Danke China

Heute muss ich mich mal wieder bei meinen Chinesinnen bedanken, die mich so schön geknetet haben. Das war entspannend. Übrigens hatte mich die Birgit mit ihrem Kommentar gestern auf die Idee gebracht.

Da gerade Stau auf der Interstate 95 war, bin ich auf dem Rückweg ans Panera gefahren und habe noch nen Bagel und einen Kaffee Latte verdrückt.

Meiner selbst - 2010-11-19, 02:12:26 - 1 Kommentar

Ein oder zwei Sätze

Lange nicht hier gewesen. Ich sitze im Panera Woburn. Viel geändert hat sich nicht, aber jetzt stehen die Kalorienangaben neben den Preisen. Mein Salat steht mit 500 Kalorien angeschlagen. Davon dürften 250 fürs Dressing sein. Ich sitze am warmen Kamin, denn mir ist wie immer kalt. Die Büros sind einfach hier unangenehm temperiert und so friere ich mich durch den Tag. Ich mag es nicht, wenn ich mit Jacke am Platz sitzen muss.

Neben mir sitzt ein Mann in kurzen Hosen und Zehen-Laufschuhen. Der Mann sieht aus, als ob er nur draussen wohnen würde. So ein Einsiedlertyp, der im Wald wohnt. Die Menge an Tatoos auf seinen Armen ist auch mehr als gross.

Nach Panera werden ich mal zu Barnes & Noble fahren und mir nen Espresso gönnen und dabei meinen Testbericht für die neue Tassimomaschine von Bosch schreiben. Mal sehen, ob ich alles zusammenbekomme, was mir dazu schon eingefallen ist. Habe ja ausführlich getestet.

So, zurück im Hotel. Bin nicht lange im Barnes geblieben, denn irgendwie habe ich mich nicht wohlgefühlt.

Draussen tobt ein Sturm und hier drinnen auch, denn die neuen Fenster im Hotel sind bereits wieder undicht. Es pfeift, die Gardinen wehen und wenn man am Fenster steht, wehen auch die Haare. Schade ums Geld.

Meiner selbst - 2010-11-18, 04:20:36 - 2 Kommentare

Mein Auto diesmal ein Dodge Charger

Dodge Charger

By Wikipedia - CC-BY-SA-3.0

Diesmal fahre ich einen Dodge Charger. Dieser Wagen stammt noch aus der Ehe mit Chrysler. Das merkt man vor allem am schlimmen Blink-Scheibenwisch-links-unten-Hebel. Aus diesem Grund kann ich ja auch nicht mit Mercedes, wegen diesem blöden nicht-konformen Hebel.

Das Ding ist auf sportlich gemacht. Es trägt einen 3.5L-V6 und ein Gurkengetriebe spazieren. Macht wenig Spass, weil es nicht sehr schön und oft viel zu spät schaltet. Der Charakter des Motors kommt nicht beim Fahrer an. Die Kraft und Elastizität wird zermahlen.

Meiner ist übrigens schwarz und hat ein Pennsylvania-Kennzeichen.

Thematisch USA - 2010-11-17, 14:00:37 - 2 Kommentare

Abkürzungen

Gerade in ner Mail meiner US-Kollegen gesehen: form a POV. Soll heissen: form a point of view.

Thematisch USA - 2010-11-15, 17:11:06 - Noch keine Kommentare

Paar Zeilen von der Reise

Ein anderer Tag, ein anderer Flug. Ich habe lange nicht über meine Flugabenteuer berichtet. Der Grund ist auch einfach... ich bin lange nicht geflogen, zumindest nicht in Richtung Boston und Arbeit. Jetzt ist es wieder soweit und damit geht der Text am Flughafen Frankfurt und wie nicht anders zu erwarten am Starbucks los.

