Unbeabsichtigtes Loch im Flugzeug

Heute muss ich Euch nochmal mit langweiliger Statistik füttern, denn ich bin nicht dazu gekommen, den China-Artikel zu schreiben.

Vor einigen Tagen löste sich unbeabsichtigt ein Schuss aus der Waffe eines Piloten der US-Airways beim Flug nach Charlotte. Die Kugel durchschlug die Bordwand des Airbus. Die Kiste konnte ohne Problem landen (Leute werden nur im Film rausgesaugt).

Interessant sind für mich in diesem Zusammenhang diese Zahlen (USA-Today, 2008-03-26):

  • Seit 2002 dürfen Piloten im Cockpit Handfeuerwaffen tragen, müssen diese aber immer bei sich tragen (Pistolentasche).
  • 2005 gab es in den USA (nicht auf Piloten und Flugzeuge bezogen) 789 Tote durch Unfälle mit Schusswaffen, also unbeabsichtigtes Auslösen einer Waffe (unintentional firearm death) und 15.388 Verletzte.
  • Das macht 5 Unfälle pro 100.000 Einwohner.

Der Grund für den US-Airways-Unfall ist noch unbekannt. Die Frage ist, wie sich eine Waffe in einer Pistolentasche einfach mal so verselbstständigen kann. Alle hüllen sich in Schweigen.

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crosa

Vielleicht wollte die heisse Stewardess unbedingt mal den Colt des Piloten anfassen und der hast das missverstanden ?
2008-03-27 - 09:25:27 - crosa

rr

Wird wohl jemand an seinem Revolver rumgefummelt haben ;-)
2008-03-27 - 10:47:53 - rr

Kante

Hm... Ich muss dazu sagen, dass eine Waffe gar nicht von selbst losgehen _kann_, solange man nicht am Abzug oder Schlagbolzen rumfummelt. Das funktioniert physikalisch einfach nicht. Die Theorie von wegen "ploetzlich hat sich von selbst ein Schuss geloest" schliesse ich einfach mal zu 99.9999999% aus.

Die einzige Moeglichkeit die zu diesem Szenario fuehren kann, ist das entweder der Pilot (oder wer auch immer) an der Waffe rumgefummelt hat oder dass sich irgendwas im Abzug verfangen und die Waffe ausgeloest hat. Im ersteren Falle sollte es boese auf die Finger geben, da die Waffe zu jeder Zeit im Holster zu bleiben hat. Ohne Anlass die Waffe aus dem Holster zu nehmen ist einfach daemlich und gefaehrlich (wie man sieht). Im zweiten Szenario frage ich mich, wie zum Teufel so etwas passieren kann - entweder wurde dann an einem vernuenftigen Holster gespart oder die Waffe nicht ordnungsgemaess aufbewahrt.

Oh, Rene, btw: "Seit 2002 dürfen Piloten im Cockpit Handfeuerwaffen tragen" <- s/duerfen/muessen (afaik) ;)
2008-03-27 - 14:47:38 - Kante

Thomas Schewe

Mich würde mal interessieren, wie sich die 789 Tote aufgrund unintentional firearm death verteilen, d.h. wie viele davon der Waffenbesitzer/-träger/-bespielende und wieviele "Dritte" waren.

Wenn der die Waffe Führende zu Schaden kommt, dann würde ich es als bedauerlich, aber als der Sache innewohnendes Risiko verbuchen.

Wenn Unbefugte (z.B. Familienangehörige) die Waffe in die Finger kriegen und sich mit dieser unbeabsichtigt aus dem Genpool entfernen, dann ist es schon was anderes.

Sehr viel tragischer ist es, wenn der sich lösende Schuss eine andere Person tötet.

Grenzwertig wird, es wenn der beim Reinigen ausgelöste Schuss die verhasste Ehefrau erwischt. >;->
2008-03-27 - 21:25:47 - Thomas Schewe

Sina

Also, dann bin ich dafür, das die Passagiere jetzt auch wieder Handfeuerwaffen mitführen dürfen...Ist ja gefährlich, bei so unverantwortlichen Piloten ;) :)
Lg
2008-03-27 - 22:05:53 - Sina

Rene99

@Kante: Können, nicht müssen. Die Piloten wollten das und die Schusswaffenvereinigung. Die Flugsicherheitsbehörde wollte das nicht...
2008-03-28 - 01:29:25 - Rene99

Kante

@Rene: Ah, wusste ich gar nicht. Ich dachte irgendwo gelesen/gehoert zu haben, dass das von der FAA/Homeland Security oder wem auch immer durchgedrueckt wurde.
2008-03-28 - 01:51:02 - Kante

Rene99

@Kante: So stand es gestern in der USA Today.

The TSA initially opposed the Flight Deck Officer program to arm and train cockpit personnel. Agency officials worried that introducing a weapon to commercial flights was dangerous and that other security improvements made it unnecessary. Congress and pilots backed the program.

"The TSA has never been real supportive of this program," said Mike Boyd, who runs the Colorado-based aviation consulting firm The Boyd Group. "It's something I think Congress kind of put on them."

Pilots must volunteer, take a psychological test and complete a week-long firearms training program run by the government to keep a gun in the cockpit.
2008-03-28 - 01:59:58 - Rene99

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