USA im Shopping Fieber

Gefunden im Manager-Magazin.

Die US-Verbraucher sind die wichtigste Stütze der Weltkonjunktur: Sie kaufen und kaufen. Aber warum gehen Amerikaner eigentlich so gern shoppen? Eine Spurensuche im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Der ganze Artikel...

Thematisch USA - 2005-08-18, 07:22:00 - 4 Kommentare

Verkehrstote 2004 in den USA

USA - Verkehr

Bei 1000 kleine Dinge in Amerika fand ich einen Link zu den aktuellen Zahlen aus dem US-Verkehr. Speziell zu den Todeszahlen. 42,636 Menschen starben bei Verkehrsunfällen in den USA. 55% davon nutzten den Sicherheitsgurt nicht.

Ich finde die Zahl erschreckend hoch, hielt ich doch bisher den amerikanischen Strassenverkehr für recht sicher. Setzt man die Zahlen in Relation zur Einwohnerzahl, dann sind es 144,2 Verkehrstote pro eine Million Einwohner in den USA. In Deutschland lag diese Zahl 2003 bei 80 Toten pro eine Million Einwohner (6606 Unfalltote in 2003).

Warum sterben in den USA mehr Menschen hintern dem Steuer als in Deutschland, obwohl in Deutschland deutlich schneller und aggressiver gefahren wird. Ich sehe dafür mehrere Gründe, die ich aus den Beobachtungen während meiner Aufenthalte in den USA ableite.

USA - Verkehr
  • Die Anschnallmoral ist verdammt niedrig. Teilweise tragen nur 50% der Leute im Auto den Gurt.
  • Sie quatschen verdammt gern stundenlang mit dem Telefon am Ohr.
  • 45min Fahrausbildung machen keinen sicheren Fahrer. Ich habe mich oft genug bei der Fahrt im Hotelshuttle mehr als verkrampft festgehalten, da die jungen Damen überhaupt nicht fahren konnten.
  • Viele Amerikaner halten sich an einem Getränk im Auto fest. So hielten die meisten Leute, die mich zur Arbeit gefahren haben, früh am Morgen einen Kaffeebecher in der rechten Hand und lenkten lässig mit links.
  • Blinken beim Abbiegen ist scheinbar etwas für Weicheier.
  • Der Luftdruck in den Reifen ist oft horrormässig niedrig, was zu Reifenplatzern und unsicherem Fahrverhalten führt.
  • Motorradfahrer tragen keinen oder nur einen sinnlosen Eierschalenhelm und haben zudem nur T-Shirts oder andere lässige Dinge am Leib.
  • Die SUVs nehmen keinerlei Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer bei Unfällen. Fussgänger und kleinere Autos werden einfach plattgemacht.
  • Die Beleuchtung von LKWs ist sehr schlecht, oft sind nur kleine 5-Mark-Stück-grosse Rückleuchten und Blinker vorhanden. Zusätzlich besitzen LKW-Auflieger keinen Unterfahrschutz.
  • ABS und ESP gelten bei vielen Amerikanern als Weichei-Hilfsmittel und sind oft nicht Standard in neuen Autos.
  • In vielen Autos sind nur die nötigsten Airbags beim Kauf dabei, alles andere kostet Aufpreis.
  • Amerikaner fahren viel mehr Auto als wir Deutsche, haben deswegen natürlich mehr Zeit für einen Unfall.

Die 2005er Zahlen finden sich hier - Unfallstatistiken 2005.

Thematisch USA - 2005-08-17, 07:18:00 - 13 Kommentare

Die USA in Metern und Kilogramm

Pro Metric USA
Sehr interessanter Artikel über die Geschichte des metrischen Systems in den USA in der englischen Wikipedia. Fazit: Eigentlich müsste es schon längst alles metrisch sein.

Passend dazu ein lustiger Text über den Kampf Imperial gegen Metric (englisch).

