Dyson Elektrobürste kaputt? Nah...

Ungefähre Lage der Kontakte

Wir haben einen Dyson Akkusauger Typ DC62. Geiles Teil, auch geil teuer und leider ohne Wechselakku (Dyson bitte ab hier lesen: ICH HÄTTE EUCH EINEN EXTRA AKKU ABGEKAUFT, SELBST ÜBERTEUERT!), so dass man nicht durch die ganze Wohnung kommt. Naja, die neuen Geräte von 2017 haben 40 min Laufzeit, unserer nur 20 min. Aber das Ding ist elend praktisch und mal fix vorgezaubert und husch, weg ist der Dreck. Gerade für Leute mit Parkett. Habe sogar meiner Mutter einen geschenkt, weil Kabelzerren so elend ist.

Aber darum soll es ja nicht gehen, denn wenn der 300 Euro-Dyson nach 2 Jahren und 2 Monaten plötzlich seine Elektrobürste nicht mehr drehen will, dann kommt Frust auf. Ich war schon versucht, eine neue Bürste zu kaufen bzw. das Ding an Dyson zu schicken, aber irgendwie rief der Ingenieur in mir nach Bastelsamstag. Google war übrigens ziemlich still zum Thema Bürste.

Also zuerst mal die Bürste fachmännisch in alle Einzelteile zerlegt und alles gereinigt. Da sich immer noch nix tat, mit dem Multimeter den Stromfluss durch das Saugrohr bis zum Motor gemessen, da ich festgestellt hatte, dass kein Saft am Motor für die Bürste ankam. Nix. Dann habe ich am Ausgang vom Basisgerät zum Rohr gemessen und auch kein Saft, also begann ich, weiter alles zu zerlegen, was einfach zerlegbar war.

Die Schuldigen

Bei der Suche, wie der Strom eigentlich an die Rohrkontakte kommt, habe ich den Staubbehälter abgenommen und zwei Kontakte entdeckt, die vor Staub nur so standen. Aha! Gefunden. Der Staubbehälter ist nicht richtig dicht (rot markiert) und deswegen sehen die Kontakte Staub und mit der Zeit hat es sich dann einfach mal der Stromweiterleitung. Gepustet und fertig. Alles wieder zusammengesetzt und es bürstet wieder!

Teure Reparatur gespart und das Multimeter hat sich bezahlt gemacht (stammt noch aus meiner Arduino-Phase). Vielleicht hat ja auch Google erbarmen und schickt Suchende bei Bürstenproblemen zu mir?!

Dieser Artikel wurde nicht von Dyson unterstützt, auch nicht von Amazon, aber ich würde das Geld trotzdem nehmen. Noch lieber übrigens einen 40 min Akku :)

Technisches - 2017-08-09, 16:47:00 1 Kommentar

Festplatte minus Eins

Am Wochenende musste ich eine Western Digital WDBACX0010BRD My Passport Essential SE 1TB externe Festplatte, 2.5" für tot erklären. Kaufdatum 23. September 2011. Sie lässt sich nicht mehr überzeugen mitzuspielen, nicht mehr ansprechbar. Nur noch Geräusche beim Starten bzw. ihrem Versuch was zu finden, um sich selbst in Schwung zu bringen. Naja, 5 Jahre und 3 Monate sind ok. Sie wurde nicht oft benutzt, dafür aber oft rumgetragen (externe Backupplatte). Demnächst kommt der Hammer, weil man sie ja nicht mehr löschen kann. Doof ist, dass WD in den externen Gehäusen keine Standardanschlüsse verbaut, man also die Platte nicht wechseln kann.

Die neue Platte ist jetzt eine 4TB Seagate mit dem gleichen Formfactor. Gleich mal ein initiales Backup machen, aber erst verschlüsseln.

Technisches - 2017-04-05, 19:50:01 Noch keine Kommentare

HTTPS everywhere

HTTPS@YetAnotherBlog

So, seit heute ist Yet Another Blog nur noch via HTTPS zugreifbar. Jeder HTTP-Versuch wird nach HTTPS geschickt. Ich hoffe, es macht keine Umstände. Mein Hoster hat endlich Verschlüsselung für mein Paket eingeführt und das sogar pro Domain. Man kann also mehr als eine Domain auf HTTPS laufen haben.

