Kontextfrei erzählt

Nüscht

By Darwin Bell - CC-BY-2.0

Heute ist Dienstag und nicht irgendein Dienstag, sondern der erste Dienstag der Woche. Das nehme ich gleich zum Anlass, aus meiner Blogstarre zu erwachen und sinnlose Sätze zu klimpern. Auf einer Webseite stand heute auch, dass Blogging irgendwie abnimmt und out ist. Ganz unrecht haben die Leute nicht, denn ich sehe auch, dass seit Monaten die Verkehrszahlen rückläufig sind.

Achja, ich sitze im Bagels & Beans und rüssle mir nen Latte und einen Bagel rein. Standardprogramm, wie langweilig.

Aber egal, ich blogge ja nicht aus Popularitätsgeilheit, sondern nur weil ich Frauen abschleppen will. So jedenfalls die gängige Meinung bei einigen meiner Leser(innen). Keine Ahnung, ob es funktioniert, schliesslich habe ich keine Statistik, wie es ohne Blog wäre. Nicht-Bloggern mit Schreibschwäche sei aber gesagt, dass Frauen auf Texte mit Humor abfahren. Vielleicht liegt es daran, dass ich so wenig Erfolg bei den Damen habe ;)

Nur aber mal zu weniger ernsten Themen. Das Öl ist wieder auf einem neuen Rekordpreis angekommen, Burma geht es schlecht und in China bebt die Erde. In Südafrika ist Ausländerhatz angesagt. Ob die Deutsche als Trainer haben? Aber es war doch nie unsere Kolonie, woher also der Hass? Es gibt einige Dinge, die wir Deutschen für uns reklamieren und dazu gehört Ausländerhatz, neben Autos und Bier.

Links von mir sitzen zwei Damen und ein Herr. Wobei nur eine Dame und ein Herr ein Tischpaar bilden, die andere Dame hat ein Notebook als Gesellschaft. Anscheinend amüsiert sie sich besser als das menschliche Paar, denn sie trägt dieses versteckte Lächeln um die Mundwinkel. Daraus schliesse ich mal, dass sie entweder online ist und chattet oder etwas Schönes schreibt, dass angenehme Gedanken erzeugt.

Die Dame in Herrengeschellschaft sieht nett aus, da adrett gekleidet und Ausstrahlung getrunken. Bekanntlich heisst sowas nichts. In der Neuen Mitte ist heute Blutspende, aber ich darf nicht, da gerade erst aus den USA zurück. Im Sommer ist Westnilmückensperrzeit. Zurück von den Mücken zu den Damen. Es ist faszinierend zu erleben, wenn zwischen zwei Menschen kein Funke überspringt, aber der eine es probiert. Meist baggern die Männer und die Damen leiten die Funken einfach mal ab.

Ich hatte versäumt zu erwähnen, dass die Bloglesung am letzten Freitag eine vergnügliche Veranstaltung war und man sowas eigentlich regelmässig und mit mehr Nichtbloggern machen sollte. Die Beiträge werden aus Bewerbungen erwählt und man liest in einer Gaststätte oder in einem Restaurant. Statt Klavier halt... wobei die Pausen zwischen den Beiträgen länger sind, weil man bei Klavier essen und reden kann, bei einer Lesung nicht.

Leider muss ich noch bemerken, dass meine Bedienung, die ich beim letzten Mal so gelobt und fast in mein eigenes Café eingestellt hätte, heute eher mürrisch und unlächelig ist. Sowas Doofes aber auch, damit ist sie leider keine Wahl mehr für meine Pläne einer gastronomischen Einrichtung mit Bloganschlüssen.

Begabte Menschen sind ja überaus aufgeschlossen an Wochentagen ohne Markt. Oft passiert es auch, dass man unbemerkt Dinge sieht, die man nicht sehen soll, auch wenn sie offen liegen. So gesehen ist es mehr als merkwürdig, dass viele Leute sich die Sache anders überlegen und trotzdem nach Hause gehen. Einige vorbeifahrende Autos machen mehr Lärm als andere Fahrzeuge, obwohl diese dunkler sind. Eventuell hat weisser Lack einen geringeren Luftwiderstand. Brauchen Autos eigentlich an hellen Tagen mehr Benzin, weil mehr Photonen zu verdrängen sind? Damit müsste man nachts schneller fahren können...

Damit schliesse ich für heute und verabschiede mich in die Dienstagnacht und die darauffolgenden Stunden und Tage.

Kolumne - 2008-05-20, 20:02:31 - 7 Kommentare

Bagel, Frauen, Radfahrer und enge Jeans

Bagels and Beans Tasse

By Lars Zapf - CC-BY-2.0

Heute sitze ich auf einen späten Kaffee im Bagels & Beans Jena. Zu später Stunde und mit weit geöffneter Tür, sowie einem Sitzplatz nahe der letzteren, ist auch der Rauchanteil zu verschmerzen. Ich geniesse einen Café Latte, wie sollte es auch anders sein, und einen Veggie Bagel. Kaffee ist etwas dünn, aber der Bagel ist der leckere Kracher.

