Meine Reise zur Buga 2007 - Gera / Ronneburg

Buga, die: Die Bundesgartenschau (abgekürzt BUGA) ist eine deutsche Ausstellung zum Gartenbau, in die auch Themenbereiche wie Landschaftsarchitektur einfließen. Sie findet in einem Zweijahresturnus in verschiedenen deutschen Städten statt, dabei alle zehn Jahre als Internationale Gartenschau (IGS) oder Internationale Gartenbauausstellung (IGA)...

Ok, damit wäre die Definition geklärt. Am Samstag war es dann auch soweit, ich fuhr auf die Buga. Nun gut, nicht nur ich allein, sondern meine beste Freundin war im Gepäck. Später gesellte sich noch Radio-G zu unsere Kleinstgruppe und es wurde lustig. Wie lustig war eigentlich die Buga selbst? Dazu jetzt hier mehr.

Also, auch wenn ich mich wiederhole, am Samstag ging es zur Buga 2007 nach Gera und Ronneburg. Die Buga findet auf zwei Geländen statt (das Wort Gelände löste bei der Anfahrt bereits Diskussionen aus, weil die Mehrzahl doof klingt und die Einzahl auch nicht passt). Die Anfahrt ist leicht, denn die Ausschilderung ist gut. Einfach auf der A4 Richtung Gera fahren und den grossen Schildern folgen.

Etwas unerwartet wird man auf einen Nur-Parkplatz gelotst und steht nicht gleich vor dem Buga-Gelände. Dieser Nur-Parkplatz liegt am Geraer Flugplatz und von dort geht es mit dem Bus (frei) nach Ronneburg oder rein nach Gera, jenachdem, mit welchen Gelände man beginnen will. Leider muss man 5 Euro für den Parkplatz löhnen und dann ist er nicht mal bewacht.

Die Busfahrten zwischen den Punkten waren ganz ok, wenn auch unerwartet lang. Leider haben nicht alle der eingesetzten Busse Klimaanlagen und so brät man schon mal langsam durch. Das soll wohl den Durst auf die teuren Getränke auf dem Buga-Gelände wecken. In Ronneburg angekommen steht man auch gleich vor den Kassen und darf 16 Euro in die virtuelle Zahlbox werfen, um eingelassen zu werden. Am Preis schluckt man ziemlich, denn es ist eine Tageskarte und man kommt nicht einmal wieder auf das Gelände, dass man gerade verlassen hatte. Hier wäre eine Wiedereintrittslösung schön und wenn es auch nur der farbige Stempel ist. Das ist nicht besucherfreundlich. Wenigstens musste man nicht anstehen.

Rein ging es dann durch Drehkreuze und dann waren wir drauf... erstmal sichtlich ratlos, da es keinen Führer zu den Eintrittskarten dazu gab und mir auch keiner angeboten wurde. Wir sind dann einfach mal losgestampft und haben uns der brütenden Sonne ausgesetzt. In Ronneburg, auf dem ehemaligen Uranbergbaugelände, stehen nämlich nur sehr wenige Bäume und die Sonnenschirme sind (noch?) spärlich gesät.

Dann ging es über eine lange eindrucksvolle Hängebrücke. Auf der anderen Seite fanden sich kleine Ausstellungen und für den Mann auch Tagebaugeräte, die sichtlich eindrucksvoll sind. Irgendwie fehlte uns aber die führende Hand bzw. die führenden Wegweiser, so dass wir etwas unkoordiniert übers Gelände taumelten. Die Rosen blühten leider noch nicht, so war es dann auch etwas karg. Mehrere Fresstempel haben wir gemieden. Leider steht dort, wo man lange in der prallen Sonne läuft, kein Stand mit gekühlten Getränken. Hier reichte wohl die Fantasie zur Geldeinnahme nicht aus.

Schön fanden wir den Hang mit den grossen roten Kugeln, der auch mit einer sportlich hohen Treppe versehen ist und deswegen erobert werden möchte. Fanden wir gut, schliesslich ist man ja am Wochenende durchaus bewegungssüchtig. Sonnenbrillen sind übrigens durchaus empfohlen, sonst schmerzt der Kopf recht früh. Zurück ging es dann an einer Porzellaninstallation vorbei zum Ausgang. Wir haben die Pavillions nicht angesehen, da die Zeit knapp war. Wir sind erst gegen 13 Uhr angekommen und wollten noch nach Gera rein und Radio-G treffen. Vorher mussten wir aber noch ein Getränk erwerben, denn wir waren sichtlich dehydriert... für 3 Euro duften wir eine fertige Lift-Apfelschorle trinken. Hätte es nicht etwas aus der Region sein können? Mag ja sein, dass Coca-Cola besonders viel Geld zahlt, aber es fügt sich nicht harmonisch ins Bild ein. Von den roten pralligen Langnese-Ständen mal ganz abgesehen. Wäre hier nicht eine landschaftlich angenehme Architektur zur Einfügung von Fressboutiquen eine Aufgabe gewesen? Schliesslich ist es eine Landschafts- und Gartenschau.