Was ändert sich für Euch? Hoffentlich nix. Ich spiele auch schon mal mit extra Sicherheitseinstellungen rum.

Technisches - 2017-01-21, 10:44:34 3 Kommentare

Amazon Fire TV Stick an einer alten Röhre

Mittlerweile haben wir etwas Blut geleckt und schauen regelmässig Amazon Video. Zuerst war es "The Man in the High Castle", dann "Mr. Robot" und nun "Homeland". Dazwischen haben wir immer mal einen Spielfilm gesehen, da das TV ja zum Weglaufen ist. Amazon Video läuft auf Linux auch im Chrome und so haben wir immer das Notebook mit ins Bett genommen und Film geschaut.

Leider ist Notebook im Bett nicht sehr spontan und bequem, also war die Idee, einen Amazon Fire TV Stick zu besorgen. Ich besitze allerdings einen Fernseher, der 18 Jahre alt ist. Kein Scherz. Ein Sony KV29 und noch ein bisschen. Das Ding ist noch "Made in UK", ja, das gab es mal wirklich. Kaum vorstellbar heute, wo alles aus Korea oder China kommt und ein "Made in Japan" selbst bei Sony nicht mehr drin ist. Abgesehen davon, dass kein Fernseher heute mehr 18 Jahre durchhalten würde.

Jedenfalls dient uns der 1998er Fernseher, gekauft als ich nach Jena gezogen bin, immer noch sehr zuverlässig und warum was ändern?! Geht, passt, gutes Bild und den neumodischen Rotz braucht doch keiner... naja, ein HDMI-Anschluss wäre schon toll, dann würde der Amazon Fire TV Stick ranpassen. Damit hätten wir jetzt den Kreis geschlossen.

Tja, kein HDMI, kein Amazon TV, oder? Ein Freund und Kollege hat mich auf diese Idee gebracht, es doch mal mit einem HDMI-nach-Scart-Konverter zu probieren. Also Digital auf Analog-Umwandler. Oder in anderen Worten, das Ding filmt das Digitalbild ab und packt es über Scart wieder raus. Nach einiger Sucherei ist es dieses Gerät geworden: Liqoo 5V MHL HDMI zu auf Scart Konverter.

Um die Sache nicht unnötig spannend zu machen, es geht. Es geht und das Bild ist sogar ausgezeichnet. Wie von DVD und der Ton ist auch mehr als gut. Wir sind jenseits meiner Erwartungen rausgekommen. Wow! Einzig wichtige Sache ist ein Umschalter am Fernseher von 4:3 auf 16:9, weil das Bild gestreckt aus der Scartbuchse kommt und man sonst nur lange Köpfe sieht. Man braucht auch zwei zusätzliche Steckdosen, weil der Stick von Amazon und auch der Konverter jeweils extra Saft brauchen. Beim Kauf des Konverters bitte drauf achten, dass ein Netzteil mit Kabel dabei ist, denn es gibt einige günstigere Angebote, wo das nicht mit drin ist.

Technisches - 2016-08-18, 19:24:04 Noch keine Kommentare

Flash-Verschwörung

Ich bin fest der Überzeugung, dass Flash von Adobe Teil einer Großverschwörung ist. Anders lässt sich nicht erklären, warum noch niemand den Plunder mit einer Klage überzogen hat, der Adobe finanziell ruinieren sollte. Jede Scheiss-Fussmatte oder heisse Tasse Kaffee bekommt eine Klage, aber nicht das Haupteinfallstor in Rechner.

Technisches - 2016-05-23, 16:30:33 1 Kommentar

Vodafone aka Kabel Deutschland und VPN-Probleme

Vor 2 Wochen auf die 100Mbit Variante von Kabel Deutschland aka Vodafone gegangen. Ich brauchte den besseren Upstream (6Mbit statt 2Mbit). Der Wechsel kombinierte sich mit neuer Hardware und die Sache lief dann mit 100Mbit, aber komischerweise mit Problemen beim Download von AWS-Maschinen und via Cisco-VPN ging nix mehr.

Nach einer Zeit des Kopf auf die eigene Firewall schlagens, kam ich dahinter, dass nicht ich das Problem bin, sondern das neue Kabelmodem, das nur IPv6 macht.