Draussen spazieren die schönen Jenaer-Frauen vorbei. Studentinnen in grossen Schwärmen und dank des Wetters extrem gesund fürs Auge. Das sind die Momente, wo ich es echt zu schätzen weiss, a) Mann und b) in Jena zu sein. Der Tag war ohnehin sehr erfolgreich. Alles geschafft und auch noch gute Meetings gehabt. Da freut sich der Mensch. Vor allem, wenn es der erste Arbeitstag nach Fernreise und Urlaub war.

Die Bedienung ist Café ist heute auch sehr angenehm, freundlich und, obwohl sie allein schuftet, schnell genug. Wenn ich ein eigenes Café hätte, dann würde ich sie abwerben. Sie sieht so aus, wie ich mir eine moderne Cafédame vorstelle. Erinnert sich jemand an Schräger als Fiktion? Ihre Ausstrahlung ist vergleichbar mit der Aura der Keksbäckerin aus diesem Film und gut sieht sie auch noch aus.

Weiterlesen...

Kolumne - 2008-05-06, 21:41:48 - 5 Kommentare

Waffen, McCain, Benzin und Reproduktion

So, heute seit Ihr mal wieder dran, auch wenn ich noch überhaupt nicht weiss, was ich Euch schreiben soll. Irgendwie fühle ich mich zu guten Inhalten verpflichtet. Ok, damit geht es los und wie gewohnt a) ich sitze im Barnes und b) ich habe einen Blue & Yellow Tee und einen Espresso. Letzterer soll nur meine Koffeinabhängigkeit bekämpfen.

Am nächsten Tisch sitzt ein Dude, der über Fragen einer Prüfung brütet oder sowas in der Art. Regelmässig stöhnt er oder ruft halblaut "Oh Shit!" Aber irgendwie mag keiner ein Gespräch anfangen :) Ich mag auch nicht und rege mich nur innerlich etwas auf, lache aber eher mehr über ihn.

Gun

By Boris v. Hoytema - CC-BY-2.0

Rechts von mir sind die aktuellen Zeitschriften ausgelegt. Besonders interessant ist die Combat Arms. Ein grosser Artikel widmet sich der SIG 556 SWAT - dem Problemlöser schlechthin. Mir ist gerade folgende Theorie eingefallen. Stellen wir uns mal vor, wir würden Waffen erlauben. Überall und für jeden. Monatlich hat jeder 20 Schuss frei und Unfälle durch Schusswaffen werden nicht verfolgt. Würden wir nicht schnell unsere aktuellen Probleme gelöst bekommen? Kaum jemand erreicht das Rentenalter und die Anzahl der Einwohner sinkt auch, so dass die Treibhausgase auch zurückgehen. Allerdings müsse man gegenrechnen, ob nicht die Munitionsherstellung und die Einäscherung der Toten mehr Schadstoffe freisetzt... mmm... morbide irgendwie.

Im völligen Kontrast dazu steht die aktuelle Ausgabe der MAXIM. Der Titel lädt mich förmlich ein, über explosionsartiges Bevölkerungswachstum nachzudenken, zumindest über den verursachenden Produktionsprozess. Passend dazu steht auch gleich Parenting im Regal und für später der RV Buyers Guide.

Weiterlesen...

Kolumne - 2008-04-17, 05:32:07 - 11 Kommentare

Reichen denn 33 Milliarden Barrel?

Eventuell ist Brasilien plötzlich ganz wichtig geworden, dann man hat vielleicht ein Ölfeld mit 33 Milliarden Barrel Öl gefunden.

Da die USA pro Tag 20 Millionen Barrel brauchen, würde das Ölfeld bei 100% Ausbeute ca. 4,5 Jahre reichen. Ich glaube, da können die Brasilianer aufatmen, denn das ist etwas wenig, um eine Invasion zu rechtfertigen... aber im Notfall wird der CIA schon etwas einfallen.

Kolumne - 2008-04-15, 05:31:09 - 8 Kommentare

Einstein, Bush, Saftschubsen und Sourcecode

Heute ist wieder einer der Tage, an dem ich alles schreibe, was mir einfällt. Bevorzugt alles, was nicht in einem Zusammenhang steht. Ich sitze wieder im Barnes & Noble und wurde auch wieder von meiner "Freundin" hinter dem Tresen freundlich bedient. Ich finde es schön, wenn man sich auf Sachen im Leben verlassen kann. Dinge, die sich nicht ändern. Konstanten sind schön, auch wenn Einstein die kosmische Konstante aus seiner Relativitätsformel verbannt hatte. Später hat er sich, so glaube ich, darüber geärgert.

Etwas entfernt sitzt ein Pärchen oder ein potentielles Pärchen. Männer können oder wollen keine Körpersignale von Frauen lesen, zumindest nicht, wenn sie betroffen sind. Er sitzt mit eingezogenen Armen da und sie beugt sich weit zu ihm über den Tisch und ihre rechte Hand ist weit über den selbigen gestreckt und fummelt nervös an der Tischkante rum: "Los, fass mich an!" Er scheint sich eher zu denken: "Wir können nachher miteinander schlafen, aber es muss nicht jeder wissen, dass wir was miteinander haben." Kann natürlich sein, dass sie will, aber er nicht. Wobei sie eigentlich ganz ok aussieht, aber eventuell redet sie ja zuviel... wer weiss das schon.