Thematisch USA - 2005-08-14, 06:04:00 - 1 Kommentar

Sommerzeitumstellungumstellung in den USA

Energy
US-Präsident Bush hat ein Gesetz unterschrieben, nach dem die USA den Anfang ihrer Sommerzeit um drei Wochen vorverlegen und um eine Woche verlängern wollen. Diese Energiespar-Maßnahme wird in zahlreichen elektronischen Geräten und Softwaresystemen, die dem Kalender nach die Uhrzeit automatisch umstellen, zu Problemen führen (Quelle: Golem).

Tolle Sache das! Die USA bringt mal wieder alles durcheinander und versucht durch diese doofe Aktion Energie zu sparen. Wenn ich mich recht erinnere, wurde bisher nie eine Energieeinsparung nachgewiesen. Es ist also eine Alibiaktion. Es könnte sogar nach hinten losgehen, weil es ja so abends länger hell ist, könnten die Amerikaner mehr mit dem Auto fahren, als sonst.
Photo by A is for Angie under CC-BY-2.0

Thematisch USA - 2005-08-11, 06:42:00 - Noch keine Kommentare

Nochmal Lobster futtern

Quasi als i-Tüpfelchen zum USA-Aufenthalt gab es zum Schluss nochmal Lobster (Hummer). Die Kollegen hatten noch nicht das Vergnügen und ich habe den Fischteller abgewählt, weil ich sowas ja auch in Deutschland bekommen kann. Nur Hummer gibt es hier nicht an jeder Ecke und erst recht nicht so kultig wie in Durgin Park.

Ich will hier einfach mal nur zwei Bilder zeigen, die volle Erklärung gab es ja schon vor einiger Zeit hier im Blog. Jedenfalls hatte ich diesmal einen 2.5lb (Pfund) Lobster und nicht nur 1.5lb (Pfund), davon wird man auch satt. Aber die Show und die Arbeit sind ebenso wichtig. Man isst einern Hummer eigentlich nicht zum Sattwerden ;-)

Der Tisch war sehr klein für vier Lobsterteller, aber wir haben es hinbekommen und er hat sehr gut geschmeckt.

Thematisch USA - 2005-08-09, 06:53:00 - 5 Kommentare

Space Shuttle, ist das peinlich

Space Shuttle Discovery
Die Sache mit dem US Space Shuttle finde ich sichtlich peinlich. Da werden Milliarden ausgegeben und dann geht es wieder nicht richtig. Zu Schweigen von der dramatischen Reparaturmisson, um zwei Stück Isoliermaterial rauszuziehen. Ich kann mich an die Berichte zu den ersten Shuttlemissionen erinnern, wo das Shuttle mit vielen fehlenden Kacheln zurückkehrte und damals hiess es, dass sei kein Problem, einige fehlende Kacheln stellen kein Problem dar.

Leider gibt die NASA sich jede Mühe, um der Darstellung der NASA von Dan Brown im Buch Deception Point gerecht zu werden - ein bürokratischer Schlamperladen mit dem Hang zur Vertuschung.

Leider haben die Russen ihr Shuttle beim Einsturz der Lagerhalle verloren - ebenso peinlich, zudem war das Programm ja sowieso abgebrochen worden.
Photo by Wikipedia

Thematisch USA - 2005-08-05, 06:58:00 - 1 Kommentar

Wer hier reingeht...

...ist selber Schuld! Schießlich ist die Warnung vor Haien hier gross genug ;-) Gefunden im New England Aquarium, Boston.

Thematisch USA - 2005-07-29, 03:26:00 - 1 Kommentar

Logan Airport Boston - gleich bin ich weg

Momentan sitze ich auf dem Logan Airport Boston und warte auf meine British Airways Maschine nach London.

Alle Gebäude sind in den USA klimatisch unterkühlt, aber ausgerechnet am Airport schwitzt man. Das wird wieder für tolle Düfte im Flieger sorgen. Ich suche dann gleich nochmal nach meinen Nivea Deo.

Im Moment sitze ich dem Tie Rack gegenüber. Das ist ein Krawattenverkauf, den man eigentlich auf jedem Airport findet. Ich finde die Farben von den aufgereihten Krawatten sehr angenehm. Preis 35 bis 50 Dollar plus Steuern und zudem "Buy 2 save $10; Buy 3 save $15, Buy 4 Save $25." Aber wohl nicht pro Krawatte.