Um dem Spuk ein Ende zu bereiten, kann man unter seinen Interneteinstellungen im Mein Kabel-Portal auf den Bridged-Mode wechseln und bekommt dann wieder eine IPv4-Adresse. Gleichzeitig wird das Kabelmodem zur doofen Box und macht keine Firewall, keine WLAN, kein NAT mehr... super, damit geht nämlich wieder alles!!!

Wichtig ist, dass man dann natürlich seine eigene Hardware dahinter hat, die genau das dann macht.

Endlich wieder Ordnung im Laden.

Technisches - 2015-11-28, 17:55:42 3 Kommentare

Die 60. Sekunde

Gerade im Systemlog meines Routers gefunden. Sehr vorbildlich.

[3159044.370000] Clock: inserting leap second 23:59:60 UTC

Technisches - 2015-08-03, 22:04:29 Noch keine Kommentare

Paypal hat es drauf...

Niemand ist perfekt

Sollte einer der grössten Internetzahlungsanbieter weltweit hier nicht mehr drauf haben? Sehr schwach.

Technisches - 2015-07-19, 12:46:22 Noch keine Kommentare

Und weg...

Der übliche Windows-Fail. Gefunden auf einem Monitor des Flughafens Ilullisat, Grönland. Nein, nicht flugrelevant.

Technisches - 2015-07-12, 15:34:05 Noch keine Kommentare

Und Toast...

Gerade wieder mal eine Festplatte "verloren". Eine externe WD-My Passport-2TB-USB3 (Model: WDC WD10TMVW-11ZSMS5) hat es entschärft. Smartctl sagt auch ganz nett:

ID# ATTRIBUTE_NAME          FLAG     VALUE WORST THRESH TYPE      UPDATED  WHEN_FAILED RAW_VALUE
  1 Raw_Read_Error_Rate     0x002f   187   186   051    Pre-fail  Always       -       4238
  3 Spin_Up_Time            0x0027   154   148   021    Pre-fail  Always       -       5258
  4 Start_Stop_Count        0x0032   100   100   000    Old_age   Always       -       60
  5 Reallocated_Sector_Ct   0x0033   133   133   140    Pre-fail  Always   FAILING_NOW 561
  7 Seek_Error_Rate         0x002e   200   200   000    Old_age   Always       -       0
  9 Power_On_Hours          0x0032   100   100   000    Old_age   Always       -       108
 10 Spin_Retry_Count        0x0032   100   253   000    Old_age   Always       -       0
 11 Calibration_Retry_Count 0x0032   100   253   000    Old_age   Always       -       0
 12 Power_Cycle_Count       0x0032   100   100   000    Old_age   Always       -       39
192 Power-Off_Retract_Count 0x0032   200   200   000    Old_age   Always       -       23
193 Load_Cycle_Count        0x0032   200   200   000    Old_age   Always       -       830
194 Temperature_Celsius     0x0022   110   098   000    Old_age   Always       -       40
196 Reallocated_Event_Count 0x0032   173   173   000    Old_age   Always       -       27
197 Current_Pending_Sector  0x0032   001   001   000    Old_age   Always       -       65534
198 Offline_Uncorrectable   0x0030   100   253   000    Old_age   Offline      -       0
199 UDMA_CRC_Error_Count    0x0032   200   200   000    Old_age   Always       -       0
200 Multi_Zone_Error_Rate   0x0008   100   253   000    Old_age   Offline      -       0

Da ist nix mehr zu machen. Ich bügele jetzt einmal verschlüsselt drüber und dann ist sie fällig für den Elektronikschrott. 108 Betriebsstunden nur, aber dafür ständig mit durch die Gegend geschleift.

Das ist übrigens eine meiner Backupplatten, damit nicht alles zu Hause liegt.

Technisches - 2015-06-07, 19:32:39 3 Kommentare

Technisches zum Jahresende

Diesmal soll es einige technische Infos geben, denn ich habe die letzte proprietäre Softwarekomponente im Heimnetzwerk durch Open Source ersetzt.