Weiterlesen...

Kolumne - 2008-04-08, 05:14:54 - 13 Kommentare

Und was ist mit China?

Mystery

By Maurice - CC-BY-2.0

Es ist wieder Barnes & Noble-Zeit. Ich sitze im Starbucks und habe meinen Kopf tief in Code vergraben. Manchmal macht Arbeit echt Spass, speziell wenn es Probleme zu lösen gibt, die einfacher Gewalt prima widerstehen können. Das bringt uns dann auch gleich zum heutigen Thema: China oder nicht China, dass ist hier die Frage?!

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich derzeit die Nachrichten nicht aktiv verfolge. Das liegt an mehreren Faktoren. 1) Im Hotelkabelfernsehen laufen kaum vernünftige Nachrichten. 2) Meine tägliche Dosis Zeitung (USA-Today) ist herrlich beschränkt um Umfang. Es verirren sich selten tiefgreifende Themen in das Blatt. 3) Ich habe kaum Zeit, mich umfassend online zu informieren. Ganz egoistisch steht der eigene Job im Vordergrund.

Deswegen fahre ich diesen Artikel auch mit Vorsicht und mache eher eine Was-wäre-wenn Betrachtung, ohne hier in eine Wertung der aktuellen Geschehnisse zu verfallen. Ausserdem weiss die Welt wohl recht wenig was abgeht. Also stelle ich hier keine wagen Vermutungen an, auch wenn fast sicher ist, dass das was abgeht mehr als widerlich ist.

So, gerade noch einen Grande Iced Latte geholt und jetzt kann es losgehen. Frischer Schuss Koffein. Man ist halt angefixt. Apropos angefixt. Die Welt ist angefixt. Nun gut, nicht die ganze Welt, aber wohl so gut wie alle Länder, die mehr als 100 Bananen und ein Kilo Kaffee exportieren. Angefixt von den billigen Preisen Chinas, von dem unendlichen Überfluss von billigen Dingen und vom unendlichen Hunger nach Rohstoffen.

Weiterlesen...

Kolumne - 2008-03-30, 01:36:14 - 13 Kommentare

Kein Dirndl, Basketball und Quasimodo

Ausblicke

By domake.saythink - CC-BY-2.0

Wie so oft auch heute, fast Live-Blogging aus dem Barnes & Noble in Burlington, MA. Gerade wollte ich noch den Artikel mit netten Bemerkungen zu den heutigen weiblichen Gäste im integrierten Starbucks beginnen - Auge isst und trinkt mit - aber dann trug ein Mann eine Zeitung mit Bild-Charakter an mir vorbei - Titelzeile: Girls, Girls, Girls. Ok, da haben schon andere meine heutige Geschichte geschrieben. Tut mir leid ;) Zudem hätte ich ja ohnehin nicht optischen Abbildungen dienen können. Persönlichkeitsrecht. Ihr versteht.

Irgendwie kann ich Euch die Sache doch nur halb ersparen, denn eben kommt ein junges Paar(?) rein. Sie ca. 18-20 und er wohl nicht wesentlich älter. Eventuell verschätze ich mich auch. Aber Ihr müsste Euch jetzt einmal die kräftigste Maßbierkrugträgerin in allen drei Dimensionen vorstellen, aber nur 1,55 m gross und ohne Dirndl und den Ausschnitt mal Drei. Sie hat eine Wasserflasche in der Hand und trinkt. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass sie beim Abstellen aufpassen muss, dass sie die Flasche wirklich auf dem Tisch stellt. Man kann auch sagen, dass es wohl kaum Oberbekleidung gibt, die diese Dimensionen einfangen könnte. Bin ich heute wieder blumig... Gravitation ist jedenfalls ein Gesetz, dass sie gern brechen würde, wenn sie könnte. Da ich gestern "Men in Black" in der 551. Wiederholung gesehen habe, fällt mir spontan ein: "Bra defies Gravity". So, die Fans dürfen jetzt überlegen, was ich hier sprachgekrümmt habe.

Weiterlesen...

Kolumne - 2008-03-20, 05:31:55 - 6 Kommentare

Moderne Sklaverei

Gerade bin ich aus dem Büro raus. Hinter mir fiel zur gleichen Zeit die mexikanische Putzkolonne ein. Irgendwie drängte sich mir dann sofort der Gedanke auf, dass das doch Sklaverei ist. Oder? Moderne Sklaverei, weil die Sklaven nicht wissen, dass sie Sklaven sind. Das ist nicht nur in den USA so, sondern auch in Deutschland. Nur dass dort die Putzkolonne Kopftücher trägt und in Saudi-Arabien spricht die Kolonne einen von mehr als 200 indischen Dialekten. Von Cranberry- und Spargelernte mal ganz abgesehen.