Mir gegenüber sitzen Finnen. Unverkennbar an der Sprache zu erkennen. Rechts am Pfeiler sitzt ein Pärchen. Er total cool, sie sichtlich flugbefangen. Leise, ordentlich sitzend, Leute musternd ohne die kleinste Regung im Gesicht. Das Paar neben mir spricht Englisch, aber nicht nativ, sondern weil sie beide andere Sprache sprechen. Er ist Deutscher, sie ist... weiss nicht... osteuropäisch? Sie haben was miteinander, aber seine überhebliche Art ist echt schwer auszuhalten. Speziell diese Art, die ganze Zeit mit "You know?!" alle möglichen Ecken in seiner Erzählung aufzufüllen.

Interessant anzuschauen ist die Fluktuation bei Starbucks. Voll, leer, voll, leer. Ich weiss nicht, nach welchen Gesetzmässigkeiten das passiert, aber es ist faszinierend. Der Finne beobachtet mich, aber eher meinen Kollegen, der sich noch etwas abschreibt und dazu seinen Apfel aufgeklappt hat.

Gerade kommt der Kapitän meines Fluges mit allen Flugbegleitern lang und schüttelt mir die Hand. Jede Stewardess stellt sich einzeln vor und wünscht mir einen guten Flug. Herrlich... wenn ich das nicht nur geträumt hätte. Muss wohl aus meinem letzten James Bond Traum sein ;) Aber das wird bestimmt auch noch, wenn ich erst eine Millionen Flugmeilen habe... so in 100 bis 150 Jahren. Eventuell zählen ja die Meilen zum Mond mit Spacehansa auch dazu.

Gerade sind wir von C13 auf C19 gezogen und wir mussten nicht über Los. Sicherheitskontrolle war heute auch schnell und sonst... eigentlich alles ok. Der Flieger könnte aber voll sein. Gut für Lufthansa, schlecht für mich. Aber ankommen tun wir trotzdem, auch wenn der Vogel voll ist. Es ist ein A340-600 heute. Ein ganz ordentliches Flugzeug und Bordunterhaltung hat es auch.

Neben mir quälen sich die Damen des Bodenpersonals, weil die Rechner nicht gehen. Abmelden, anmelden, neu starten und wieder von vorn. Keine Ahnung, was wieder klemmt. Software wird unser Untergang sein. Lasst Euch das von einem Tester mal sagen.

Meinte doch die Dame gerade zu einem Passagier: "Neben Ihnen ist frei. SIE WOLLEN NICHT IHREN SITZPLATZ ÄNDERN." und kreiste dabei ihre Hand. Jedi-Frau? Die Macht ist stark ihn ihr, ich spür.

Jetzt ist es viel später und zwar 24h später. Ich bin schon lange angekommen und sogar eingelassen worden in die Vereinigten Staaten von Amerika. Alles ohne Probleme. Auto habe ich auch, Hotel hat auch geklappt und in meinem Bauch liegt auch schon ein Tri-State Breakfast mit Ei, Bacon, Würstchen, Pancakes und Toast.

Schöne Woche. Bis dann.

Meiner selbst - 2010-11-14, 18:25:13 - Noch keine Kommentare

Bostoner Sirupflut

Weil die meisten Besucher von Boston es nicht kennen und ich schon vor einer Weile in Boston mal was drüber gelesen hatte: Bostoner Melassaker.

Thematisch USA - 2010-11-13, 01:06:04 - Noch keine Kommentare

Anmerkungen?

Wie hat Euch die Konsens-Geschichte eigentlich gefallen? Sie stammt nicht aus meiner Feder, aber immerhin aus einer Feder meiner Familie.

Ideen? Vorschläge? Lust auf mehr?