Derweil beobachte ich auch die Leute, die zum Flieger hasten oder mehr als gelangweilt auf den Stühlen rumlümmeln. Gottseidank hat mein Checkin nur 15min gedauert und danach konnte ich in Ruhe erstmal nen Wrap essen. Allerdings war der staubig wie Wüstensand.

Ich überlege, ob ich mir noch ne Pizza reinhaue und damit meinen letzten Dollar auf den Kopf kloppe. Schließlich könnten die 7 Dollar beim nächsten Mal total wertlos sein... Egal, schauen wir mal, wie sich mein Hunger noch entwickelt. Ich halte mich mal an meinem Wasser fest und hoffe auf schnelles Abendbrot im Flieger. Online habe ich mir einen Gangplatz reserviert, damit ich nicht eingequetscht werde. Vom Gefühl würde auf einen sehr vollen Flieger tippen. Aber manchmal geschehen ja Wunder.

So, ich habe zwar ein 24h Wireless-Ticket (Wer braucht sowas auf nem Flughafen eigentlich?) und könnte noch etwas online bleiben, aber irgendwie ist es mir halt in meiner Ecke zu warm. Ich suche mir mal was anderes.

Thematisch USA - 2005-07-28, 22:59:31 - Noch keine Kommentare

Strafzettel im Überfluss

Hier hat jemand längere Zeit nicht nach seinem Auto geschaut...

Thematisch USA - 2005-07-28, 03:20:00 - Noch keine Kommentare

Die üblichen Übertreibungen

Hier mal wieder eine von den hirnrissigen Warnungen in den USA. Gefunden in Boston.

Es wird davor gewarnt, dass kein Rettungschwimmer Dienst tut. Naja, eigentlich nix auszusetzen, allerdings in Anbetracht der Wassermenge doch vielleicht etwas zuviel des Guten. Das Wasser stand nicht einmal 1cm hoch und war gerade einmal auf 20% der Fläche verteilt. Vielleicht ging es ums Ausrutschen? Aber bei Regen hopst doch auch kein Rettungsschwimmer über die Strassen von Boston...

Thematisch USA - 2005-07-27, 03:14:00 - Noch keine Kommentare

Fourth of July - Der Unabhängigkeitstag der USA

So, heute löse ich mal meine Schulden bei Euch ein und berichte, wie schon lange versprochen, über den 4. Juli in Boston. Bei ausreichender Allgemeinbildung sollten sich die Worte 4. Juli und USA im Kopf zum Begriff amerikanischer Nationalfeiertag - Independence Day - vereinen.

Der amerikanische Nationalfeiertag ist einer der wenigen Feiertage in den USA, der an dem Tag begangen wird, an dem er stattfindet. Die meisten Feiertag werden immer aus praktischen Gründen auf einen Montag verlegt. Da die Amerikaner ihren Nationalfeiertag etwas mehr würdigen als wir Deutschen unseren, war ich also ausreichend gespannt auf die Feierlichkeiten und die damit verbundene Reise- und Shoppingwelle.

Der Tag selbst wurde selbstverständlich mit großem Tamtam angekündigt. Im Fernsehen liefen Werbespots für Autosonderangebote und Independence Day Sales-Events. Ansonsten hat selbstverständlich jeder Amerikaner einen gefragt, was man denn so an diesem Tag macht. "Ich will mit das Feuerwerk in Boston anschauen." Dieser Satz hat für ein großen Ah-Toll und Ah-Super gesorgt. Das Wochenende vor dem 4. Juli, der dieses Jahr zufällig auf einen Montag fiel, war bereits mit Vorfeiern, Paraden und Feuerwerken angefüllt. Jede Stadt und Gemeinde scheint hier die andere beeindrucken zu wollen und macht es größer und bunter als die andere.

Boston ist allgemein als DAS Feuerwerk und DIE Feier bekannt. Die Boston Pops - America's Orchestra spielen jedes Jahr am Ufer des Charlesriver in der Hatch Shell, einer Freilichtbühne und dazu gibt es dann ein großes Feuerwerk über dem Fluss.