Mein TP-Link TL-WDR4300 WLAN-Router war mir schon lange ein Dorn im Auge, aber ich habe mich nicht getraut, ihn zu flashen, weil ich Angst hatte, dass ich ihn in ein Stück tote Elektronik verwandele. Nachdem ich einige Zeit die zugehörige Seite des OpenWRT-Projektes beobachtet hatte und es wirklich einfach erschien, habe ich den Schritt gewagt. Und siehe da, es war einfach. Ging schnell und das gute Stück kam sogar mit einer guten Erstkonfiguration hoch. Einzig die WLANs musste man noch zuschalten.

Das gute Stück darf aber nicht allein mein Heimnetzwerk absichern, denn die kleine Firewall zwischen dem KD-Router und TP-Link wird von pfSense beherrscht. Ich hatte schon kurz darüber berichtet. Die FreeBSD-basierte Firewall Edition läuft auf einem lüfter- und plattenlosen Kleinstrechner und läuft klaglos. Das Beste ist aber, dass ich das Zeug verstehe, was man machen kann. Das pfSense-UI ist wirklich gut und erklärt viel. Deswegen dreht auch seit sechs Monaten ein grosser Hardwarebruder im Büro seine Runden.

Auf unseren Rechnern läuft Linux. Meine Freundin hat Ubuntu 12.04 laufen und ich 14.04. Beide mit Cinnamon-UI. Unsere Telefone sind Android, nicht wirklich 100% frei, aber in grossen Teilen. Nein, ich habe sie nicht gerootet.

Das Heimbackup-Gerät ist ein FreeNAS-basiertes RAID-Array. Einen grossen Artikel zur Hardware hatte ich schon gepostet. Gestern bin ich auf FreeNAS 9.3 gegangen. Ging auch gut, nur ein wichtige Hinweis: Geduld! Leider bliebt das UI-Update beim Unmount des In-Memory-Laufwerks hängen und so habe ich nach Studium des Logs auf gut Glück gebootet. Danach laufen zwei Update-Durchgänge des OS. Das dauert. Unbedingt wieder einen Monitor anschliessen, damit man die Console sieht und sich in Geduld üben kann. Es dauert bis zu 30 min oder mehr ohne das sich was tut, um den USB-Stick auf einen neue Version von FreeNAS zu heben. Danach bootet er nochmal und updatet die Config-DB und dann bootet er nochmal. Also, ruhig Blut.

Achso, noch eine kleine Randnotiz. Der TP-Link starb früher den Heldentod, wenn ich versehentlich via WLAN aufs NAS kopiert habe. Brauchte immer wieder einen Reboot. Jetzt stöhnt er nicht mal, aber natürlich ist trotzdem kopieren via Kabel besser als über WLAN, aber manchmal denkt man nicht dran.

Technisches - 2014-12-31, 12:28:46 Noch keine Kommentare

Eingeparkt

Meine Boeing 747 nach Boston sah sehr eng eingeparkt aus. Noch ein Grund, warum sich in den nächsten 30-50 Jahren die Flugzeugdesigns nicht wesentlich ändern werden. Die Flughäfen sind einfach nur für eine Art Flugzeug gemacht.

Technisches - 2014-12-15, 03:45:00 Noch keine Kommentare

Ich baue mir ein NAS - der 18TB Würfel

Thecus N3200Pro und das neue NAS

Einleitung

Ich hatte schon lange versprochen, Euch über den Ausgang des Aufbaus und die Teile meines neuen NAS zu informieren. Zuerst kurz zur Motivation. Bisher habe ich ein Thecus N3200PRO mit 3x 1TB WD-Green als RAID-5 im Einsatz. Da aber keinerlei Updates vom Hersteller mehr eintrudeln, es kein rsync kann, das NFS unzuverlässig ist und ich seit geraumer Zeit ein Fan von Filesystemen mit Prüfsummen bin (Thema Bitfäule), war eine Neuanschaffung unvermeidlich.

Nun hätte man wieder ein Thecus oder ein Synology oder so kaufen können, aber damit wäre ich wieder im Kerker der Hersteller gelandet. Nicht nur, dass man den Typ des Filesystems meist nicht wählen kann, die Updates sterben meist schnell und im Lichte der vielen Sicherheitsproblemen von Routern und NAS in den letzten Monaten, war mir etwas Zugeschlossenes zutiefst unsympathisch. Im Preis macht es sich auch nicht gross bemerkbar, oft sind die fertigen NAS sogar teurer.

