nicht wüsste, dass offiziell Rezession verkündet wurde, ich würde es nicht merken. Barnes & Nobles ist wieder voll, die Leute kaufen Kaffee und Tee im eingebauten Café und drüben in der Burlington Mall wird man von den Menschenmassen umgerannt. Es stand sogar eine Schlange bei meinen Massage-Chinesen und das kam eigentlich so gut wie nie bisher vor.

Meine Schwedin nimmt sich gerade den Schal ab. Berichte ich eigentlich immer solche nichtigen Sachen? Es tut mir leid. Ich bin irgendwie nicht in Schreibstimmung. Ich glaube, ich lasse es für den Moment und ziehe mit dem Tee in der Hand nochmal kurz durch den Buchladen und dann ist Wochenende.

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Watson

Ab und zu schauen dann (manche) Männer doch drauf, was Frauen so tragen.
2008-11-23 - 10:48:52 - Watson

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