Es war also gebongt, dass wir da unbedingt hin müssen. Wann hat man schon mal die Gelegenheit Kultur und Gepflogenheiten eines anderen Landes kennenzulernen und welcher Tag ist da besser geeignet als der Nationalfeiertag?!

Wir sind also am 4. Juli mit dem Commuter Train nach Boston reingefahren, weil es mit dem Auto auch ohne Nationalfeiertag ein Problem ist. Also nix wie in den Zug, 3,75 Dollar fürs Ticket gelöhnt und los. In Boston haben wir dann noch Kollegen getroffen und sind zum Quincy Market, wo schon einige Feierlichkeiten liefen bzw. Menschenmassen versammelt waren.

Es gab jede Menge Veranstaltungen zur Geschichte der USA und wir haben keine davon besucht Wir haben uns nur den Menschenauflauf und die Straßenkünstler angesehen. Zusätzlich haben wir uns noch was Nettes hinter die Kiemen gehauen. Dabei habe ich auf eine Anpassung an nationale Gepflogenheiten geachtet und mir ein Hotdog gegönnt.

Nach reichlich Vorwarnungen, dass es eigentlich überhaupt keine gute Idee ist, direkt an den Charlesriver zu gehen und sich in der Nähe der Hatch Shell niederzulassen, haben wir es doch getan. Die Empfehlung hiess eigentlich, dass man auf die andere Flussseite gehen sollte (Cambridge-Ufer), weil auf dem Gelände des Esplanade (so heisst der Grünstreifen am Fluss), mehr als voll sein würde.

Da wir ja wissen, dass die Amerikaner zu Übertreibungen neigen (6 Stunden wird die Bootsfahrt dauern, wir habe es in 3h 40min gemacht), haben wir also alle Warnungen in den Wind geschlagen und uns ins Getümmel gestürzt.

Die Anreise, also der Fussmarsch zum Esplanade, liess uns schon die Menschenmassen erahnen. Die Strassen waren abgesperrt, so dass man direkt über den Stadthighway laufen konnte. Den Weg säumten unzählige Polizisten und jede Menge Männer in Uniform, offensichtlich Leute der Nationalgarde. Als wir dann halb 7 endlich am Fluss waren und eigentlich dachten, ziemlich zeitig zu sein, begrüssten uns schon 300000 Leute. Es war kein Platz mehr! Alle Wiesen besetzt mit Decken, Stühlen und Picknickzubehör. Der Einheimische ist also schon am Vormittag angereist. Das Konzert sollte übrigens um 8 beginnen und das Feuerwerk um 10!

Zuerst ging es an Fressbuden vorbei, dann an 200000 Leuten, bis wir nen Platz erspäht hatten. Dieser Platz war eigentlich kein Platz im herkömmlichen Grass-und-Wiesen-Sinne, sondern wir haben uns am Ufer einfach noch einen Teil des hohen Gestrüpps niedergetrampelt. Vorher mussten wir aber über jede Menge Amerikaner klettern, die sich schon am Ufer langgemacht hatten.

Am ganzen Ufer waren Lautsprecher aufgestellt, so dass man die Pops auch hören konnte. Um 8 ging es dann auch los. Nationalhymne, Countrymusik, Marschmusik, amerikanische Klassiker und die Titelmusik zu StarWars. Unterbrochen von einigen Werbepausen von CBS, die das Konzert live übertragen haben. Gottseidank mussten wir die Werbung nicht ertragen, denn für die Leute am Ufer duddelte dafür ein Band mit Musik.

Aber wir hatten auch unsere Werbung, denn über uns hing permanent ein Luftschiff - der Goodyear-Blimp und hat mit grosser Laufschrift Sprüche und Werbung unter das Volk gestreut. Dazu kreuzten noch einige Flugzeuge mit Reklame-Bannern im Schlepptau den blauen Himmel.

Jedenfalls hat die Nationalhymne beeindruckt, denn das Ufer hatte mittlerweile ca. 500000 Leute gesehen und alle standen auf und legten ihre Hand aufs Herz und sangen mit. Man stelle sich sowas mal in Deutschland vor. Wer kann schon den Text bei uns? Ausserdem fühlt man sich als Deutscher immer irgendwie peinlich berührt, wenn die deutsche Hymne läuft, denn schließlich ist sie kastriert, weil der deutsche Traum vom Raum nicht mehr ganz ins Bild passt. Mir hätte ja eine neue Hymne im Zuge der deutschen Einheit gefallen, aber naja...