Meiner selbst - 2010-11-08, 22:17:06 - 3 Kommentare

Konsens - 5.0

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5.0

Auf dem Weg in seine Wohnung (seine Kollegen hatte er während der automatischen Fahrt auf den aktuellen Stand gebracht), versuchte er die Teile des Puzzles, die sich ihm präsentierten, zu einem kohärenten Ganzen zu verbinden, scheiterte aber an dem Gefühl, mindestens ein Teil, das wichtigste, nicht gefunden zu haben. Immer wieder ging ihm die Warnung des NKs durch den Kopf und abwechselnd war er überzeugt, dass diese eine große oder gar keine Bedeutung hatte. So müde wie schon seit Monaten nicht mehr betrat er seine Wohnung, setzte sich fast automatisch an seinen Schreibtisch, nahm die Verbindung zu HYPER in seine Hand, führte diese zu seinem Genick und… hielt inne. Auf der einen Seite sagte ihm die Vernunft, dass es für ihn immer noch nicht sicher war, den Uplink durchzuführen, auf der anderen Seite hörte er erneut die Warnung „traue nicht der Maschine“. Er hatte durch die Ermittlungen schon den ganzen Tag keine direkte Verbindung mehr zum Netzwerk gehabt und er konnte sich nicht zurück erinnern, dass das jemals in seinem Leben der Fall gewesen wäre. Wenn er den Kontakt jetzt nicht durchführte, war das de facto eine Straftat, wobei er sich sicher war, in diesem Fall eine Ausnahme machen zu können. Der Kontakt und das Hochladen des eigenen Bewusstseins war ganz einfach ein natürlicher Teil des Tagesablaufs, genauso wie drei Mahlzeiten oder das morgen- und abendliche Zähnehygienisieren. Zusätzlich wurde er sich bewusst, dass er ein ziehendes Verlangen nach der Verbindung empfand. Am Anfang seiner Tätigkeit hatte er oft mit Jugendlichen zu tun gehabt, die sich bewusstseinsverändernde Programme, sogenannte Triprogs, direkt in das Gehirn hochgeladen hatten. Daher wusste er, dass er Anzeichen von Entzug hatte. Doch er verwarf diesen Gedanken sofort wieder als lächerlich und schob das nagende Gefühl auf den verhältnismäßig hohen Stress des Tages. Er beschloss, die Sache ruhen zu lassen und schlafen zu gehen. Es war das erste Mal seit Jahrzehnten, dass er innerhalb von 24 Stunden nicht mit HYPER verbunden war.

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Der Roman - 2010-11-08, 05:00:00 - Noch keine Kommentare

Konsens - 4.0

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4.0

Es wurde schon dunkel, als Helmut im Bezirk der NKs ankam. In allen anderen Teil der Stadt hätten bioluminiszente halborganische Lichter die Nacht zum Tag gemacht, aber nicht hier. Der Stadtteil war offiziell der Industriepark der Stadt, aber nachdem Industrie im klassischen Sinne mehr oder weniger der Vergangenheit angehörte und die Überreste der Schwerindustrie nur noch auf den Kolonien des Mondes und des Mars betrieben wurde, starb dieser Teil der Stadt aus und wurde zum Revier der geduldeten NKs. Verfallene Gebäude säumten leere Straßen, einige von Ihnen sogar noch von Asphalt bedeckt und samt und sonders voller Löcher. Helmut hatte sich einen Dienstwagen besorgt, denn öffentliche Verkehrsmittel fuhren nicht in diesen Teil der Stadt. Und selbst den Wagen hatte er vor einigen hundert Metern abstellen müssen, da das kabellose Stromnetz zu schwach wurde.

Seine Schuhe verursachten knirschende Geräusche auf dem rissigen Asphalt, als er langsam durch den Bezirk lief. Er hatte keine Ahnung, wie er mit den NKs Kontakt aufnehmen sollte, war jedoch zuversichtlich, dass sie es schon von selbst tun würden, wenn er lange genug durch ihr Gebiet lief. Er dauerte auch nicht und er fühlte sich von mehr als einem Augenpaar beobachtet. Manchmal glaubte er die Quelle der Blicke ausgemacht zu haben und fixierte eines der vielen Fenster, doch obwohl er manchmal eine Bewegung wahrnahm, war er sich nie sicher, sich diese nicht vielleicht nur eingebildet zu haben.