Früher hat man die Leute irgendwo weggefangen und gewaltsam zum Arbeitsort gebracht. Heute kommen die Sklaven freiwillig und akzeptieren minimale Löhne und Scheissarbeiten. Oder sehe ich das falsch?

Weiterlesen...

Kolumne - 2008-03-18, 02:03:19 - 10 Kommentare

Ich bin nicht in Deutschland... oder doch?

Mal wieder Starbucks

Ich bin angekommen... nicht ganz in den USA, aber in einem Kulturexport der selbigen. Derzeit sitze ich in einem Starbucks in Karlsruhe, Baden-Würtemberg. Vieles ist wie in den Filialen in den USA. Auch die Preise. 3,80 für einen grossen Latté, aber nicht Dollar, sondern Euro.

Immerhin braucht man nicht explizit nach einer richtigen Tasse verlangen, sondern bekommt diese unaufgefordert. Die Freundlichkeit der Bedienung hat mich aber sofort an die USA erinnert. "Was darf es sein?", "Wie geht's?", "Noch etwas Eis ins Wasser?" etc. Sie sagt "Bitte." und "Danke." Also kein Grund zum Klagen. Wenn es nur überall in Deutschland so wäre und nicht nur in den US-Kaffeeinseln. Muss es nicht eigentlich auf den US-Kaffeeinseln heissen? Klingt aber komisch...

Diese Filiale hat ihren amerikanischen Schwestern eine Sache voraus... sie ist sauber und ordentlich. In vielen US-Starbucks fühle ich mich nicht wohl, weil Einrichtung und Sauberkeit suboptimal sind. Da möchte man nicht bleiben, sondern flieht mit dem Kaffee in der Hand. Die Dinger sind dunkel, Fussboden und Theken krümmelig, klebrig und so weiter... Von der eisigen Zugluft mal abgesehen, aber das ist ein anderes Kulturthema und wurde bereits besprochen.

Das Angebot an Backwaren und Snacks ist auch grösser in Deutschland. Es gibt richtige Sandwiches, belegte Brötchen(!) und eine riesige Auswahl an gutaussehenden Muffins. Howard Schultz? Wenn Sie das hier lesen, rufen Sie mich einfach an und dann besuchen wir ihre Vorbildfiliale mal gemeinsam. Ich mache auch gern ein Testprogramm für ihre anderen Fillialen fertig.

Etwas ärgerlich ist aber, dass ein Teil der Begriffe in Englisch geblieben ist: Beverages über der Angebotstafel und Whole Bean beim Kaffeeverkauf. Daily Offerings ist auch nicht gerade Hochdeutsch.

Während ich meine Arbeit durchsehe und Themen vorbereite (ich habe noch 2 Stunden bis zum Meeting), beobachte ich Leute und schreibe Euch immer mal eine Zeile. Achso, ein anderer wunde Punkt, vom Wucher-Latté mal abgesehen, ist der WLAN-Hotspot. Der ist von T-Mobile und natürlich zu bezahlen und zwar mit 8 Euro für 60 min. Warum nicht 1 Euro? Die Masse macht es. Da würden bestimmt auch mehr Studenten surfen.

Die Bedienung ist gut drauf. Erkennt ihre Stammkunden, grüsst sie persönlich (ohne Namen), erinnert sich an die Grundbestellung und albert mit Niveau rum. Ausserdem sieht sie noch nett aus... jetzt würde ich gern eine Kopie von ihr klonen. Apropos Klonen. Diese Stadt hat jede Menge schöne Frauen jeden Alters. Richtig auffällig.

Ein Unterschied fällt noch auf. Während man in den USA ein Lächeln zurückbekommt, wenn man zuerst lächelt, bekommt man in Germanien immer den "Du Wichser!"-Blick. Nun gut, eventuell liegt es ja an mir. Vielleicht sehe ich wirklich so aus :) Aber manchmal klappt es doch auch... sind diese Frauen nur ohne Kontaktlinsen oder Brille aus dem Haus?

Die Dame hinter der Theke weiss, wie man Umsatz macht. Ihre Frage: "Darf es noch etwas Kleines zum Essen dazu sein?" ist sehr verführend und wird von einigen Kunden gern mit Ja beantwortet. Es ist, so glaube ich, die Fragestellung und der Ton ihrer Stimme, der die Leute einknicken lässt.

Die Bedienung wechselt. Schicht-Wechsel nehme ich an. Die neue Dame ist ebenso freundlich und verführend. Sie berät den Kunden intensiv in der Wahl des Kaffees und dem dazu passenden Naschwerk. Die Mädels hatten wohl ein Bootcamp ;) Die Post kam gerade mit einem Brief rein. Die Post-Frau war ebenso freundlich. Irgendwie unheimlich... bin ich überhaupt noch in Deutschland oder bin ich gestern Nacht versehentlich zu weit gefahren?