Pünktlich zum Ende der Hymne flogen vier F-15 Kampfjets eine Formation im Tiefflug über die Leute und die Masse tobte vor Begeisterung. Ich habe noch nie jemanden so begeistert Kampfflugzeuge feiern sehen und hören. Der gemeine Deutsche fühlt sich beim Anblick der Bundeswehr wohl eher peinlich berührt und nicht mit Stolz erfüllt. Überflüge gehören übrigens bei Großveranstaltungen immer zum Programm, genauso wie die Nationalhymne. Die Piloten selbst freuen sich auf diese Aufgabe und fühlen sich sehr geehrt, wenn sie diesen Überflug machen dürfen.

Die Pops waren nicht schlecht, wenn auch nicht atemberaubend. Es lag wohl daran, dass viele amerikanische Klassiker gespielt wurden, die kein Deutscher kennt und die nicht direkt mit Beethovens Neunter zu vergleichen sind. Mir hat aber die Maxiversion von StarWars gefallen, Mir war noch nie aufgefallen, dass es ja für ein grosses Orchester komponiert wurde und dann auch sehr episch klingt.

Bevor dann endlich das Feuerwerk losging, war erstmal Labern angesagt. Mehr als eine halbe Stunde, wenn nicht sogar noch deutlich mehr, haben sich Reporter und irgendwelche Leute zum Abend ausgelassen. "Awesome!", "Boston is the place to be.", "Hello Boston!", "Terrific." und soweiter. Es war jedenfalls der Teil, der bei uns zum typischen Kopfschütteln geführt hat. Zusätzlich wurde noch betont, dass eine große Versicherung Prudential, das Feuerwerk sponsert und es 25min lang sein wird, so lang wie noch nie und es wird komplett werbefrei sein...ich habe mir dann echt versucht vorzustellen, wie ein Feuerwerk mit Werbeunterbrechung aussehen mag. Es ging wohl um die Fernsehaustrahlung, die sonst alle 10-15min von einem Werbeblock unterbrochen wird. Ich war in diesem Fall der Versicherung für das Sponsoring sehr dankbar, dann ein Feuerwerk in zwei Teilen scheint mir sehr frustig zu sein.

Nach weiteren Begeisterungsbekundungen ging dann auch endlich das Feuerwerk los und nur dafür waren wir ja gekommen, dann es sollte das grösste und beste Feuerwerk weit und breit sein. In der Mitte des Flusses war ein riesiger Kahn vertäut und von dort aus wurde das Pulver verschossen. Zum Feuerwerk lief Musik vom Band, passend dazu dann die Lichteffekte.

Ich fand es sehr schön, denn ich habe einige Sachen gesehen, die mir unbekannt waren. So z.B. Muster im Himmel wie Würfel. Es war sehr farbenfroh und man hat sich nicht lumpen lassen. Einige von den Deutschen waren weniger begeistert, eigentlich enttäuscht. Ich denke, es liegt einfach daran, dass hier alles vorher in den Himmel gelobt wird und dann recht normal ist. Sowas kennt der Europäer halt nicht.

Die Abreise nach dem Feuerwerk war ein Geduldsspiel, denn wenn 500000 Leute von einer Halbinsel runter wollen und dazu über kleine Brücken müssen, dann ist wohl ein Stau mehr als vorprogrammiert. Ich hatte am Anfang schon meine Zweifel, ob wir den Zug zurück bekommen werden, denn der fuhr bereits 45min nach dem Ende des Konzerts und es war der letzte Zug!