Also raus und rein in den Bus und bis zum Hofwiesenpark in Gera gefahren. Dort haben wir uns mit Michael erstmal in einem Café ausserhalb des Buga-Geländes niedergelassen. Frisch gestärkt und motiviert ging es dann ins Blumenmeer. Das Gelände in Gera ist schon eher ein Bugagelände, wenn auch ebenso ungeführt. Man schlendert halt so drüber und schaut hier und da. Eigentlich spaziert man nur durch einen Park, der halt einen Zaun hat und 16 Euro Eintritt kostet.

Tja, viel mehr zu schreiben gibt es eigentlich nicht mehr. Der Blasmusik konnten wir uns entziehen, wenn auch der Rhythmus ins Blut ging, obwohl man die Musik nicht mochte. Einige "fancy" Grabmale waren auch zu sehen. Ich habe das Gefühl, dass der Friedhofsgärtnerverband eine grosse Lobby besitzt und sehr talentiert in der zugehörigen Arbeit ist.

Das Hofwiesengelände ist schön und man kann Zeit dort verbringen, es findet sich auch der ein oder andere Baum, aber ich hatte ja, glaube ich, schon einmal den Eintrittspreis erwähnt, oder? Ich bin mir nicht ganz sicher warum, aber ich fand den Tag zwar schön, aber die Geldanlage nicht lukrativ genug. Meine Freunde haben den Tag zum Tag gemacht, nicht die Buga. Bin ich nicht mehr Zielgruppe? Aber mir hat doch auch die Buga 1995 in Cottbus gefallen und da war ich noch jünger. Auf jeden Fall hat es damals nicht 31,30 DM Eintritt gekostet. Mann, muss die Inflation in Deutschland galoppieren. Wie ich gelesen habe, hat auch noch nie eine Buga Gewinn gemacht. Auch kein Wunder bei den Preisen ;)

Mein Fazit: Ich bin hin- und hergerissen. Auf der einen Seite ist es meine Heimat und aus diesem Grund kann man nur wünschen, dass möglichst viele Besucher nach Gera/Ronneburg finden, auf der anderen Seite soll man auch nichts beschönigen... 16 Euro als Preis für eine Wochenendkarte würde ich ok finden. Ein Buga-Führer sollte eingeschlossen sein und man kann beliebig oft rein und raus aus den Geländen. Aus den 5 Euro Parkplatzgebühren machen wir 2 und irgendwie sollte die Führung übers Gelände intuitiver werden. In einem Satz: Buga in Gera ist im Prinzip ok, aber nicht für den Eintrittspreis.

P.S. Abends waren wir noch spazieren in Gera "Unterm Haus". Sehr schöne Gegend. Danach ging es zum Mexikaner und wir haben uns sattgegessen.

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crosa

Sehr informativer Bericht. Ich hatte auch schon mit der BUGA geliebäugelt. Aber die Anreise von Nürnberg + den gesalzenen Eintrittspreis... ich glaube dann eher doch nicht.
2007-05-21 - 13:21:25 - crosa

michael

Vielleicht sollte ich einfach ein paar Wachmänner bestechen und Besucher gegen einen kleinen Pauschalbetrag einschmuggeln? Könnte ein nettes Saisongeschäft werden...
2007-05-21 - 20:20:41 - michael

Andreas

oder irgendwo über den riesigen Zaun klettern?
kann ja nicht alles videoüberwacht sein, das wäre zu teuer...
oder wurde dort Gartenzaun "NATO" verbaut?
Ne, im ernst ich werde hinfahren und mich ein wenig über die zwei Euro Studentenrabat freuen und mir einen schönen tag machen.
Danke für den kurzweiligen, informativen Text.
2007-05-21 - 21:09:47 - Andreas

pierre

sde
2010-06-17 - 21:54:09 - pierre

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