Ich kann es nicht beschreiben, aber es ist ein angenehmes Gefühl hier im Café zu sitzen, und das Leben um sich herum pulsieren zu spüren. Es macht lebendig und gibt irgendwie Hoffnung, dass es mit uns doch nicht so schnell oder stark bergab geht.

Eben musste die Bedienung die übliche Erklärung zu Tall, Grande, Venti machen. Die Kaffeegrössen versteht ja auch kein Schwein. Klein, Mittel und Gross hätten es auch getan, stattdessen ist es gross, grösser, sehr gross. Das grenzt ja schon an Grössenwahn.

Einige Kunden bekommen sogar einen Handschlag. Der Superkunde quasi. Am Nachbartisch hat sich eine junge Dame mit ihrem Notebook breit gemacht. Vom Gesicht hätte ich zuerst auf einen slawischen Einschlag getippt, aber sie hat gerade mit einem Telefonat begonnen und das Englisch ist perfekt. Keine Ahnung also, wo sie herkommt, aber das Englisch klingt gelernt, da sie keinerlei regionalen Klang in der Aussprache hat. Weder amerikanisches, kein britisches und erst recht kein australisches Englisch. Die Aussprache von exactly schiebt sie zumindest ausbildungstechnisch nach Nordamerika. Wenn mich mein Gehör nicht täuscht.

Ich bin doch in Deutschland bzw. das sind Touristen?! Die Frau hat den typisch genervten deutschen Ton im Umgang mit ihrem Mann. Sie hat auch den beschissenen "Leck mich"-Gesichtsausdruck, der viele meiner Landsleute in die Gesichtsform gemeisselt scheint. Nervig wie sie ist, bestellt sich auch mit langer Diskussion und Hunderten von Änderungen.

Nun schliesse ich und mag aber noch etwas Schönes berichten. Obwohl Starbucks eher von jungen Leuten heimgesucht wird, hinter mir sitzen zwei Damen ab 60, die einen Kaffeeplausch machen. This rocks! Schönes Wochenende und den Text werdet ihr wohl erst einige Stunden nach seiner Erstellung lesen, also nicht wundern.

Kolumne - 2008-02-22, 18:58:33 - 8 Kommentare

Warum Briefe der Steuer nicht mit der Post kommen

Geld

Gerade versuche ich mir vorzustellen, ob die Kinder von heute andere Vorbilder haben und nicht Feuerwehrmann und Krankenschwester werden wollen?! "Mama, ich möchte Postchef werden!" wird aber doch eher ein selten gehörter Ausspruch sein. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass unter Wirtschaftsstudenten dieser Ausspruch wohl deutlich populärer sein dürfte. Und damit wären wir auch schon beim Thema: "Habe ich Herrn Zumwinkel bei der Steuerhinterziehung geholfen, weil ich Briefe mit der Deutschen Post verschickt habe?"

Die Frage ist natürlich so ernst, wie sie unsinnig ist und damit wollen wir die Fragestellung auch gleich wieder vergessen und uns direkt mit den Geschäften der höchsten Tiere auseinandersetzen. Deswegen lautet die nächste Frage: "Hinterzieht man Steuern, weil man reich ist oder wird man reich, weil man Steuern hinterzieht?"

Diese Frage wiederum dürfte nicht eindeutig zu beantworten sein und deswegen soll sie uns auch nicht interessieren und kommen damit spontan zu Frage: "Warum machen sich Leute mit viel Geld mehr Sorgen um das Geld, als Leute mit wenig Geld?" Das lässt uns die Theorie erstellen, dass Geld immer mit Sorgen verbunden ist und deswegen eine Erhöhung der Geldmenge auch zur Erhöhung der Sorgen führt. Kurz, es kommt zur Sorgeninflation.

Das steht jetzt aber im Widerspruch zur Steuerhinterziehung, da ja das Finanzamt eigentlich uns einen Teil der Sorgen abnimmt. Warum will man seine Sorgen also nicht teilen? Ich weiss auch nicht, aber ich weiss, dass man, sobald man über Steuervermeidungs- und Steuersparmodelle nachdenkt, recht schnell im Strudel dieser Gedanken festhängt bzw. einfach nur noch von den Sorgen ums Geld (nicht verwechseln mit Geldsorgen) geleitet wird. Deswegen habe ich mich schon vor langer Zeit von dieser sinnlosen Centgraberei verabschiedet. Wenn ich hier lebe, dann habe ich Steuern zu zahlen. Punkt. Es ist nicht schön, aber es ist so. Will ich weniger Steuern zahlen, dann ziehe ich weg.

Wobei die Diskussion über höhere Strafen für Steuerhinterziehung aus meiner Sicht in die falsche Richtung geht. Bekanntlich schrecken ja höhere Strafen nicht ab, sondern machen nur noch kreativer. Einzig der Todesstrafe dürfte die meisten Leute abschrecken, aber ganz auf Menschlichkeit sollte man nicht verzichten - obwohl ja eigentlich schon das Geld des Grossteil der Menschlichkeit vernichtet, da kommt es ja auf den Rest eigentlich auch nicht mehr an.