Logischerweise haben wir 25min von der Insel runtergebraucht und weitere 10min zur U-Bahn und nochmal 15min in der vollen U-Bahn bis zum Bahnhof Northstation. Macht also eine Differenz von 5min. Mit uns zusammen haben weitere Menschen geflucht und den letzten Bahnangestellten, der übrigens keine Ahnung hatte und mehr als dumm geschaut hatte, beschimpft. Tja, so mussten wir dann 40 Dollar für ein Taxi ausgeben und dann auch noch 11 Dollar für den Parkplatz am Bahnhof. Kein Wunder, dass das Nahverkehrssystem keine Begeisterungsstürme auslöst und von nur wenigen Leuten genutzt wird. An einem Feiertag mit 500000 Leuten als Besucher fährt der letzte Zug um 11:45 Uhr!!!

Fazit: Schönes Konzert, tolles Feuerwerk, Scheisse viel los und mal das Nationalfest kennengelernt.

Thematisch USA - 2005-07-25, 00:30:00 - 2 Kommentare

Spaziergang

Gestern Abend musste ich mal unbedingt wieder meinen Hintern aus dem Hotelzimmer schwingen, weil man sonst ja kaum Bewegung bekommt. Ich habe mich für einen 45min Spaziergang rund um den Block entschieden. Einmal durchs Wohngebiet.

Interessant war, dass es fast überall Fusswege, wenn auch schmal, gibt. Das spazierengehende Paar hat freundlich gegrüsst und auch der Jogger mit Warnweste hat freundlich gewinkt. Ansonsten sind mit nur Autos und einige Motorräder begegnet. Als Hintergrundgeräusch war ständig das Rauschen der Interstate 93 und 95, sowie der vielen Klimaanlagen zu vernehmen.

Thematisch USA - 2005-07-22, 13:50:22 - 4 Kommentare

New Yorks Müll

Heute gibt als mal wieder einige wissenswerte Fakten aus dem US-Leben. Thema diesmal: Der Müll von New York.

Täglich fallen in New York 12000 Tonnen Hausmüll an. Dieser wird mit LKWs und per Zug auf 17 Mülldeponien gebracht, die teilweise mehrere hundert Meilen entfernt sind. Vor 2001 wurde der Müll per Schiff auf eine nahegelegene Deponie verbracht. Diese wurde aber geschlossen. Nur so als Hinweis: Das Gelände der Weltausstellung 1939 steht auf Müll, auch LaGuardia Airport steht auf Müll.

Nun sind die Anwohner einiger Strassen nicht sonderlich erbaut über die Menge an LKWs, die täglich durch die Gegend fahren und so möchte der Bürgermeister wieder Schiffe (eigentlich Kähne) nutzen, um den Müll möglichst geräuschlos loszuwerden. Wer amerikanische Trucks kennt, weiss, dass die Dinger mehr als laut sind. Deutsche LKWs sind dagegen schon fast schlafzimmertauglich.

Als Teil der Lösung sollen mehrere Verladestationen gebaut werden, eine davon in der East 91st Street Manhattan. Hier streiten sich der gegenwärtige Bürgermeister und sein zukünftiger Gegenkandidat (der zufällig um die Ecke wohnt ;-) Letzterer hat keine Ideen, fasselt aber von Recycling. Wobei er weder sagt was, noch wie recycelt werden soll.

Lassen wir uns überraschen. Meine Idee wäre ja erstmal Geschirr aus Keramik und Besteck aus Metall. Sowas könnte man abwaschen und müsste es nicht wegwerfen...

Thematisch USA - 2005-07-20, 06:20:16 - 1 Kommentar

Seashore Trolley Museum, Kennebunkport, Maine

Am Wochenende habe ich einen Ausflug nach Kennebunkport in Maine gemacht. Dieser kleine Urlaubsort beheimatet das wohl älteste Straßenbahnmuseum der Welt, das Seashore Trolley Museum.

Da ich ein Fan von alten Maschinen bin und mich im Verkehrsmuseum Dresden und auch im Deutschen Museum in München sehr wohl fühle, musste ich dort unbedingt hin. Was ja keiner glauben mag, aber Strassenbahnen waren mal ganz gross in den USA.

Vielen Linien haben Städte miteinander verbunden und waren eigentlich für deutsche Massstäbe schon S-Bahnen. Mit der Verbreitung des Autos begann in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts der rasche Abstieg in die Bedeutungslosigkeit. Heute gibt es kaum noch Strassenbahnen in den USA.