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Dies und Das - 2010-11-07, 05:00:00 - Noch keine Kommentare

Konsens - 3.0

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3.0

Inzwischen war es hell geworden in der Stadt. Wieder daheim angekommen, stand Helmut an seinem Fenster, dass die komplette Wand einnahm und sah nach draußen. Das Licht der aufgehenden Sonne wurde tausendfach gebrochen von den zahllosen Glasfassaden und Fenstern der Stadt, so dass sie wirkte wie ein einziger riesiger Diamant. Immer wieder sausten Luftbahnen lautlos vorbei. Der Himmel war blau.

Wie anders hatte es noch vor HYPER ausgesehen, dachte Helmut. Damals war das komplette Ökosystem der Erde durch den Klimawandel umgekippt, die Mehrzahl aller Pflanzen und Tiere ausgerottet. Rohstoffe waren fast aufgebraucht gewesen und ganze Staaten waren in Anarchie versunken. Vielleicht war es auch die reine Verzweiflung gewesen, dass die Regierung der Welt dazu veranlasst hatte, die scheinbar unüberwindbaren Probleme von der offensichtlich um einen vielfaches klügeren Hyperintelligenz lösen zu lassen und sich im Gegenzug ihrem Urteil zu beugen. Und tatsächlich schien ein Problem nach dem anderen in Rekordzeit zu verschwinden und die Menschheit lebte plötzlich wieder in Wohlstand und Zufriedenheit, jedoch geeint und vom Krieg befreit dank HYPER.

Warum musste er ausgerechnet jetzt an so was denken? Helmut wischte sich mit seiner rechten Hand über das glatte, scheinbar alterslose Gesicht. Genug Zeit vertrödelt, es gab einen Fall zu lösen.

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Der Roman - 2010-11-06, 05:00:00 - Noch keine Kommentare

Konsens - 2.0

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2.0

Der Winkende entpuppte sich als Franz Loh, frisch von der Akademie graduierter Polizist und professionelle Nervensäge, zumindest wenn man Helmut fragte. Allein „von der Akademie graduiert“ war ein schlechter Witz, schließlich hatte Hans sich sein komplettes Wissen über sämtliche Polizeiprotokolle innerhalb weniger Stunden von HYPER herunter geladen, nachdem sein Persönlichkeitsprofil eine 87,5-prozentige Eignung für den Polizeidienst ergeben hatte. Er war erst sechzehn Jahre alt, das vorgeschrieben Mindestalter für einen Erwachsenen. Man konnte zwar auch bis 18 seine Kindheit genießen, aber Hand gehörte zu den ehrgeizigen Menschen, die ihren Beitrag zur Gesellschaft nicht früh genug leisten können.

„Hallo, Herr Inspektor!“ begrüßte Loh seinen Vorgesetzten.

„Hallo, Franz.“ erwiderte dieser den Gruß lustlos. Wie immer schien Franz es nicht zu gefallen, wie ein Kind mit dem Vornamen angesprochen zu werden. Falls es so war, ließ er es jedoch unkommentiert zu. Er hatte blonde, kurze Haare, nach aktueller Sitte von einem kahlen Streifen in der Mitte des Schädels unterbrochen. Auf seinem Gesicht waren noch Spuren einer hartnäckigen Akne zu sehen, die selbst die Naniten, die seine Haut ständig reinigten, an den Rand der Verzweiflung bringen mussten. Er trug dieselbe Uniform wie Helmut, und obwohl sie ihm von einem unfehlbaren Roboter auf dem Leib geschneidert wurde, sah sie irgendwie zu groß aus für seinen schlaksigen Körper.