Das wahre Problem liegt doch einfach nur in den unübersichtlichen Steuergesetzen, die für Leute mit Geld und damit für Leute mit Scharen von Beratern ausreichend Schlupflöcher lassen. Der kleine Mann versteht nichts davon und kann sich auch niemanden leisten, der sich darum kümmert. Damit wäre die Todesstrafe zwar eine Lösung, aber insgesamt helfen nur einfache und sinnige Steuergesetze.

25% pauschal auf alle Einnahmen und 10,000 Euro Freibetrag pro Nase, Familien veranlagen gemeinsam und die Kinder zählen als Steuerzahler ohne Einkommen und sind bis 18 Jahren auf die Eltern anrechenbar. Punkt. Keine Klauseln, keine Ausnahmen. Egal wo das Geld herkommt, egal ob es Geld oder was zum Anfassen ist. Nur so kann Steuerhinterziehung der Nährboden entzogen werden. Es darf nicht attraktiv sein und es darf keine Möglichkeiten geben, Steuern zu hinterziehen bzw. sich überhaupt Gedanken machen zu wollen, um Steuern zu sparen.

So, jetzt habe ich keine roten Faden gehabt. Aber auch egal, denn mit einem roten Faden hätte ich auch keine Steuern gespart.

Photo by yomanimus under CC-BY-2.0

Kolumne - 2008-02-17, 22:42:38 - 5 Kommentare

Zeitung kommentiert - Britney ist tot, Briten arm, Zucker out

Die Nachrichten-Agentur AP hat bereits einen Nachruf für Britney Spear geschrieben, um nicht unvorbereitet zu sein. Damals bei Anna-Nicole Smith waren sich nicht darauf vorbereitet, dass soll AP nicht nochmal passieren. Aber gibt es denn soviel zu Britney vorzubereiten? "Britney Spears, ehemals hübsches Mädchen, zeitweiliger Pop- und Medienstar, sowie traurigste Figur des frühen 21. Jahrhunderts, starb heute an einer Überdosis Schlaftabletten." Wäre damit nicht schon alles gesagt? Lasst sie doch wenigstens in Ruhe sterben, so tragisch wie es wäre.

Jeder erwachsene Brite hat eine ungesicherte Verschuldung von 5500 Euro, im Schnitt. Nachdem ich das gelesen habe, musste ich an einen Satz des Milliardärs Warren Buffet denken, den er als Antwort auf die Frage: "Welchen Rat geben sie jungen Leuten?" gegeben hat. "Sie sollen sich keine Kreditkarte anschaffen." Und das sagt der Mann, der einen hohen Prozentsatz an American Express Anteilen hält. Aber er hat recht. Zumindest sollte man eine Kreditkarte NIE als KREDITkarte benutzen, sondern nur als bequemes Zahlungsmittel.

Wenn übrigens die Nordzucker AG die geschlossene Zuckerfabrik in Güstrow abreisst, dann bekommt sie von der EU eine Prämie wegen der Rückgabe der Zuckerquote. Und alle Welt regt sich über Nokia auf?! Der Zuckermarkt ist subventioniert, reguliert und alles, nur keine Marktwirtschaft. Ich werde also ab sofort nur noch Rohrzucker aus fairem Handel verwenden, denn dann helfe ich wenigstens Menschen. Wie wäre es mit Zucker aus Rüben aus fairem Anbau in Mecklenburg-Vorpommern? Kann man das nicht fördern lassen?

Kolumne - 2008-02-08, 06:00:00 - 5 Kommentare

Zeitung kommentiert - Krieg, Kolonien und Kuba

Auch waren heute Meldungen über Krieg im Tschad und weitere Gewalt in Kenia in den Nachrichten. Manchmal denke ich, dass man die Entkolonialisierung eventuell über 50 bis 100 Jahre strecken hätte sollen und statt Chaos ein entwickeltes Land zurücklassen. Ich glaube, dass die meisten Menschen heute mit den Kolonialstaaten Frankreich, England, Holland, Spanien und vielleicht auch Deutschland mehr zufrieden wären, als mit ihren eigenen korrupten Regierungen. Zudem verbessert sich das Problem nicht, da ein Boykott des Regimes nicht dazu führt, dass es den Leuten besser geht, sondern schlechter. Ein reger Handel aber wiederum nur das Geld in die falschen Taschen spült. Wie löst sich das Problem dann? Eigentlich geht sowas nur durch Revolution, aber dazu sind die Länder in den meisten Fällen nicht in der Lage, weil es immer eine Volksgruppe gibt, die die andere mit Spass unterdrückt.

Dazu fällt mir auch noch die Kuba-Poltik der USA ein. Macht es Sinn ein armes Land wie Kuba weiterhin zu boykottieren? Kuba ist ja so kommunistisch und die Menschen werden so böse unterdrückt. Mag ja alles war sein, aber warum werden dann täglich Milliarden nach China überwiesen? Das Land ist nicht gerade für Demokratie und Menschenrechte bekannt. Auch sind Geschäfte mit den meisten afrikanischen Diktaturen absolut kein Problem. Naja, Kuba hat keine natürlichen Ressourcen. Grüne Orangen sind ja bei uns damals schon nicht der Renner gewesen... aber immerhin könnte man aus Zuckerrohr Ethanol machen. Der neue Hype von Mr. Bush.