Das Museum entstand 1939. Damals hatten mehrere Studenten sich eine alte Straßenbahn für 150 Dollar gekauft, da diese verschrottet und der Betrieb der Linie eingestellt werden sollte. Sie haben dann den Wagen gekauft, mit dem sie die letzte Fahrt auf der Linie unternommen haben.

Das Museum wird von Privatpersonen als Hobby betrieben und jeder Dollar wandert direkt in das Museum. Alle arbeiten aus Spass an der Freude im Museum. Es sind viele Bahnen ausgestellt, sogar eine aus Manchester, England und eine aus Ungarn. Einige davon werden noch aktiv betrieben und auf einer kleinen Strecke von ca. 1.5 Meilen kann man sich in einer alten Straßenbahn nostalgisch bewegen lassen.

Mittlerweile wächst die Sammlung auch mit U-Bahnen und Busen. So, dass quasi ein Großteil des öffentlichen Transports als Geschichte im Museum abgebildet wird.

Ich kann jedem Technikfreund nur wärmstens einen Besuch empfehlen. Es ist interessant, man kann in viele Wagen rein und findet in den Hobby-Straßenbahner auch jederzeit freundliche Gesprächspartner.

Thematisch USA - 2005-07-19, 04:00:08 - 3 Kommentare

Whitewater Rafting mit Scary Larry

Vorletztes Wochenende sind wir nach West-Massachusetts aufgebrochen, um uns in einem Boot den Deerfield River hinabzustürzen. In der Fachsprache auch Whitewater Rafting genannt.

Am Samstag sind wir also nach Charlemont gefahren. Unsere Fahrt führte uns ca. 2.5h westwärts auf dem Interstate-495 und dem Highway-2. Letzterer ist sichtlich idyllisch in seinen westlichen Teilen in Massachusetts und führt durch verschlafene Nester, in denen die Uhren deutlich langsamer Ticken als ohnehin in den USA.

Wir sind einen Tag eher los, Rafting war erst am Sonntag, aber durch die 2.5h Fahrt und die Startzeit des Rafting um 8:30 Uhr hielten wir es für nicht übertrieben es doch ruhiger anzugehen. So hatten wir geplant, uns noch auf eine kurze Wanderung einzulassen, nachdem wir ein Nachtlager gefunden hatten.

Nachdem wir Charlemont angekommen waren, haben wir erstmal beim Veranstalter nachgefragt, ob alles klargeht und ob wir noch besondere Sachen brauchen. Der freundliche Herr hinter dem Tresen hat uns auch gleich noch mit Hoteltipps und einem Anruf beim Hotel versorgt, so dass wir uns dann recht schnell niederlassen konnten.

Jan hat sich mit dem Zelt auf einen nahegelegenen Zeltplatz für 22 Dollar die Nacht niedergelassen. Wir sind für 86 Dollar in ein Zweibettzimmer im Motel eingezogen.

Da das Motel sehr schön ruhig liegt und selbstverständlich über Grills verfügt, haben wir unsere Pläne angepasst und sind noch schnell in den Supermarkt gesprungen. Dort haben wir fleissig Grillzubehör erworben, also Holzkohle, Anzünder, Steakfleisch, Burgerzubehör (Brötchen, Gurken, Fleischscheiben), sowie ausreichend Sachen gegen den Durst.

Dann haben wir noch Freunde eingeladen, die auch einen Tag eher zum Rafting aufgebrochen waren und haben den Grill angewärmt. Wie man sehen kann, haben wir uns nicht lumpen lassen und ordentlich Spass gemacht, damit der Grill auch schön heiss wird.

Dann gab es selbstgemachte Burger, leider ohne Salat und Tomate, war uns dann doch etwas zu umständlich. Natürlich gab es auch reichlich Steakfleisch. War alles prima und alle waren mehr als satt danach. Als uns dann die Insekten in größeren Scharen angriffen, haben wir das Outdoorgrillen beendet und haben uns in die Feder gelegt.