Helmut löste seinen Blick von dem Kollegen und ließ ihn durch den Raum schweifen, der, wie er korrekt annahm, der Tatort war. Ein Mann, offensichtlich das Opfer, saß an einem durchsichtigen Schreibtisch, mit dem zusammen gesunkenen Oberkörper auf der glatten Oberfläche. Ein holographisches Bild versuchte sich vergeblich zusammen zu setzen, vom Kopf der Leiche behindert. Helmut bemerkte sofort, dass im Genick des Mannes das Kabel für den Uplink steckte. Der Täter musste den Augenblick des Downloads von HYPER und die vorübergehende Hilflosigkeit des Opfers ausgenutzt haben, um ihn zu ermorden.

„Kein Fingerabdrücke gefunden, Herr Inspektor!“ meldete sich Franz erneut zu Wort. Helmut sog lautstark die Luft ein und unterdrückte ein Seufzen. Das hatte man davon, wenn man halbe Kinder mit Polizeiprotokoll fütterte und dann auf die Menschheit losließ! Natürlich war die Suche nach Fingerabdrücken immer noch Vorschrift bei der Sicherung des Tatorts, aber schon seit fast einem halben Jahrhundert waren an dem Ort eines Verbrechens keine der verräterischen Spuren mehr gefunden worden.

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Der Roman - 2010-11-05, 05:00:00 - Noch keine Kommentare

Nicht alles der gleiche Käse

Es besteht ein grosser Unterschied zwischen frisch geriebenem Käse und frisch gekauftem geriebenen Käse.

Ein Satz muss sein - 2010-11-04, 19:37:07 - Noch keine Kommentare

Konsens - 1.5

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Ein Gewaltverbrechen also. Er hatte gedacht, er hätte sich beim Aufwachen verhört. Gewalt eines Menschen gegenüber einem anderen war nach der Singularität selten geworden. Nachdem HYPER die Kontrolle über die komplexen Belange der Menschheit übernommen hatte, waren die häufigsten Ursachen für Verbrechen, Armut und Gier, de facto verschwunden. Die einzigen Verstöße gegen das Gesetz, die Helmut und seine kleine Gruppe immer mal wieder auf den Plan riefen, waren Hyper-Hacks, Versuche, das Netzwerk für den eigenen Vorteil zu manipulieren. Und selbst diese hatte HYPER bisher immer schon selbst gelöst und ihnen blieben nur noch die Formalitäten der Festsetzung des Verbrechers.

Darüber hinaus wurden die meisten Verbrechen schwereren Kalibers nur noch von den wenigen Non-Konsensuellen verübt. Diese weigerten sich aus unerfindlichen Gründen, den regelmäßigen Upload mit HYPER vorzunehmen und fielen somit aus der menschlichen Gesellschaft heraus. Um zu überleben, stahlen sie bisweilen Kleidung und Nahrung, wurden jedoch aufgrund ihrer Unsichtbarkeit innerhalb des Systems so gut wie nie festgenommen. Es war eine Ironie, dass eine der ersten Beschlüsse von HYPER als oberste Instanz menschlicher Regierung die Abschaffung der bis dato virulent ausbreitenden Überwachungstechnologie war. Diese wäre mit dem freiwilligem Upload aller Menschen obsolet geworden, argumentierte das Netzwerk damals. Genau diese Blindheit machten sich aber die Non-Konsensuellen zunutze. Seit einiger Zeit wurden auch immer wieder Todesfälle innerhalb dieser mysteriösen Subkultur gemeldet, die ebenfalls aufgrund ihrer Anonymität nicht aufgeklärt werden konnten. Vielleicht war Helmuts neuer Fall auch so ein Tod?