Kolumne - 2008-02-07, 08:00:00 - 1 Kommentar

Zeitung kommentiert - Brände, Google, Kohle

"Schwelbrand im Kernkraftwerk Krümmel" lautet die Schlagzeile. Irgendwas ist daran falsch, eigentlich gibt es doch nur in Kohlekraftwerken Schwelbrände... naja, die werden schon wissen, wie man Strom erzeugt.

Google bietet Hilfe gegen die Übernahme von Yahoo durch Microsoft an. Versucht man hier nicht den Teufel mit dem Belsebub auszutreiben? Google ist zwar offener und näher an Standards als Microsoft, aber viele Bereiche sind ebenso monopolistisch und abgeschottet bzw. lassen den Nutzer sehr hängen. Ich sage nur AdSense und AdWords. Klicks lassen sich nicht nachweisen, man muss Google glauben in seinen Abrechnungen und schon einmal musste Google nachzahlen. Ich würde also gern einen Weissen Ritter sehen, der einspringt. Eventuell ein Zeitungskonzern, aber bitte nicht Murdoch. ATT wäre eine Option, aber ich glaube nicht, dass es funktionieren würde. Die Deutsche Telekom hat schliesslich auch noch nie eine Webangebot vernünftig hinbekommen.

Im Handelsblatt habe ich über weltweite Engpässe bei Kohle gelesen. China saugt alles auf und ist vom Exporteur zum Importeur geworden, gleichzeitig zieht der Preis von Kohle weiter an. Es reicht zwar immer noch nicht, um die deutsche Steinkohle rentabel zu machen, aber es führt jede Art von CO2-Diskussion in Europa ad absurdum. Die Politik macht Energie in Europa teuer und forciert damit den Import von Energie aus dem Ausland bzw. ganze Industrien wandern ins Ausland ab, um danach die "sauberen" Produkte wieder einzuführen. Klar, dass dann die CO2-Reduktion in Europa geschafft wird... dafür ersticken Asien und Afrika.

Kolumne - 2008-02-06, 17:38:15 - 2 Kommentare

Sprit an der Küche vorbei

Raps

Ich bin derzeit mit dem Auto unterwegs und höre einige der Informationssender, da die Dudelei ja nicht wirklich toll ist. Eben kam ein Beitrag über Biokraftstoffe und deren zweifelhaftem Nutzen. Weil mir einige Gedanken in den Sinn kamen, mag ich sie gern mit Euch teilen und eventuell mag ja auch jemand diskutieren.

Die Ziele des Biokraftstoff-Einsatzes ist an sich nicht falsch. Aber vielleicht sollte ich das Wort Biokraftstoff erstmal erklären. Oft wird übrigens Agrotreibstoffe dazu gesagt. Biokraftstoffe sind Kraftstoffe aus Nutzpflanzen, wie Raps, Mais, Palmen oder Zuckerrohr. Was will man nun damit erreichen? Ein Ziel ist natürlich, weniger Kohlendioxid in die Atmosphäre zu blasen, wenn man es mit herkömmlichen fossilen Kraftstoffen vergleicht. Die Einsparung kommt hauptsächlich dadurch, dass die Pflanze zum Wachstum CO2 braucht und die gleiche Menge bei der späteren Verbrennung wieder freisetzt. Rein theoretisch also ein Kohlendioxid-Perpetuum-Mobile.

In Wirklichkeit ist es natürlich nicht so, weil die Herstellung selbst Aufwand verursacht und Kohlendioxid freisetzt. Zugleich wird nur ein Teil der Pflanze zu Kraftstoff und der Rest nicht genutzt. Noch nicht muss man sagen, da bereits an der vollständigen Umsetzung gearbeitet wird. Zu Deutsch, nicht der Samen des Rapses ist interessant, sondern jedes Blatt und auch der Stengel.

Soweit so gut, aber es gibt einige negative Auswirkungen, die die Einführung dieser Kraftstoffe durch Zwang eigentlich eindeutig als unsinnig deklarieren und letztendlich wohl eher in die Kategorie Lobbyismus oder Initiativzwang einordnen. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob ich mir die Zahlen richtig gemerkt habe, aber man braucht für 10% Biokraftstoffanteil ca. 6 Millionen Hektar Ackerland. Momentan sind es 1,7 Millionen und damit sind schon ca. 17% des verfügbaren Ackerlandes dafür in Nutzung. Baut man den Anteil aus, dann bleibt weniger für Nahrungsmittel. Was wohl wieder zu einer Verteuerung führen wird.