In der Nacht habe ich mich etwas gequält im Bezug auf Schlaf. Erst hat mich ein Megazug aus dem Bett geworfen. Die amerikanischen Züge sind elend lang und haben bis zu 8 Loks. Nachdem das Ding vorbei war (wir haben übrigens die Bahnstrecke nicht sehen können, war also ausreichend weit weg), ist mir ein tropfender Wasserhahn und eine klappernde Jalousie auf den Keks gegangen, von der Klimanlage des Nachbargebäudes mal ganz zu schweigen.

Um 7 sind wir dann aufgestanden, um den wunderbaren Morgen zu geniessen und ein hausgemachtes Frühstück im nahegelegenen Restaurant zu verspeisen. Kleine Familienrestaurants sind doch noch die besten. Da ist noch Flair dahinter, da wird auch mal geschwatzt und ständig Kaffee nachgeschenkt. Alles ist natürlich frisch zubereitet.

Los ging es zum Rafting. Unser Veranstalter war Moxie Outdoor Adventures. Keine schlechte Wahl, wie sich noch zeigen sollte. Zuerst konnte man noch Kleidung zumieten, also Ganzkörperanzüge, Schuhe und/oder Spritzwasserjacken. Die meisten von uns haben sich mit der Spritzwasserschutzjacke zufrieden gegeben.

Die obligatorische Sicherheitsbelehrung kam als Nächstes. War wenigstens recht lustig. Danach wurden die Boote besetzt. Jedes Boot hat einen Guide bekommen. Hier keimte ja kurzzeitig in mir die Hoffnung auf, dass wir als Vollmännerboot entweder Vanessa oder Stephanie zugeteilt bekommen. Aber nein, wir haben Larry abbekommen. Mit dem zynischen Kommentar des Organisators, dass wir Scary Larry doch vorher fragen sollten, ob er auch seine Medizin genommen hat.

In Erwartung einer sichtlichen Katastrophe haben wir dann nach einer längeren Busfahrt zum Startpunkt eine Outdoorlegende mit Bart, bunten Klamotten und grosser Klappe vorgefunden. Na dann mal los...

Also das Boot ins Wasser getragen und Sitzplatz eingenommen, natürlich Helm und Schwimmweste vorher angezogen. Dann ging es auch schon los. Larry hat immer wieder Kommandos geschrien und wir haben wie die Weltmeister gepaddelt. Erstmal paar Testrunden und dann ging es langsam los.

Es war ein Heidenspass. Wir sind die Stromschnellen runtergetobbt und haben uns ordentlich nass gemacht. Larry hat uns in mit dem Boot zum Surfen gebracht, also quasi in den ruhigen Teil hinter einer Stromschnelle reingehangen und dort das Boot bis zum Anschlag volllaufen lassen...

Es war herrlich, zudem hatte ich auch die Chance auf eine Ausseninspektion des Bootes, da es mich an einem grossen Felsen physikalisch bedingt aus dem Boot gehauen hatte. Das Paddel fest an mich gepresst habe ich dann auf Hilfe gewartet und bin dabei sanft den Fluss hinabgetrieben. Larry hat mich dann wieder reingeholt.

Der Schluss war am besten, da hingen wir auf einem Felsen in einer Strömung fest. Das Boot war mehrere Zentimeter unter Wasser, aber wir sassen noch drin und durch nach vorn klettern und hauruck habe wir das Ding wieder zum Schwimmen bekommen. Larry hatte riesig Spass, denn uns muss doch etwas die Panik in den Augen gestanden haben.

Das Rafting war super cool, einzig die langen Pausen zwischen den schnellen Passagen waren langweilig. Wir haben bis zu 30min auf die anderen Boote gewartet. Für die Experten noch die Info, dass es Level 3 und 4 Stromschnellen waren.

Fazit: Spitze! Gern wieder und auch gern wieder mit Scary Larry. Von Stephanie und Vanessa hätte ich eh nix gehabt, weil ja noch 6 andere Kerle im Boot waren ;-)

Es hat sich übrigens nicht kalt angefühlt im Wasser und auf dem Boot auch nicht (Sonne hat zum Kniesonnenbrand gereicht), aber trotzdem war ich erstmal eine Woche erkältet. Offene Fenster im Bus sind halt nicht mein Ding in nassen Sachen.

Thematisch USA - 2005-07-18, 03:38:43 - 1 Kommentar