Auf dem Bild rechts ist übrigens der weisse Würfel das neue Gerät und das kleine schwarze Ding auf ihm, ist das alte Thecus.

Wahl der Basis I

Zuerst habe ich mich nach Open Source NAS-Software umgesehen. Der Markt ist natürlich sehr gross, aber es gibt nur wenige Mitspieler, die schon länger und mit ausreichend Beachtung versehen sind. Natürlich hätte man auch ein Standard-Linux draufwerfen können und sich ein RAID zusammenschrauben, aber ich wollte etwas Komfort und nicht zu vergessen, was gegen Bitfäule.

Als Kandidaten standen also FreeNAS, NAS4Free, OpenFiler und Open Media Vault in den Startlöchern.

Kurz zur Bitfäule

Im Englischen "bit rot" genannt, ist das Phänomen, dass entweder durch sporadische, aber unbemerkte Fehler, einzelne Informationsbits kippen oder durch Lagerung einfach die Medien schwach werden und die Information nicht mehr vernünftig halten. Der letzte Punkt ist bei Festplatten nicht ganz so ein starker Faktor, wenn sie nicht die ganze Zeit im Schrank liegt, aber bei CDs ein Thema.

Bei Festplatten kann es passieren, dass auf der Festplatte nicht die Daten ankommen, die der Prozessor eigentlich ablegen wollte. Dummerweise merkt das niemand, da das Bit auf dem Weg von CPU zur physischen Platte irgendwo kippt. Das kann ein Software- oder ein Hardwarefehler sein oder einfach auch nur Zufall, weil bei unseren derzeitigen Computern, nur noch wenige Atome die Leiterbahnen bilden, die Spannungsniveaus extrem niedrig und die Geschwindigkeiten so stark gestiegen sind, dass wir teilweise an physikalischen Limits kratzen.

Also kann es passieren, dass beim Schreiben oder Lesen, einfach die Daten eine kleine Macke bekommen. Beim Lesen wäre es nicht weiter schlimm, wenn man es merken würde und nicht später die kaputte Information wieder zurückschreibt oder gar aufs Backup kopiert. In einem Video fällt das nicht auf, aber ein JPEG oder ein UTF-8 Text sehen dann schon richtig komisch aus. Ein schöner Artikel dazu ist Bitrot and atomic COWs: Inside "next-gen" filesystems.

Um dem Problem Herr zu werden, hat man Dateisysteme entwickelt, die sich dieses Problems durch Prüfsummen annehmen. Das Thema nennt sich Datenintegritätssicherung. Einfaches Praxisbeispiel. Wenn man Geld von A nach B bringt, dann zählt man es und verpackt es. Die Zählsumme wird unabhängig vom Geld transportiert oder gelagert. Wenn man das Geld braucht, dann zählt man zuerst nach und vergleicht es mit der Zählsumme. Stimmt es nicht, ist entweder Geld manipuliert worden oder die Zählsumme falsch gespeichert worden. Man kann also ein Problem melden. Wenn man jetzt noch die Zählsumme absichert, indem man sie z.B. als Kopie mit dem Geld transportiert, dann kann man ggf. sogar sagen, ob Zählsumme oder Geldbetrag falsch sind. Das ist natürlich ziemlich vereinfacht, aber so ungefähr geht es. Die Magie der Mathematik im Rechner kann sogar kaputte Daten anhand von Prüfsummen wieder zusammenstoppeln.

Wahl der Basis II

Es gibt nur wenige Filesysteme, die mit Bitrot umgehen können und das sind ZFS (FreeBSD), Btrfs (Linux), ReFS (Microsoft) und noch etwas von Netapp glaube ich, aber da ist kein rankommen. Nur ZFS und Btrfs sind frei verfügbar. Btrfs ist noch etwas frisch und so gehen die RAID-Level 5/6 noch nicht so prickelnd und keine grössere NAS-Distribution nutzt es. Damit ist Linux raus, weil ich mir kein Ext4 via Software-RAID antue. Da wäre ich nicht anders unterwegs als jetzt.