Zugleich werden alle Flächen oft nur noch in Monokulturen bewirtschaftet, weil man viel Geld aus dem Kraftstoffgeschäft ziehen kann, also wird man keine Fruchtfolgen mehr beachten und lieber mit Chemie die Felder behandeln. Zugleich muss man düngen, damit der ausgelaugte Boden noch Ertrag hergibt. Ganz krass wird es, wenn Importe herangezogen werden, um den Bedarf an Biosprit zu decken, denn Europa wird sich nicht selbst versorgen können.

Diese Importe kommen aus Indonesien und Brasilien. Dort werden Regenwälder gerodet, um Monokulturen anzubauen und natürlich wird auch das Holz gleich verkauft, um in Wohnungen von reichen Leuten zu landen. Ganz schlimm ist, dass auch eine Ausbeutung der Arbeiter stattfindet, Kinder arbeiten und die Arbeitsbedingungen selbst unter aller Sau sind. Nicht zu vergessen, dass der Export von Nahrungsmitteln zur Kraftstofferzeugung dazu führt, dass mehr Menschen hungern. Schliesslich zahlt das Ausland mehr, als der hungrige Mensch um die Ecke. Dabei bekommt der Begriff "Essen auf Rädern" eine ganze neue Bedeutung.

Fazit: Nicht den Markt verdonnern, 10% Biokraftstoffe beizumischen und ggf. den Mist auch noch subventionieren, sondern den Markt verdonnern, 10% Kraftstoff einzusparen!!! Gleichzeitig führt das auch noch dazu, dass zum Schluss Technologien zur Verfügung stehen (neue Motorenkonzepte etc.), die wieder exportiert werden können.

Photo by Mike9alive under CC-BY-2.0

Kolumne - 2008-01-23, 22:57:11 - Noch keine Kommentare

Handyweitwurf mit Nokia

Handy

Wir hatten ja schon den finnischen Konzern mit der Lizenz zum Handyweitwurf. Zumindest werfen die Politker ihre Handies weg, damit sie garantiert ein Telefon aus dem Ausland in der Tasche haben. Ansonsten hätte man ja Zweifel, ob das eigene Telefon auch wirklich aus Deutschland käme oder nur gefühlt.

Jetzt aber mal ernsthaft. Alle schimpfen auf Nokia, aber was ist daran so verwerflich, dass ein Unternehmen im Kapitalismus dem Kapital folgt bzw. auf Gewinne aus ist?! Schliesslich dürften die meisten Leute eine Lebens-, eine Rentenversicherung oder sogar ein Riester-Produkt haben und irgendwo muss das Geld ja herkommen, was erwirtschaft wird, damit man im Alter mehr Geld hat, als eingezahlt wurde. Versicherungen investieren in Unternehmen, Unternehmen müssen Geld verdienen, um Aktionäre durch Kursgewinne oder Dividende zu halten.

Geld

Verwerflich ist eher die Politik, die kurzfristige tolle Nachrichten erzeugen will und Geld auf die Wiese wirft, um Unternehmen anzulocken. Ist das Geld weg, dann ist auch das Unternehmen weg. Auch darf nicht vergessen werden, dass kaum einer Geld für ein Handy ausgeben will, sondern es entweder billig haben möchte oder ordentlich subventioniert durch einen Handyvertrag. Damit frage ich hier jeden: Wer von Euch hat in letzter Zeit in Nokia-Handy für mehr als 100 Euro erworben?

Wir können einfach mal eine unseriöse Rechnung aufmachen. Bei Nokia in Bochum sind 3300 Menschen beschäftigt. Geben wir jedem im Schnitt ein mageres Gehalt von 1500 Euro. Dazu kommen noch Sozialbeiträge von ca. 20% und damit kostet uns die Arbeitskraft pro Monat 1800 Euro. Eingerechnet sind hier noch nicht die weiteren Fixkosten, wie Arbeitsplatzkosten und und und. Alle Leute kosten also Brutto zusammen ca. 6 Millionen Euro. Rechnen wir einfach mal pauschal weitere Nebenkosten dazu, dann brauchen wir 10 Millionen Euro pro Monat, um das Werk am Laufen zu halten.

Rechnen wir mal, dass ein Handy am Markt im Schnitt für 100 Euro verkauft wird. Abzüglich der Mehrwertsteuer sind das ca. 84 Euro. Der Handel will auch was verdienen, sagen wir 10 Euro. Dann bekommt Nokia 74 Euro pro Handy. Das Material und die Verpackung kosten auch, sagen wir mal 20 Euro. Dann haben wir einen Nettogewinn pro Handy von 54 Euro. Wir müssen also ca. 185.000 Telefone pro Monat verkaufen, damit wir überhaupt die Fabrik offen halten können.

In dieser Rechnung fehlt noch ein unternehmerischer Gewinn, denn schliesslich müssen ja auch die Kapitalgeber vergütet, Geld für schlechte Zeiten zurückgelegt und irgendwie ja auch neue Handys entwickelt werden. Nicht zu vergessen, dass wir überhaupt keine Entwicklungskosten eingerechnet haben, auch keine Servicekosten (Garantie), Werbung gibt es auch nicht für umsonst und und und.

Weiterlesen...

Kolumne - 2008-01-22, 21:25:00 - 17 Kommentare