Grübelnd saß Helmut an seinem Frühstückstisch, als er draußen das charakteristische Sausen der Luftbahn hörte. Mist, er hatte vergessen, sich den Mundraum zu desinfizieren. Naja, wer ihn mitten in der Nacht aufweckte, musste halt mit seinem Mundgeruch leben. Die scheinbar nahtlos in seine Fensterwand eingebaute Tür öffnete sich leise zischend und Helmut stieg in die Luftbahn ein, die sich sofort nachdem er sich auf einen der Plätze gesetzt hatte, abhob und davonflog. Draußen wurde es gerade hell und in der Bahn war zu dieser frühen Zeit auch nur ein einziger anderer Passagier, der leise schnarchend schlief, während die Nachrichten auf seiner Zeitung stumm zappelnd bemüht zu sein schienen, ihn aufzuwecken.

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Der Roman - 2010-11-04, 05:00:00 - Noch keine Kommentare

Konsens - 1.0

1.0

„Guten Morgen, Helmut. Du hast einen wichtigen Termin, der keinen Aufschub duldet. Entschuldige, dass ich dich daher wecken muss.“

Die unaufdringliche, androgyne Stimme von HYPER erscholl aus dem Lautsprecher der Uplink-Station, die unsichtbar hinter der blassgelben Wand der Wohnung verborgen war. Der Adressat der Nachricht, Inspektor Helmut Chan von der Lok-Pol, der lokalen Polizeistelle des Wohnclusters 04229-Le, für seine Einwohner immer noch als Leipzig bekannt, öffnete verschlafen seine Augen.

„Wasnlos?“

„Im Wohnbezirk West, Untercluster C wurde ein Gewaltverbrechen verübt, Helmut. Deine sofortige Anwesenheit wird dringend erwünscht.“

„Ja, okay, ich komme.“ Langsam richtete sich Helmut Chan in seinem Bett auf, dessen Servomotoren sich mit einem fast unhörbaren Surren von der Form seines Rückens zu einer perfekten Waagerechten zurück bildeten. Er war vor ein paar Monaten fünfzig geworden, sein Alter sah man ihm allerdings nur an ersten grauen Strähnen in seinen halblangen, dunkelbraunen Haaren an. Die Haut seines Gesichtes zeigte nur winzigste Spuren des Alterns, ein paar Krähenfüße um die Augen, zwei Linien um die Mundwinkeln und eine tiefere Falte zwischen seinen dunkelbraunen Augen. Alles in allem hätte man ihn auf Ende zwanzig, Anfang dreißig schätzen können. Müde rieb er sich die Augen und versuchte sich an den Traum, den er gehabt hatte zu erinnern. Wie so oft hatte er das Gefühl, dass er gleichzeitig etwas Wichtiges und Furchtbares geträumt hatte, aber die Fetzen der vagen Erinnerung entglitten seinen suchenden, geistigen Fingern.

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Der Roman - 2010-11-02, 21:08:23 - Noch keine Kommentare

Eichplatzbebauung Jena

Ich habe mir die Pläne der Eichplatzbebauung angesehen und bin entsetzt. Mir fiel dazu nur ein: Ein Schiff an der Kaimauer mit Lagerhallen.

Bitte keine Klötzer oder Blöcke, erst recht keine Galerien oder Einkaufstempel. Chemnitz ist bereits ausreichend ruiniert worden. Auserdem ist die Neue Mitte in Jena schon Verbrechen genug.

Bringt die Altstadt in moderner Bauweise wieder zurück. Gassen, kleine Geschäfte, Cafés und Wohnungen. Die Leute müssen sich "verlaufen". Zudem muss die Innenstadt wieder wohnbar werden, denn wer möchte jetzt schon am Eichplatz wohnen, wo Lärm und Feste toben. Beruhigen und beleben. Mehr Wagnergasse quasi mit Ecken zum Verweilen und Studieren.

Jena hat einen Mangel an Wohnungen und einen Mangel an Büros für kleine oder junge Firmen.

Hier noch bei der Eichplatz-Initiative mitmachen: http://www.jenapolis.de/meineichplatz/

Jena - 2010-10-30, 23:09:33 - 2 Kommentare