Also nur ZFS und damit sind wir bei FreeNAS und NAS4Free. Die beiden sind verwandt. Beide haben die gleichen Wurzeln, trennten sich aber irgendwann. Ich glaube, weil man über FreeNAS mehr liest, habe ich das gewählt.

Die Hardware

Es war klar, dass ich nix von der Stange kaufe werde, weil das System zuverlässig sein sollte, aber auch leise. Ich habe eine Weile gewühlt und gelesen und wollte schon fast etwas bestellen, da fiel mir noch auf, dass man ZFS nur mit ECC-Memory betreiben sollte, weil sonst der Sinn von ZFS und seiner Datenintegrität ad-absurdum geführt wird. Oder auf Deutsch, wenn der Hauptspeicher nicht merkt, dass er Mist baut, wie soll dann die Disk eine Chance haben, richtig zu liegen, schliesslich laufen alle Datenaktionen durch den Hauptspeicher.

Also zurück auf Los und nochmal. Dieser Haufen wurde es dann:

ASRock C2550D4I - Mainboard - Mini ITX

Das Motherboard wurde erwählt, weil es Mini-ITX als Formfaktor ist, die CPU inkl. passiven Kühlkörper bereits enthält und 12 SATA-Ports besitzt. 6 Ports hätten gereicht, aber da gibt es einfach keine Board mit ECC-Speicher Unterstützung.

Das Gehäuse, weil es kompakt und Mini-ITX ist, sowie Platz für 6 Platten hat. Der Speicher einfach mal, weil er ECC ist und 16GB, weil ZFS mindestens 8GB bekommen sollte. Der kleine USB-Stick ist quasi die Festplatte fürs FreeNAS und lebt dort. Steckt draussen dran. Ist so klein, dass nix abreissen kann. Das Netzteil hat seinen Job bekommen, weil es unter normalen Umständen seinen Lüfter nicht drehen lässt und eine hohe Energieeffizienz hat, zudem kann es 6 Platten mit Strom versorgen.

Platten

Eine NAS ist nichts ohne seine Platten. Damit man den gewünschten Ausfallsicherheitseffekt erzielt, sollte man nicht alle Platten vom gleichen Hersteller haben und nicht alle gleichzeitig, also quasi vom Band nacheinander kaufen. Aus diesem Grunde habe ich von drei Herstellern Platten gekauft. Jeweils als 3TB Modell und als NAS Variante. Leider habe ich bei der Hitachi nicht gesehen, dass sie eine 7200er Platte ist, also schneller dreht. Sie wird bis zu 5 Grad wärmer und macht deutlich mehr Lärm. Doofe Wahl, aber nun ist es zu spät.

NAS-Platten

Zusammenbau

Ich möchte mich hier nicht mit dem Zusammenbau aufhalten, weil ich eher nicht der Anleitungsschreiber bin. Nur als Tipp sei hier gesagt, dass 50cm SATA-Kabel teilweise zu lang sind und das Kabelset des Corsair extrem störrisch ist. Am Ende der Bauerei sind fast nur Kabel noch zu sehen und man muss sie echt clever legen, damit sie nicht dem Luftstrom im Wege sind oder irgendwo ständig anstossen oder reiben. Hier wäre eine bessere Kabellösung toll oder eventuell andere Kabel, die nicht flach, sondern rund sind.

Statistisches

Das gute Stück schluckt 3,5W, wenn es aus ist. Es gibt keinen harten Netzschalter am Gehäuse und so ist das Ding quasi lauschend. Angeschaltet sind es im Schnitt 65W, also nix für den 24x7 Dauerlauf zu Hause. Da sollte man eher 25W haben. Keine Ahnung, wo der grösste Verbraucher sitzt, ob es das Board mit CPU ist oder die Platten. Jedenfalls schwankt der Verbrauch auch bei Zugriff kaum.

Das Teil ist richtig schnell. Wenn ich via rsync Daten schreibe, dann sagt das Gigabit-Netzwerk, dass wir bei 800Mbit sind. Mehr geht fast nicht und da ist wohl eher mein Rechner die Grenze, als das NAS. Wenn ich versehentlich via WLAN aufs NAS gehe und loskopiere, dann ist in 10 min der WLAN-Router TP-Link TL-WDR4300 tot und braucht ein Reboot. Das läuft wohl was über. Wird Zeit, dass er ein OpenWRT bekommt. Fürchte mich noch vorm Kaputtflashen. Netzfirewall ist er ja nicht mehr, pfSense sei dank.

Von den 6x 3TB bleiben nach Einrichtung des RAID ca. 10,6 TB übrig. Ich habe kein RAID-5 genommen, sondern RAIDZ2, der Entsprechung von RAID-6. Ich kann damit zwei Platten verlieren, ohne das Daten verloren gehen... nun gut, bis dahin sollte man nicht kommen. Rechnerisch sind das also 6x3TB - 2x3TB = 12TB - Overhead der Prüfsummen.

Kleinigkeiten

Ich habe es leider nicht geschafft, die drei Lüfter im Gehäuse (kommen mit) via Motherboard geregelt zu bekommen. Ich habe dann auf die manuelle Regelung des Gehäuse (Schiebeschalter) zurückgegriffen. Es muss auf der mittleren Stufe laufen, da die beiden 7200er Platten sonst zu heiss werden. Die 5400er sind auch mit weniger Lüftung glücklich und dann hört man quasi die Lüfter nicht mehr, sondern nur noch die 7200er Platten.

Der Ruhestrom von 3,5W ist mir zu hoch, aber ich habe keinen Weg gefunden, ihn niedriger zu bekommen. Das Board scheint zu sehr zu lauschen, glaube eher nicht, dass es das Netzteil ist, was den Strom frisst. Das Board kann leider nicht weiter runterkonfiguriert werden aka Wake-up-on-Lan und C-States.

Am FreeNAS stört mich, dass die Bedienung etwas störrisch ist. Habe alles hingekommen, aber die Nutzerführung über den Navigationsbaum ist doof. Auch hätte ich gern mehr Statistiken zu den Platten und einen Dateibrowser. Aber, es ist trotzdem noch um Längen besser, als mein altes Thecus-OS und für die nächsten Versionen sind Veränderungen an der Bedienoberfläche versprochen.

Fazit

Natürlich ist Selbstbau und Open Source nicht jedermanns Sache, aber ich bin sehr zufrieden, von der falschen Wahl zweier Platten mal abgesehen. Es ist schnell, leise (auch wenn es noch leiser ginge), ich kann bei Bedarf Dinge tauschen und notfalls sogar das OS total ändern, ohne die Platten neu bespielen zu müssen.

Technisches - 2014-09-14, 18:05:24 8 Kommentare

Hardware programmiert

So, gerade habe ich einen ATTiny25V auf meinem Arduino Uno mit dem Blinksketch programmiert. Sieg! Erster Schritt zum ersten permanenten Hardwareprojekt aka ich baue eine Flackerkerze nach bzw. um genau zu sein, ich repariere die Tchibo-Flackerkerze.

Jetzt brauche noch einen Lötkolben, eine ruhige Hand und dann kann ich mir ein ATTiny-Programmierboard bauen, damit ich nicht jedes Mal ein Breadboard umbauen/aufbauen muss. Danach geht es an die erste Leiterplatte für die Kerze...

Und wer mit diesem Eintrag nix anfangen kann, kein Problem, ich zeige dann das fertige Objekt, sobald es leuchtet.

Technisches - 2014-08-30, 23:00:39 Noch keine Kommentare

Wir basteln uns was aus Hardware - Arduino

Arduino Uno

Was macht man, wenn man sich gerade ein 18 TB NAS gebaut hat? Man bastelt weiter und zwar klein und fein. Ich probiere mich mal mit kleiner Hardware und viel mehr Einzelteilen aus. Ein Kollege aus den Staaten hat mich angefixt - Arduino heisst das Zauberwort.

Zwei dicke Bücher - Arduino Cookbook und Building Wireless Sensor Networks - liegen auf meinem Schreibtisch und dazu ein Starter-Kit... Lötkolben ahoi... aber erst später. Fernziel: Meine eigenen Wetterstation mit mehreren Sensoren für Innen und Aussen - Temperatur, Feuchte, Funkuhr etc.

P.S. Ich habe seit langem kein Produkt mehr gesehen, was mit so viel Liebe und Detailversessenheit zusammengestellt und verpackt wurde.

Technisches - 2014-08-20, 23:55:30 Noch keine Kommentare